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Ruud van Nistelrooy: "In Madrid haben 90 000 Fans gepfiffen"

Foto: WITTERS

Der Stürmerstar kann über die Pfiffe beim 0:0 gegen Hannover 96 nur milde lachen. In Madrid begann das Pfeifkonzert nach fünf Minuten.

Hamburg. Just in dem Moment, als Jonathan Pitroipa unbehelligt von den zahlreichen Fans vom Trainingsplatz kam und durch die Hintertür den Kabinentrakt betrat, ging der bereits frisch geduschte und frisierte Ruud van Nistelrooy zur Vordertür hinaus. Dort präsentierte der Torjäger ein strahlendes Lächeln und zwei bestens gepflegte Oberschenkel: "Die Auswechslung gegen Hannover war nur eine Vorsichtsmaßnahme.

Ich will gegen Lüttich unbedingt wieder dabei sein", sagte der gut gelaunte Niederländer, den besonders die Nachfrage eines TV-Journalisten amüsierte, der wissen wollte, ob er derartige Zuschauerreaktionen wie im letzten Spiel gegen Hannover schon mal erlebt habe. "Weißt du, wo ich gespielt habe?", stellte der ehemalige Star von Real Madrid und Manchester United die saloppe Gegenfrage, "da haben 90 000 Zuschauer nach fünf Minuten gepfiffen. Das sind die Fans, die dürfen das."

Weitere Nachfragen über das Verhalten von Paolo Guerrero verboten sich somit von selbst. Ohnehin wollte van Nistelrooy, der sich laut Bondscoach Bert van Marwijk berechtigte WM-Hoffnungen machen darf, nicht zurück, sondern nur nach vorne - nach Lüttich - schauen. "In Holland sagt man: das ist die Schlagsahne auf dem Kuchen. Für solche Spiele lebt man als Fußballer", sagte der Offensivstar, der trotz seiner Oberschenkelprobleme am Donnerstag an der Seite von Mladen Petric stürmen will.

Denn obwohl auch der Kroate nicht beim gestern gut besuchten Training mitwirken konnte, darf Trainer Bruno Labbadia auf seine erste Sturmreihe hoffen. Etwas geringer scheinen dagegen die Einsatzchancen seiner Führungsspieler Zé Roberto und Joris Mathijsen zu sein, die beide ebenso wenig wie Petric und van Nistelrooy am gestrigen Training teilnehmen konnten.

Für den Brasilianer würde Tomas Rincon bereit stehen, für den Niederländer wäre David Rozehnal die erste Alternative. "Zé hätte definitiv nicht trainieren können und auch Joris konnte wegen eines Schlags auf dem Oberschenkel kaum laufen", sagte Labbadia, der dem "Schicksalsspiel" in Belgien dennoch optimistisch entgegen sieht. "Jeder weiß, worum es gegen Standard geht", sagte der Trainer, für den es neben der Schlagsahne auf dem Kuchen auch um den eigenen Job geht.