Fussball-Ticker

Naki schaltet sich in die Özil-Debatte mit Forderung ein

Aktuelle Meldungen, heiße Gerüchte, scharfe Zitate, Verletzungen und Transfergeflüster. Der Fußball-Ticker hält Sie auf dem Laufenden.

Leipzig startet mit 4:0-Sieg in die Europa-League-Quali

Fußball-Bundesligist RB Leipzig ist am Donnerstag mit einem 4:0 (2:0)-Erfolg über den schwedischen Außeneiter BK Häcken in die Qualifikation zur Europa League gestartet. Der Portugiese Bruma (35.) und der brasilianische Neuzugang Matheus Cunha (38.) stellten innerhalb von drei Minuten die Weichen auf Sieg. Kevin Kampl (50.) und Jean-Kevin Augustin (84.) sorgten mit ihren Treffern in der zweiten Halbzeit für eine gute Ausgangsposition für die Mannschaft von Ralf Rangnick, der nach dem Abschied von Ralph Hasenhüttl das Team für ein Jahr in Doppelfunktion als Trainer und Sportdirektor führt.

Stefan Ilsanker sah vom kleinlich agierenden Schiedsrichter Aleksandar Stavrev aus Mazedonien in der 81. Minute die Gelb-Rote Karte und fehlt im Rückspiel in Göteborg am 2. August. In der dritte Runde der Qualifikation, wäre bei einem Weiterkommen das rumänische Team von Universitatea Craiova am 9. und 16. August) der Gegner.

Naki fordert Özil zu Kampf gegen Rassismus in Türkei auf

Der kurdischstämmige und in der Türkei bedrohte Ex-St.-Pauli-Profi Deniz Naki hat Mesut Özil in einem offenen Brief dazu aufgefordert, gegen Rassismus jeglicher Art zu protestieren. "Bitte denk dran: Diejenigen, die Dich bei der nächsten Reise in die Türkei mit offenen Armen empfangen, werden genau dieselben sein, die mich rassistisch angreifen", schrieb der ehemalige U21-Nationalspieler bei Facebook.

Naki war im Januar von der türkischen Fußball-Föderation (TTF) lebenslang gesperrt worden. Dem 29-Jährigen wird Diskriminierung und ideologische Propaganda vorgeworfen. "Du sagst, Du findest die Erklärungen des DFB falsch, findest Du die Entscheidungen der TFF über mich ebenfalls rassistisch?", schrieb Naki in Richtung Özil und fügte an: "Wieso zeigst Du diese Reaktion nicht, wenn es in der Türkei immer mehr zu rassistischen und faschistischen Angriffen auf mich oder auf kurdischstämmige oder anderen Minderheiten zugehörenden Fußballer kommt?"

Naki war 2017 in der Türkei nach angeblicher Unterstützung der kurdischen Arbeiterpartei PKK in sozialen Medien wegen "Terrorpropaganda" zu 18 Monaten und 22 Tagen Haft auf Bewährung verurteilt worden. Später wurden auf ihn auf der A4 nahe seiner Geburtsstadt Düren aus einem fahrenden Auto zwei Schüsse abgefeuert, Naki blieb unverletzt.

"Ich fordere Dich dazu auf, nicht nur gegen den Rassismus in Deutschland zu kämpfen, sondern auch gegen jegliche Arten davon auf der Welt. Ich fordere Dich dazu auf, den in der Türkei den Kurden entgegengebrachten Rassismus und Faschismus sensibel wahrzunehmen und diesen ebenfalls zu bekämpfen. Rassismus ist eine Krankheit. Gestern hat es mich betroffen, heute betrifft es Dich, und übermorgen wird es jemand anderes sein", schrieb Naki.

Ferguson dankt Klinik: "Würde hier heute nicht sitzen"

Trainerlegende Sir Alex Ferguson hat sich zwei Monate nach seiner Not-Operation infolge einer Hirnblutung erstmals zu Wort gemeldet und beim zuständigen Krankenhauspersonal bedankt. Ohne die Ärzte und Pfleger "würde ich hier heute nicht sitzen", sagte der 76-Jährige am Donnerstag und hob die "großartige Behandlung" hervor. Der langjährige Teammanager von Manchester United hatte Anfang Mai mehrere Tage auf der Intensivstation gelegen.

Ferguson bedankte sich in einem über Twitter verbreiteten Video zudem für die zahlreichen Genesungswünsche. "Die Nachrichten aus der ganzen Welt haben mich sehr demütig werden lassen. Vielen Dank für die Unterstützung", sagte der Schotte.

Löw, schau her: Sané trifft gegen Klopp

Vielen Fans der deutschen Nationalmannschaft ist es nach wie vor ein Dorn im Auge, warum Bundestrainer Joachim Löw bei der WM auf Leroy Sané verzichtete. Für einige Experten war diese Entscheidung sogar der Anfang vom Ende des historischen DFB-Debakels in Russland.

Da der 22 Jahre alte Sané unerwarteten Urlaub während der WM erhielt, konnte er früher in die Saisonvorbereitung von Manchester City einsteigen. Und der Flügelstürmer scheint sich schon in Topform zu befinden, wie er nun bei seinem Tor gegen den FC Liverpool bewiesen hat, als er bei seinem Sprint von der Mittellinie nicht aufzuhalten war und im Eins-gegen-Eins gegen den Torhüter der Reds die Nerven behielt. Auch der teuerste Verteidiger der Geschichte, Virgil van Dijk, der im Winter für knapp 80 Millionen Euro zu Liverpool gewechselt war, konnte Sané nicht stoppen.

Beim Anblick dieser starken Einzelaktion dürfte auch Löw ins Grübeln kommen, warum er auf diese Qualität freiwillig verzichtete.

Trotz Sanés Führungstreffers gewann die Mannschaft von Jürgen Klopp mit 2:1 gegen den von Pep Guardiola trainierten englischen Meister. Der nur eine Minute zuvor eingewechselte ägyptische Star Mohamed Salah (63.) und der Senegalese Sadio Mané mit einem Foulelfmeter in der Nachspielzeit (90.+4) drehten die Partie in East Rutherford bei New York noch.

AS Rom an Leipzigs Forsberg dran

Die Italiener sollen laut „Bild“ schon vor der WM bei RB Leipzig wegen Gesprächen mit Emil Forsberg angefragt haben. Die Sachsen hätten dies jedoch abgelehnt. Laut RB- Trainer und -Sportdirektor Ralf Rangnick gab es aber keine Anfrage. „Ich habe in den letzten fünf Wochen nichts gehört. Niemand hat uns je kontaktiert. Und das ist das Beste, was aktuell passieren kann. Emil ist ein wichtiger Spieler für uns. Wir wollen ihn behalten und er weiß das“, sagte er vor dem ersten Qualifikationsspiel in der Europa League gegen BK Häcken (Donnerstag, 18.30 Uhr/DAZN live).

Leipzigs Mittelfeldspieler, der bei der WM mit der schwedischen Nationalmannschaft im Viertelfinale an England gescheitert war, kokettiert schon seit Längerem mit Abwanderungsgedanken zu einem größeren Club. Bisher blockte RB aber immer ab. Sein Vertrag bei den Leipzigern läuft noch bis Sommer 2022 ohne Ausstiegsklausel. Bei der WM vermied Forsberg, der am Donnerstag aus seinem WM-Urlaub nach Leipzig zurückkehrte, ein Bekenntnis pro RB.

Gänzlich schließt Rangnick einen Transfer des 26-Jährigen aber nicht aus. „Wenn nicht noch etwas Großes passiert“, sagte der 60-Jährige. Die Sachsen sollen ab einer Summe von 40 Millionen Euro bereit sein, über einen Verkauf des Schweden nachzudenken.

Javi Martínez verletzt sich am Knie

Der FC Bayern München rechnet nicht mit einem längeren Ausfall von Fußball-Profi Javi Martínez. Der 29 Jahre alte Spanier verletzte sich im ersten Spiel auf der USA-Tour des deutschen Rekordmeisters in Philadelphia beim 0:2 gegen Juventus Turin am rechten Knie. Mit einem dicken Verband um das Gelenk verließ der Defensivspieler das Stadion.

„Bei Javi sieht es so aus, dass er eine Muskelquetschung erlitten hat“, teilte Trainer Niko Kovac nach der Partie beim International Champions Cup mit. Beim Zweikampf sei der Gegenspieler hinten auf die Kniekehle von Martínez gefallen. Es sei aber „nichts kaputtgegangen“, berichtete Kovac. „Wir wollten kein Risiko eingehen. Deswegen haben wir ihn rausgenommen.“

Klopp stärkt Torhüter Karius

Jürgen Klopp hat zwei Monate nach dem verlorenen Champions-League-Finale gegen Real Madrid (1:3) die Gehirnerschütterung seines Torhüters Loris Karius für dessen Patzer verantwortlich gemacht. „Niemand glaubt, was in Kiew passiert ist. Aber es ist zu hundert Prozent wahr“, sagte der Trainer des FC Liverpool in einem BBC-Interview. „Jeder, der das mal gehabt hat, weiß, dass sich Situationen nur schwer beurteilen lassen. Du vergisst Sachen und andere müssen dir sagen, wie du dich verhalten hast.“ So sei das gewesen, aber das interessiere niemanden, sagte der 51-Jährige.

Karius hatte bei dem Finale in der Ukraine zwei Fehler gemacht, die zu Toren für Real führten. Kurz darauf war bei ihm eine Gehirnerschütterung diagnostiziert worden, die er sich bei einem Zusammenprall mit Real-Verteidiger Sergio Ramos zugezogen haben soll. Auch in den bisherigen Vorbereitungsspielen Liverpools unterliefen Karius Fehler. Die Reds hatten erst vor Kurzem den brasilianischen Nationalkeeper Alisson als neue Nummer eins verpflichtet.

„Ich denke wirklich, dass Loris zu 100 Prozent unser Torhüter ist. Daran hat sich nichts geändert. Ist das die einfachste Periode seines Lebens? Sicher nicht. Kann ihn das stärker machen? 100 Prozent ja“, meinte Klopp. „Er ist immer noch jung. Er hat außergewöhnliche Fähigkeiten. Das große Ziel ist es, diese auf den Platz zu bringen.“

Pavards Tor zum Treffer der WM gewählt

Das Tor von Stuttgarts Benjamin Pavard für Frankreich gegen Argentinien ist von den Fans zum Treffer der WM gewählt worden. Der 22 Jahre alte Verteidiger hatte den aufspringenden Ball perfekt mit dem Außenrist getroffen und aus 17 Metern das zwischenzeitliche 2:2 beim 4:3-Sieg im Achtelfinale gegen die Südamerikaner erzielt.

Auf Rang zwei wählten die Anhänger den Freistoßtreffer des Kolumbianers Juan Quintero im Gruppenspiel der Weltmeisterschaft gegen Japan. Auf Rang drei landete der Fernschuss des Kroaten Luka Modric zum 2:0 beim 3:0-Erfolg gegen Argentinien.

Uefa betraft Olympique Marseille für Fan-Ausschreitungen

Olympique Marseille muss sein nächstes Heimspiel in einem europäischen Vereinswettbewerb hinter verschlossenen Türen austragen. Zudem schloss die Uefa die Franzosen wegen Fan-Ausschreitungen von ihrem nächsten Clubwettbewerb aus, setzte diese Strafe jedoch für zwei Jahre zur Bewährung aus. Marseille darf damit in der kommenden Saison in der Europa League spielen.

Die Strafen beziehen sich uf unterschiedliche Arten des Fehlverhaltens von Zuschauern in vier Partien der vergangenen Saison. Unter anderem im Europa-League-Viertelfinale gegen RB Leipzig und bei der Finalniederlage gegen Atlético Madrid hatten sich Anhänger der Südfranzosen daneben benommen.

Marseille soll zudem für Schäden im Stadion von Olympique Lyon aufkommen, in dem das Endspiel stattfand. Zusätzlich soll der Club 100.000 Euro Strafe zahlen und muss für eine weitere europäische Heimpartie Teile seines Stadions geschlossen lassen.

Schürrle auf Leihbasis bis 2020 nach Fulham

Angreifer Andre Schürrle wechselt für zwei Jahre auf Leihbasis von Borussia Dortmund nach England zum FC Fulham. Der BVB und der Premier-League-Aufsteiger bestätigten das Leihgeschäft mit dem Weltmeister von 2014 am Mittwochabend gleichzeitig. Bereits zuvor hatte das Fachmagazin Kicker spekuliert, dass der Wechsel nur leihweise zustande kommen könnte.

Der BVB hatte Schürrle von der USA-Reise „aufgrund von Verhandlungen mit einem anderen Club“ freigestellt. Fulham ist für den 27-Jährigen die zweite Station auf der Insel: Zwischen 2013 und 2015 stand der frühere Mainzer beim FC Chelsea unter Vertrag. Dortmund hatte Schürrle vor zwei Jahren für 30 Millionen Euro vom VfL Wolfsburg verpflichtet, die Erwartungen konnte der gebürtige Ludwigshafener jedoch nicht erfüllen.

Petersen: „Ich bin großer Özil-Fan“

Freiburgs Stürmer Nils Petersen bedauert den Rücktritt von Mesut Özil aus der DFB-Elf. „Es ist schade, wenn Politik und Fußball vermischt werden“, sagte der 29-Jährige am Mittwoch im Trainingslager seines Teams im österreichischen Schruns. „Ich bin Deutschland-Fan und ich bin ein großer Özil-Fan. Nachdem er jahrelang seine Knochen hingehalten hat, hätte er einen schöneren Abschied verdient.“

Petersen hat die Hoffnung nicht aufgegeben, dass zu seinem einen Länderspiel für Deutschland noch weitere hinzu kommen. „Ich habe Blut geleckt, aber versuche mir keinen Druck zu machen“, sagte der Topstürmer des SC Freiburg. Nach dem frühen Ausscheiden der DFB-Elf in Russland würden aber „die Karten ganz neu gemischt“ und auch Spieler wie Mark Uth, Niclas Füllkrug oder Davie Selke würden sich jetzt wahrscheinlich Hoffnungen machen, vermutet er.

BVB verliert gegen Benfica im Elfmeterschießen

Borussia Dortmund hat zum Abschluss seiner Sommer-Tour in den USA eine knappe Niederlage kassiert. Die Mannschaft von Trainer Lucien Favre verlor am Mittwoch (Ortszeit) gegen Benfica Lissabon trotz einer Zwei-Tore-Führung am Ende mit 3:4 im Elfmeterschießen. Den entscheidenden Elfmeter für die Portugiesen verwandelte Eduardo Salvio vor etwas mehr als 16.000 Zuschauern im Heinz Field in Pittsburgh im US-Bundesstaat Pennsylvania. Zum Ende der regulären Spielzeit lautete der Spielstand zwischen den beiden europäischen Spitzenteams 2:2 (2:0).

Beim dritten und letzten International-Champions-Cup-Auftritt des BVBs sorgte der 24-jährige Maximilian Philipp (20. Minute/22. Minute) mit einem Doppelpack für die Führung der Dortmunder. Nach dem Seitenwechsel kämpfte sich der portugiesische Rekordmeister durch Treffer von André Almeida (51.) und Alfa Semedo (66.) zurück ins Spiel. Eine Verlängerung gibt es beim International Champions Cup nicht.

Tite bleibt Nationaltrainer Brasiliens

Brasiliens Erfolgscoach Tite bleibt Trainer der Selecao. Der 57-Jährige verlängerte seinen am Monatsende auslaufenden Vertrag beim fünfmaligen Weltmeister wie erwartet bis zum Ende der WM 2022. Damit ist Tite der erste Coach seit Claudio Coutinho vor 40 Jahren, der trotz des Ausscheidens bei einer Weltmeisterschaft (1:2 im Viertelfinale gegen Belgien) an Bord bleiben darf.

Der nächste Gradmesser für Tites Arbeit wird aber die Copa America im kommenden Jahr im eigenen Land. Brasilien hat das älteste Kontinentalturnier der Welt zuletzt 2007 gewonnen und schaffte bei den vergangenen drei Auflagen nicht einmal mehr den Sprung unter die letzten Vier. Der 57-Jährige hatte die Selecao im Juni 2016 übernommen, sie anschließend von Platz sechs bis zur Spitzenposition in den südamerikanischen WM-Eliminatorias geführt.