Bundesliga

Haaland glänzt in Borussia Dortmunds "Bubi"-Sturm

Erling Haaland (Borussia Dortmund) bejubelt sein erstes Tor gegen Borussia Mönchengladbach

Erling Haaland (Borussia Dortmund) bejubelt sein erstes Tor gegen Borussia Mönchengladbach

Foto: Getty Images

Jugenstil im BVB-Sturm: Erling Haaland und Jude Bellingham treffen im Top-Spiel. Und das größte Talent soll erst noch kommen.

Dortmund/Hamburg. Was hat sich Borussia Dortmund Trainer Lucien Favre wohl wieder dabei gedacht? Im Sturm hatte er im Saisonauftakt gegen Borussia Mönchengladbach nur Youngster aufgestellt, ansonsten weiter hinten eher mit Mats Hummels oder Axel Witsel (beide 31) die Oldies der Mannschaft, die den Anspruch hat, hinter den "galaktischen" Spielern des FC Bayern München Platz zwei der Bundesligasaison 2020/2021 zu belegen. Gut, das ist gemein. Borussia Dortmund scheint die einzige Truppe, die den Bayern auf dem Weg zum zweiten Triple hintereinander gefährlich werden kann.

Beim Dortmunder 3:0-Sieg über Gladbachs "Fohlen" stachen die extrem jungen Offensivleute heraus. Erling Haaland (20) erzielte zwei Tore, Jude Bellingham (17) eines, Jadon Sancho (20) und Giovanni Reyna (17) glänzten. Wohin der Jugendwahn oder Jugendstil (je nach Betrachtung) der Dortmunder noch führen wird, darf man dann im Oktober bewundern, wenn Youssoufa Moukoko (dann 16 Jahre alt) mit einer Ausnahmegenehmigung als jüngster Profi der Bundesligageschichte für den BVB auflaufen wird. Der Jugendliche kommt übrigens vom FC St. Pauli...

Borussia Dortmund: Lucien Favre bremst den Jugendwahn

Bis dahin werden die torhungrigen Angreifer da weitermachen, wo sie am Sonnabend aufhörten. Doch Trainer Lucien Favre bremste: „Ich trainiere gerne mit jungen Spielern, aber auch mit den erfahrenen Spielern. Es war ein super Tor, das 3:0. Wir haben viele junge Spieler, und das hier war nur ein Spiel. ... Sie sind schon sehr, sehr gut."

Das würden die Gladbacher unterschreiben. Und die Dortmunder genossen vor der Südtribüne den lange vermissten Jubel der 9300 Fans. Die Bundesliga-Torpremiere von Giovanni Reyna (35.) und der Doppelpack von Erling Haaland (54., Foulelfmeter nach Videobeweis und 77.) waren der zwölfte Pflichtspielerfolg gegen die Gladbacher Folge. Mats Hummels meinte bei Sky: „Wir haben wenige Fehler gemacht und in der zweiten Halbzeit nichts mehr zugelassen.“ Auf Fragen nach den BVB-Ambitionen reagierte Hummels zurückhaltend: „Wir sind am ersten Spieltag, mehr ist es nicht. Wir sind auch noch weit weg vom Maximum, aber wenn wir alles in eine Struktur und Form bringen, sind wir eine Topmannschaft.“

Mönchenglabach spielte gut mit – anfangs

Gladbachs Trainer Marco Rose analysierte den Fehlstart seines Teams zerknirscht. „Das war eine sehr unglückliche Niederlage, aber bei einem 0:3 hat man wenig Argumente.“ Für den Coach war die Durchschlagskraft der Platzherren ausschlaggebend: „Dortmund war da, wo es zur Sache geht, in der Box, klarer und effektiver.“

Gladbach war zwar gut im Spiel, gefährlich wurde die Elf vom Niederrhein im ersten Durchgang aber nur selten. Kapitän Lars Stindl tat sich in der Sturmspitze gegen die von Hummels gut organisierte Dortmunder Dreierkette schwer. Bei einer Chance von Jonas Hofmann reagierte Roman Bürki zudem stark (31.).

TV-Beweis bringt Elfmeter

Danach drehten die BVB-Youngster auf. Jude Bellingham bediente in seinem ersten Bundesligaspiel Reyna, und der US-Amerikaner ließ Torhüter Yann Sommer keine Chance. Jungstar Jadon Sancho hätte vor der Pause fast noch erhöht (40.).

Der BVB nahm den Schwung mit in den zweiten Durchgang. Nach einem Zweikampf zwischen Reyna und Rami Bensebaini entschied Schiedsrichter Felix Brych nach Ansicht der TV-Bilder auf Elfmeter. Nach kurzer Besprechung überließ Sancho Sturmpartner Haaland den Ball, der Norweger verwandelte sicher.

Bayern München "die beste Mannschaft der Welt"

Das 3:0 durch Haaland war dann eine Kontersituation nach einer Ecke der Gladbacher. Sancho lief auf und davon und bediente den ebenfalls über das gesamte Feld mitsprintenden Haaland perfekt. Die Gladbacher Abwehr konnte nur zusehen.

Reicht das für die Meisterschaft? Lucien Favre sagte glockenklar: „Wir sprechen nicht von Bayern. Das bringt nichts. Das ist die beste Mannschaft der Welt. Sie haben so viel Qualität überall. Wenn das jemand nicht sieht, hat er ein Problem. Dann sollte er einen anderen Job machen.“