Der Niederländer kann es sich grundsätzlich doch vorstellen, HSV-Sportchef zu werden. Der Supporters-Chef Bednarek übt heftige Kritik.

Hamburg/Almelo. Die Suche des HSV nach einem neuen Sportchef ist jeden Tag für eine Überraschung gut. Am Donnerstag gab es die nächste Wende: Unter bestimmten Voraussetzungen kann es sich Nico Hoogma grundsätzlich doch wieder vorstellen, sich für das Vorstandsamt zu bewerben.

Nach Abendblatt-Informationen gab es in den vergangenen Tagen mehrere Telefonate aus der Führungsetage des HSV mit Hoogma. Wie das Abendblatt berichtete, war das Scheitern der Vertragsverhandlungen mit dem ehemaligen HSV-Profi auf großes Bedauern in weiten Teilen des Aufsichtsrats gestoßen. Schließlich seien die finanziellen Differenzen nicht unüberbrückbar gewesen. Gescheitert waren die Gespräche, die Aufsichtsratschef Becker zusammen mit einem weiteren Rat geführt hatte, an den von Hoogma geforderten Prämien - etwa für das Erreichen des internationalen Geschäfts.

"Eigentlich war meine Tür komplett zu", erklärte Hoogma. Jetzt bat er sich zumindest ein paar Tage Bedenkzeit aus. Zudem stellte er die Bedingung, dass sich der HSV vor jeder weiteren Verhandlung bei Jan Smit melden muss. Der ist Präsident des niederländischen Erstligisten Heracles Almelo - und somit Hoogmas Vorgesetzter. Seit Dienstag sogar für eine weitere Saison. "Ich habe den Präsidenten nach meiner HSV-Absage sofort informiert, dass ich bleibe", so Hoogma. Ob sich das noch mal ändert, hängt an Smit. Und dem HSV. "Grundsätzlich sage ich weiter nein. Nur, wenn Hamburg bei meinem Präsidenten weiterkommt, würde ich vielleicht überlegen. Sonst nicht."

Das erneute Buhlen um Hoogma dürfte mit der Skepsis von mehreren Räten gegenüber dem zweiten Kandidaten, Sergej Barbarez, zusammenhängen. Sie trauen ihrem Ratskollegen den anspruchsvollen Job nicht zu.

Die Wirren bei dem Klub haben inzwischen zu erregten Diskussionen an der Basis geführt. "Ich werde mit Anrufen und Mails bombardiert - es kocht alles schon ziemlich hoch", erklärte Supporters-Chef Ralf Bednarek in einem Interview mit "Matz ab ", dem HSV-Blog auf www.abendblatt.de . Bednarek weiter: "Die Mitgliedschaft und die Fanszene sind derzeit total unzufrieden. Wenn es so weitergeht, dann wird ein Zeitpunkt kommen, an dem eine außerordentliche Mitgliederversammlung nicht mehr zu vermeiden sein wird."