Fußball-Ticker

Boatengs Rückkehr in die Bundesliga ist perfekt

Aktuelle Meldungen, heiße Gerüchte, scharfe Zitate, Verletzungen und Transfergeflüster. Der Fußball-Ticker hält Sie auf dem Laufenden.

Tottenham mit Rekordtransfer

Der englische Vizemeister Tottenham Hotspur hat fünf Tage nach dem Premier-League-Auftakt bei Newcastle United (2:0) die erste Verpflichtung der Saison bekannt gegeben. Von Europa-League-Finalist Ajax Amsterdam wechselt der kolumbianische Innenverteidiger Davinson Sanchez (21) laut Medienberichten für 42 Millionen Pfund (rund 46 Millionen Euro) nach London. Mehr Geld hat Tottenham in seiner Vereinsgeschichte bislang noch nie für einen Spieler ausgegeben.

Huth vor Comeback

Ex-Nationalspieler Robert Huth steht dem englischen Premier-League-Club Leicester City nach seiner Knöcheloperation offenbar wieder zur Verfügung. "Robert hat am Montag 60 Minuten für unsere U-23-Mannschaft gespielt. Danach hat er mittrainiert, das ist ein großes Plus für uns", sagte Leicesters Teammanager Craig Shakespeare am Freitag auf der Pressekonferenz vor dem zweiten Saisonspiel am Sonnabend gegen Aufsteiger Brighton & Hove Albion (16 Uhr).

Das Comeback des früheren deutschen Nationalspielers Huth kommt damit deutlich früher als erwartet. Mitte Juli hatte es geheißen, der seit Freitag 33-Jährige falle bis zu zwei Monate aus. Zum Saisonauftakt hatte Leicester, der Überraschungsmeister von 2016, beim FC Arsenal 3:4 verloren.

Grindel begnadigt Rostock

DFB-Präsident Reinhard Grindel hat den Drittligisten Hansa Rostock begnadigt. Vier Tage nach dem Skandalspiel im Pokal gegen Hertha BSC (0:2) gab der Verband bekannt, dass die Strafe eines Komplettausschlusses der eigenen Fans für die Auswärtsspiele am siebten Spieltag beim 1. FC Magdeburg und am zwölften Spieltag beim Aufsteiger Carl Zeiss Jena vom Tisch sei.

"Mit der Entscheidung unterstreicht der Präsident noch einmal sehr deutlich, wie wichtig ihm der Dialog ist", sagte DFB-Mediendirektor Ralf Köttker: "Die anstehenden Gespräche mit Vertretern von Fan-Organisationen und Ultra-Gruppen sollen nicht durch zurückliegende und noch nicht vollzogene Beschlüsse über Kollektivstrafen belastet werden."

Grindel kam einem Gnadengesuch des Vereins nach. Dies war vor dem Hintergund der jüngsten Erklärung des DFB eingereicht worden, den offenen Dialog mit den aktiven Fanszenen und Vereinen zu suchen und auf das Verhängen von Kollektivstrafen zu verzichten. Voraussetzung für den Straferlass sei eine Spende des Klubs über 24.000 Euro an die Robert-Enke-Stiftung, teilte der DFB weiter mit.

Insgesamt hatte der DFB den ehemaligen Bundesligisten am 9. August wegen unsportlichen Verhaltens der Anhänger in elf Fällen zu einem Komplettausschluss der eigenen Fans bei vier Auswärtsspielen verurteilt. Für zwei Spiele davon war die Strafe zur Bewährung ausgesetzt worden.

Boateng-Wechsel nach Frankfurt perfekt

Der Wechsel von Kevin-Prince Boateng zu Eintracht Frankfurt ist perfekt. Der 30 Jahre alte Mittelfeldspieler unterschrieb am Freitag einen Dreijahresvertrag bei der Eintracht und kehrt damit nach zwei Jahren beim AC Mailand und dem spanischen Club UD Las Palmas in die Bundesliga zurück.

„Er hat bei großen Turnieren gespielt und für große Vereine gespielt. Das zeigt, welche Fähigkeiten er hat“, sagte der Frankfurter Trainer Niko Kovac. „Wir bekommen mit ihm sehr viel Variabilität, sehr viel Mentalität und sehr viel Erfahrung in die Mannschaft. Er wird für den Club alles geben.“ Boateng soll noch am Freitagnachmittag um 16 Uhr in Frankfurt offiziell vorgestellt werden.

Juventus holt Matuidi

Sami Khedira bekommt bei Juventus Turin Konkurrenz im Mittelfeld. Die Turiner gaben die Verpflichtung des 56-maligen französischen Nationalspielers Blaise Matuidi von Paris St. Germain bekannt. Der 30-Jährige erhält beim Champions-League-Finalisten der abgelaufenen Saison einen Vertrag bis 2020.

Wie Juventus weiter bekannt gab, liegt die Ablösesumme für Matuidi bei 20 Millionen Euro. Hinzu können Bonuszahlungen in Höhe von bis zu 10,5 Millionen Euro kommen. Matuidi ist wie Khedira auf der Position im zentralen Mittelfeld zu Hause. Er gilt als zweikampfstarker Balleroberer.

Schalke erteilt Höwedes-Wechsel Absage

Benedikt Höwedes und Naldo werden in der am Wochenende startenden Bundesliga-Saison definitiv das Trikot des FC Schalke 04 tragen. Das stellte Sportvorstand Christian Heidel am Freitag in Gelsenkirchen klar. Trotz seiner Enttäuschung über die Absetzung als Kapitän des Bundesligisten durch den neuen Trainer Domenico Tedesco gebe es „null Komma null Tendenzen“, dass Höwedes den Verein verlasse, meinte Heidel. Allerdings war der 29 Jahre alte Weltmeister wohl so tief getroffen, dass er angeblich sogar eine Veränderung zumindest in Erwägung gezogen haben soll.

Über Medienspekulationen, der VfL Wolfsburg wolle den erst im Vorjahr verpflichteten brasilianischen Abwehrchef Naldo zurückholen, konnte Heidel nur schmunzeln: „Ich habe das auch gelesen. Naldo ist sehr glücklich auf Schalke. Bei uns braucht in Sachen Naldo keiner anzurufen. Ein Wechsel im Sommer steht überhaupt nicht zur Debatte“, sagte Heidel einen Tag vor dem Saison-Auftaktspiel der Königsblauen gegen RB Leipzig am Sonnabend (18.30 Uhr/Sky).

Bundesliga gedenkt der Opfer von Barcelona

Nach dem spanischen Ligaverband LFP hat auch die Deutsche Fußball-Liga mitgeteilt, vor sämtlichen Partien der ersten und zweiten Liga an diesem Wochenende mit einer Schweigeminute der Terroropfer von Barcelona zu gedenken. Zudem werden die Vereine mit Trauerflor auftreten. Der deutsche Fußball will somit „seine Verbundenheit mit dem spanischen Volk und insbesondere mit den derzeit 15 Spielern aus Spanien in der Bundesliga und 2. Bundesliga“ zum Ausdruck bringen.

Der FC Barcelona bekundete in einer Stellungnahme seine „tiefe Sorge und äußerste Abscheu angesichts des Terroranschlags, der das Herz unserer Stadt getroffen hat“. Der spanische Pokalsieger sprach den Opfern, ihren Angehörigen sowie den Einwohnern und Besuchern Barcelonas sein Mitgefühl aus. Als Zeichen des Respekts für die Opfer würden die Flaggen an den Einrichtungen des Clubs auf halbmast fliegen. Die Spieler beider Seiten würden bei allen Begegnungen des Vereins am Wochenende mit schwarzen Armbinden auflaufen.

Solidarität vom Erzrivalen

Auch Erzrivale Real Madrid gab seine „tiefe Sorge“ über den Vorfall in Barcelona zum Ausdruck. „Der Verein steht den Opfern, ihren Familien und Freunden zur Seite“, hieß es in einer Stellungnahme des spanischen Meisters und Champions-League-Siegers.

Die Spieler von Bartras Ex-Verein FC Barcelona stellten sich am Freitag beim Training zu einer Schweigeminute im Halbkreis auf, wie ein Video des Clubs zeigte. „Wir alle sind Barcelona“, hieß es dazu auf Katalanisch. Auch der Lokalrivale Espanyol Barcelona und Titelkonkurrent Real Madrid versammelten sich zu Schweigeminuten.

Bartra trauert mit seiner Heimatstadt

Der spanische Bundesligaprofi Marc Bartra hat der Opfer des Terroranschlags in seiner Heimatstadt Barcelona gedacht. Bartra, der selbst im April beim Anschlag auf den Mannschaftsbus seines Vereins Borussia Dortmund verletzt wurde, schrieb auf Twitter: „Wo ich geboren wurde, wo ich aufgewachsen bin und wo ich Menschen habe, die ich liebe. All meine Unterstützung den betroffenen Familien. Ich liebe dich, Barcelona.“ Dazu stellte der 26-Jährige ein Foto der Stadt. Bartra war nach dem Anschlag auf den BVB-Bus an Hand und Arm operiert worden.

Auch der deutsche Nationaltorhüter Marc-André ter Stegen vom FC Barcelona ist nach dem Anschlag in der katalanischen Metropole bestürzt über den Terror: „Ich bin tief berührt von dem, was gestern in meiner wundervollen Stadt passiert ist“, twitterte der Nationaltorhüter am Freitagmorgen. „Wir müssen alle mehr geeint sein, als jemals zuvor“, schrieb der 25-Jährige, der seit 2014 beim FC Barcelona unter Vertrag steht. Die Stadt sei ihm ans Herz gewachsen, schrieb er: „T’estimo Barcelona“.

Ein Lieferwagen war am Donnerstag auf der Flaniermeile Las Ramblas in Gruppen von Passanten gerast. Mindestens 14 Menschen wurden getötet und mehr als 100 verletzt.

Hummels wünscht sich mutigere Gegner

Weltmeister Mats Hummels sorgt sich um die spielerische Entwicklung in der Bundesliga – weil in seinen Augen zu viele Mannschaften zu ängstlich agieren. „Es ist wichtig für die fußballerische Entwicklung der Bundesliga, dass es mehr Mannschaften gibt, die gerne Ballbesitz haben wollen“, sagte der Innenverteidiger vom Rekordmeister Bayern München der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.

Seine Mannschaft wolle immer den Ball, „viel Ballbesitz“, sagte der 28-Jährige, sei das Ziel. Hummels merkte zudem an, dass „viele Gegner ihn uns auch gerne überlassen“. Denn das einfachste Spiel ist seiner Meinung nach das „Reinstellen und Kontern“.

Außer den Bayern gibt es laut Hummels nur wenige Teams, „bei denen das anders ist, die den Ball wollen und das auch gut können, auch wenn es zuletzt ein paar mehr geworden sind mit Hoffenheim zum Beispiel, vielleicht nun auch mit Schalke unter dem neuen Trainer Tedesco“.

Glücksfee Kebekus

Comedian Carolin Kebekus spielt bei der Auslosung der 2. Runde des DFB-Pokals am Sonntag die „Losfee“. Gezogen werden die Teams im Rahmen der ARD-“Sportschau“ um 18 Uhr, U-21-Europameister-Trainer Stefan Kuntz fungiert als Ziehungsleiter. Die Sendung wird live aus dem Deutschen Fußballmuseum in Dortmund übertragen, Moderator ist Alexander Bommes.

Schäuble sorgt sich um Fußballfinanzen

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble sieht die immensen Ablösesummen im Fußball kritisch. „Das größte Problem ist, dass das bis in die dritten Ligen in Deutschland hinein die Preise verdirbt“, sagte der CDU-Politiker am Freitag im Sat.1-“Frühstücksfernsehen“ über den Weltrekordtransfer des Brasilianers Neymar vom FC Barcelona zu Paris Saint-Germain.

Der 74-Jährige rief zur Mäßigung auf. „Schon in der Bibel gibt es im Alten Testament den Tanz ums Goldene Kalb. Das ist genau die Geschichte“, sagte Schäuble. „Und im Fußball, wenn sie nicht aufpassen, oder im Sport wird es eines Tages auch passieren, und deswegen ist immer wichtig, immer wieder zu appellieren: Liebe Leute, lasst uns Maß halten!“

Für Neymar (25) bezahlte PSG 222 Millionen Euro, mehr als doppelt so viel wie die vorherige Rekordsumme.

Castro kritisiert Dembélé

Ousmane Dembélé stößt mit seinem Streik bei Borussia Dortmund auch innerhalb der Mannschaft zunehmend auf Unverständnis. Sollte der 20-Jährige wieder beim BVB-Training auftauchen, „würden wir das intern regeln“, sagte Abwehrspieler Gonzalo Castro der „Bild“-Zeitung: „Aber Sie dürfen davon ausgehen, dass wir ihm klipp und klar sagen würden, dass so etwas nicht geht und sein Verhalten mannschaftsschädlich ist.“

Dembélé hat ein Angebot des FC Barcelona, allerdings haben die Katalanen und der BVB bislang keine Einigung erzielt. Der Franzose war vergangene Woche nicht zum Training erschienen und wurde daraufhin von den Westfalen suspendiert. „Wenn das weitergeht, dass ein Spieler sagt: ‘Ein anderer Verein will mich, deswegen trainiere ich hier nicht mehr’ – es wäre fatal für den Fußball, wenn Spieler einfach machen, was sie wollen“, sagte Castro.

Der 30 Jahre alte Castro wies allerdings auch auf das Alter von Dembélé hin: „Man darf nicht vergessen, dass er gerade mal 20 Jahre alt ist, und wir wissen nicht, wer hinter seiner Aktion steckt oder wer ihn leitet. Ich weiß aus meiner Erfahrung, dass ich mit 20 auch nicht alles alleine entscheiden konnte. Aber klar ist auch: Es sind Arbeitsverträge, und der Verein steht über allem.“

Sammer: Dembélé gefährdet BVB-Erfolg

Der frühere BVB-Spieler und -Trainer Matthias Sammer sieht den Erfolg von DFB-Pokalsieger Borussia Dortmund durch den Fall des suspendierten Profis Ousmane Dembélé bedroht. „Mir macht Sorge, was derzeit bei Dortmund passiert. Die großen Stärken des Clubs – das Familiäre, das Zusammengehörigkeitsgefühl, die Ausstrahlung – sind in Gefahr“, sagte Sammer im Interview mit der Zeitung „Die Welt“.

Was den BVB ausmache, sei „derzeit erschüttert“, führte der 49-Jährige aus. Er könne „keinen verstehen, der für einen Spieler Verständnis hat, der nicht zum Training kommt.“ Dieser Fall sei „eine neue Dimension“.

Sammer lobte das bisherige Verhalten der Clubführung und kritisierte Dembélés Einstellung. „Das geht nicht. Ich verurteile dies aufs Schärfste“, sagte Sammer, der im Vorjahr sein Amt als Sportvorstand bei Rekordmeister Bayern München aus gesundheitlichen Gründen niedergelegt hatte. Derzeit ist der Europameister von 1996 als Experte für den TV-Sender Eurosport tätig.

U-19-Frauen scheitern im Halbfinale

Die deutschen U-19-Fußballerinnen haben bei der Europameisterschaft in Nordirland das Finale verpasst. Die Mannschaft von Trainerin Maren Meinert verlor am Donnerstagabend das Halbfinale in Belfast nach Führung noch 1:2 (1:0) gegen Frankreich. Im Endspiel am Sonntag (20.30 Uhr/Eurosport) treffen die Französinnen an gleicher Stelle auf Spanien. Diese hatten sich im ersten Halbfinale gegen die Niederlande mit 3:2 (0:0) durchgesetzt.

„In der ersten Halbzeit haben wir so gespielt, wie wir uns das vorgestellt haben, und vielleicht verpasst, das zweite Tor nachzulegen“, sagte Meinert: „In der zweiten Hälfte haben wir dann komplett den Faden verloren, das müssen wir uns sicher vorwerfen lassen. Die Mannschaft hat trotzdem eine große Turnierleistung abgeliefert.“

Die deutsche Mannschaft, Sieger ihrer Vorrundengruppe vor Spanien, startete gut in die Begegnung und ging noch vor der Pause durch Klara Bühl (40.) in Führung. Nach dem Seitenwechsel wurde Frankreich stärker und kam durch die eingewechselte Julie Thibaud (70.) zum Ausgleich. Nur drei Minuten später erzielte die ebenfalls eingewechselte Emelyn Laurent (73.) das entscheidende Tor für Frankreich.