Fußball-Ticker

WM-Qualifikation: Island auf Russland-Kurs – Türkei raus

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Spanien in Russland dabei, Italien zittert

Spanien hat sich als zehnte Mannschaft für die Weltmeisterschaft 2018 in Russland qualifiziert. Der Weltmeister von 2010 kam in Alicante zu einem sicheren 3:0 (3:0) gegen Albanien und führt einen Spieltag vor Ende der Qualifikation die Gruppe G mit 25 Punkten an. Italien musste sich in Turin mit einem 1:1 (1:0) gegen Mazedonien zufriedengeben und hat vor dem Qualifikations-Abschluss einen Rückstand von fünf Zählern. Italien muss am Montag in Albanien antreten, Spanien ist in Israel zu Gast.

Island steht vor seiner ersten Teilnahme bei einer WM. Mit dem überraschend deutlichen 3:0 (2:0) in der Türkei in Eskisehir übernahmen die Nordeuropäer die Führung in der Gruppe I und machten einen großen Schritt Richtung Russland. Vor dem Abschluss am Montag gegen den Tabellenletzten Kosovo in Reykjavik haben die Isländer zwei Punkte Vorsprung auf Kroatien.

Die Kroaten kamen in Rijeka gegen Finnland nicht über ein 1:1 (0:0) hinaus und müssen am Montag zu den punktgleichen Ukrainern nach Kiew. Die Ukraine wahrte ihre Chance durch ein 2:0 (0:0) gegen den Kosovo.

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Serbien hat die vorzeitige Qualifikation verpasst. Ohne den auf der Bank schmorenden HSVer Filip Kostić unterlag die Mannschaft von Trainer Slavoljub Muslin Österreich nach einer 1:0-Führung in Wien noch mit 2:3. Die Serben bleiben in Gruppe D mit 18 Punkten zwar weiterhin Spitzenreiter, allerdings liegt Wales auf Rang zwei nur noch einen Zähler dahinter. Die Waliser hatten am Freitag 1:0 (0:0) in Georgien gewonnen. Auch Irland (16) hat als Dritter noch die Chance auf den Gruppensieg.

Ancelotti fühlte sich nicht unterstützt

Carlo Ancelotti hat sich nach seiner Entlassung bei Bayern München eine kleine Spitze gegen den deutschen Rekordmeister erlaubt. "Ein Trainer fasst Beschlüsse. Es hängt von der Intelligenz der Spieler ab, diese zu akzeptieren", sagte der 58-Jährige in einem Interview mit dem italienischen Sender Sky Sports und ergänzte mit Blick auf die Vereinsverantwortlichen: "Ein Club müsste die Kraft haben, den Coach bei diesen Beschlüssen zu unterstützen."

Vom FC Bayern scheide er freilich nicht im Unfrieden, betonte Ancelotti. "In 22 Jahren als Trainer habe ich gute Beziehungen zu allen Clubs unterhalten, für die ich gearbeitet habe, auch zum FC Bayern." Die Trennung hat er offensichtlich schon verarbeitet. "Der FC Bayern ist die Vergangenheit. Nach Ende eines Abenteuers beginnt ein weiteres", sagte er. Ancelotti ergänzte, er werde sich zehn Monate Pause gönnen und danach einen neuen Club suchen.

Als Trainer der italienischen Nationalmannschaft sieht sich Ancelotti allerdings noch nicht. "Dieser Tag ist noch weit entfernt. Ich habe noch Lust auf die tägliche Arbeit, auf den Geruch des Grases auf dem Spielfeld. Wenn ich dieses Bedürfnis nicht mehr spüren werde, werde ich eine Nationalelf übernehmen. Wenn es die italienische ist, umso besser", sagte er.

Ancelotti dementierte auch ein Interesse am Trainerposten beim AC Mailand. Dessen Coach Vincenzo Montella steht nach einem schlechten Saisonstart in der Kritik.

Heynckes-Rückkehr perfekt

Die Rückkehr von Trainer Jupp Heynckes zum FC Bayern München ist perfekt. Der 72-Jährige tritt am Montag das Amt beim deutschen Rekordmeister an. Das gab der FC Bayern am Freitagnachmittag bekannt.

"Ich wäre zu keinem anderen Verein der Welt zurückgekehrt, aber der FC Bayern München ist eine Herzensangelegenheit für mich", sagte Heynckes. "Mein Trainerteam und ich werden nun alles daransetzen, dass die Mannschaft den Fans bald wieder erfolgreichen Fußball präsentieren wird." Heynckes' Assistenten werden Peter Hermann, aktuell in gleicher Funktion bei Fortuna Düsseldorf tätig, und Hermann Gerland, der seine Tätigkeit als sportlicher Leiter des Nachwuchsbereichs des FC Bayern bis Saisonende ruhen lassen wird.

Jupp Heynckes' Trainerkarriere in Bildern:

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Heynckes tritt in München bis zum Saisonende die Nachfolge von Carlo Ancelotti an, von dem sich die Bayern vor einer Woche getrennt hatten. Sportdirektor Hasan Salihamidžić sagte: „Jupp Heynckes ist ein Meister in Sachen Menschenführung und Taktik. Wir sind überzeugt davon, dass er genau der richtige Mann ist, um die Mannschaft in der aktuellen Situation wieder zum Erfolg zu führen und unsere Ziele zu erreichen.“

Düsseldorf gibt Hermann frei

Zuvor hatte Zweitliga-Spitzenreiter Fortuna Düsseldorf seinen Co-Trainer Peter Hermann für einen Wechsel zu den Bayern freigegeben. Die Nachfolge will die Fortuna in Kürze regeln und bekannt geben.

Fortunas Vorstandsboss Robert Schäfer betonte: „Die Verhandlungen mit dem FC Bayern München waren fair und konstruktiv. Wir haben ein Ergebnis erzielt, mit dem alle Seiten zufrieden sein können.“ Chefcoach Friedhelm Funkel erklärte: „Auch wenn ich es sehr bedauere, dass Peter Hermann unser Trainerteam verlässt, kann ich seinen Wunsch verstehen. Er wurde von seinem Freund Jupp Heynckes kontaktiert und möchte ihm helfen. Unsere Saisonziele werden sich dadurch nicht ändern.“

Kommentar: Heynckes – der alte Mann und die Stars

Hermann hatte am Morgen betont, dass er schweren Herzens um die Freigabe gebeten hatte: „Es fällt mir sehr, sehr schwer. Aber mich verbindet mit Jupp Heynckes sehr viel, und ich möchte ihm den Gefallen tun. Ich habe ihm viel zu verdanken und möchte ihm etwas zurückgeben.“ Hermann arbeitete bereits in Leverkusen und während einer früheren Amtszeit in München als Cotrainer von Heynckes – unter anderem beim Gewinn des Triples 2013.

Beckenbauer von Heynckes-Rückkehr überrascht

Bayern-Ehrenpräsident Franz Beckenbauer zeigte sich erstaunt über die Rückkehr von Jupp Heynckes auf die Trainerbank der Münchner. „Ich bin überrascht, dass sich der Jupp das Wagnis antut. Je mehr ich darüber nachdenke, desto besser gefällt mir seine Rückkehr“, zitierte die „Bild“-Zeitung am Freitag den früheren Weltmeister.

Heynckes soll die sportlichen Sorgen der Bayern lösen, die in der Bundesliga bereits fünf Punkte hinter Spitzenreiter Borussia Dortmund liegen und in der Champions League zuletzt 0:3 bei Paris Saint-Germain verloren. „Ich glaube, er kann die Situation in den Griff bekommen. Eines ist klar: Jetzt muss die Mannschaft Charakter zeigen und darf sich nicht länger hinter dem Trainer verstecken“, sagte Beckenbauer.

Pokalmodus bleibt bestehen

Der aktuelle Austragungsmodus des DFB-Pokals bleibt unangetastet. Darauf haben sich der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und die Deutsche Fußball Liga (DFL) bei einem Spitzengespräch in Frankfurt am Main geeinigt. Wie bisher wird die erste Hauptrunde mit 64 Mannschaften ausgetragen, darunter alle 18 Erstligisten. Damit sind die DFL-Bestrebungen, die für einen internationalen Wettbewerb qualifizierten Clubs von der Auftaktrunde zu befreien, vorerst vom Tisch.

"Der DFB-Pokal bezieht seinen Reiz aus den Begegnungen 'Klein gegen Groß', dabei bleibt es. Jeder Pokalteilnehmer kann weiter seinen Traum von einem Los gegen Bayern München oder Borussia Dortmund träumen", sagte DFB-Präsident Reinhard Grindel.

Die Übereinkunft wird Bestandteil eines neuen DFB-Grundlagenvertrages zwischen DFB und DFL werden. Dieser soll auf einem außerordentlichen DFB-Bundestag am 8. Dezember verabschiedet werden. Den Delegierten werden dann auch Anträge zum Bau der neuen DFB-Zentrale auf der ehemaligen Galopprennbahn in Frankfurt sowie zu einer reformierten Aufstiegsregelung zur Dritten Liga vorliegen.

Katanec tritt als Nationaltrainer ab

Der frühere Stuttgarter Bundesliga-Profi Srecko Katanec hat seinen Rücktritt als Nationaltrainer Sloweniens angekündigt. Einen Tag nach der 0:1-Niederlage gegen England in der Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2018 in Russland teilte Katanec mit, dass er seinen Posten am Sonntag nach dem abschließenden Qualifikationsspiel gegen Schottland abgeben werde.

Die Slowenen haben in der Gruppe F hinter den bereits qualifizierten Engländern noch eine kleine Chance auf die Play-offs, wenn sie gegen Schottland gewinnen und die Slowakei zu Hause gegen Malta verliert.

Iniesta unterschreibt Vertrag auf Lebenszeit

Clublegende Andrés Iniesta hat in politisch unruhigen Zeiten seine Treue zum FC Barcelona unter Beweis gestellt. Der Kapitän des katalanischen Topclubs unterschrieb am Freitag in Barcelona einen lebenslangen Vertrag. Damit wird der spanische Nationalspieler, der bereits seit seinem zwölften Lebensjahr das Barça-Trikot trägt, seine Karriere beim Verein aus der Primera División beenden. Der 33 Jahre alte Mittelfeldakteur erzielte in 639 Spielen für den FC Barcelona 55 Tore und konnte 30 Titel mit dem Verein gewinnen.

Der FC Barcelona hatte zu Wochenbeginn an dem Generalstreik in der nach Unabhängigkeit strebenden Region Katalonien teilgenommen. Am vergangenen Sonntag hatte das Team von Nationaltorhüter Marc-André ter Stegen und Superstar Lionel Messi vor leeren Rängen im Camp Nou 3:0 gegen UD Las Palmas gewonnen. Die Partie fand ohne Zuschauer statt, nachdem der FC Barcelona vergeblich versucht hatte, das Spiel wegen der Unruhen und der Polizeigewalt rund um das Unabhängigkeitsreferendum zu verschieben.

Hoffenheim von Nagelsmann-Spekulationen überrascht

Sportdirektor Alexander Rosen von 1899 Hoffenheim zeigt sich von den Gerüchten um einen möglichen Wechsel von TSG-Coach Julian Nagelsmann zum Rekordmeister Bayern München überrascht. "Man muss sagen, dass alles auf reinen Spekulationen basiert. Es gab und gibt keine Anfrage des FC Bayern München – weder an mich noch an unsere Geschäftsführung, noch an Dietmar Hopp", sagte Rosen in einem Interview mit dem Sender Sky Sport News HD: "Nur weil ganz viele Leute voneinander abschreiben, Nachrichten und Spekulationen kopieren, werden diese noch lange nicht zu Fakten. Insofern überrascht mich die Intensität des Themas doch sehr."

Nagelsmann gilt als Kandidat auf den Trainerposten beim FC Bayern München zur neuen Saison. Er selbst hatte kürzlich den Posten als persönliches Ziel genannt und baut in München derzeit ein Haus.

Hilbert in die Zweite Liga

Zweitliga-Schlusslicht SpVgg Greuther Fürth hat den früheren Nationalspieler Roberto Hilbert verpflichtet. Wie die Franken am Freitag mitteilten, erhält der Flügelspieler einen Vertrag bis zum 30. Juni 2019. Hilbert war bereits zwischen 2004 und 2006 in Fürth aktiv und bestritt in dieser Zeit 60 Ligapartien. Anschließend stand der heute 32-Jährige beim VfB Stuttgart, bei Besiktas Istanbul und Bayer 04 Leverkusen unter Vertrag. In Leverkusen war Hilberts Kontrakt im Sommer ausgelaufen. Für die Nationalelf lief er achtmal auf.

„Ich habe zuletzt privat mit einem Fitnesstrainer gearbeitet und mich so in Form gebracht. Ich hoffe, dass ich der Mannschaft schon sehr schnell helfen kann“, sagte der gebürtige Forchheimer. „Roberto hat auf hohem Niveau national und international viele Schlachten geschlagen. Mit seiner Erfahrung kann er Stabilität und Sicherheit in unsere Mannschaft einbringen“, sagte Präsident Helmut Hack.

96-Fans wollen nicht mit Kind reden

Hannover 96 droht im Streit mit seinen Fans eine neue Eskalationsstufe. Die Anhänger des Aufsteigers haben das Gesprächsangebot der Clubführung um Präsident Martin Kind abgelehnt. Ein „Dialog unter der Prämisse der Vertraulichkeit“ komme „unter keinen Umständen in Frage“, heißt es in einem Schreiben, das am Freitag von 90 Fanclubs an die 96-Verantwortlichen verschickt wurde.

Die Anhänger fordern weiterhin eine schriftliche Beantwortung ihres Fragenkatalogs bis zum 10. Oktober. Der Verein hatte auf den Ende September veröffentlichten offenen Brief reagiert, indem er am Donnerstag seinen Fans ein Gespräch zur bevorstehenden Mehrheitsübernahme durch Präsident Kind anbot.

Teile der Fanszene sind strikt gegen die Pläne des 73-Jährigen und protestieren seit Wochen gegen die Übernahme durch Kind. Unter dem Streit litt zuletzt auch die Stimmung bei den Heimspielen in der WM-Arena am Maschsee.