Nationalmannschaft

Löw und Bierhoff wechseln das Hotel in Hamburg

Selfie-Jäger, aufgepasst! Die Nationalmannschaft geht vor dem Spiel gegen Tschechien im Volksparkstadion in eine neue Herberge.

Frankfurt/Hamburg. In der Frage des Quartiers überlässt die deutsche Fußball-Nationalmannschaft mit Teammanager Oliver Bierhoff und Trainer Joachim Löw nichts dem Zufall. Das Campo Bahia in Brasilien war ein atmosphärischer Schlüssel zum Weltmeister-Titel und wurde sogar im WM-Film verewigt – und das trotz der Kritik an dem abgeschotteten Insel-Dorf. Noch vor der Europameisterschaft 2016, als die Mannschaft am Genfer See logierte, sagte Bierhoff: „Ein zweites Campo Bahia schafft man nicht. Das war verrückt und einmalig."

Verrückt ist sicherlich auch die Idee einer Titelverteidigung in Russland 2018, wenn Verdienste von 2014 und Stimmungen von einst nicht mehr zählen. Und auf dem sportlichen Weg in Putins Reich ändern Kapitän Manuel Neuer, Abwehrchef Jerome Boateng und Co. auch ihre Gewohnheiten. In der Qualifikation, in der am kommenden Sonnabend (8. Oktober) im Hamburger Volksparkstadion Tschechien zu Gast ist und Löws Tross drei Tage darauf in Hannover gegen Nordirland (beide 20.45 Uhr/RTL) spielt, müssen sich die Fans in der Hansestadt für Selfies und Autogramme von und mit den Bundesadler-Bubis umstellen.

Nicht mehr im Side gegenüber der Staatsoper am Stephansplatz residiert die Mannschaft von Mittwoch an. Die Quartiersmanager haben das "Le Méridien" an der Außenalster auserkoren, neben dem "Atlantic" quasi.

Treffen Jogger auf Müller & Co.?

Über die Gründe kann man nur spekulieren. Kann man hier besser die Fitness-Räder aufstellen zum Warmmachen und Regenieren? Ist die Aussicht auf die Alster schöner? Sind die Spieler von der Laufkundschaft – Schüler, Angestellte, Pendler – besser abgeschirmt? Aber die "Lauf-Kundschaft" wird schon da sein. Jeden Tag drehen Tausende Jogger eine Runde um die Außenalster. Da sind Thomas Müller und Co. nur einige von vielen Promis, die hier spazieren.

Will man am kommenden Mittwoch, dem bisher geplanten Ankunftstag der Nationalmannschaft ein Zimmer im "Le Méridien" buchen, muss man 288 Euro für ein Einzelzimmer zahlen. Doch der Preis war für Deutschlands Beste nie ein Argument. Sicherlich schauen andere Top-Hotels neidisch auf das moderne Haus an der Außenalster. Ohnehin ist der Wettbewerb um Promi-Gäste im Top-Segment längst ausgebrochen.

Derzeit fischen das "Vier Jahreszeiten" sowie das "Atlantic" und das "Grand Elysée" viele der hochkarätigen Gäste ab. Das "Side" entspricht bislang der Vorstellung des Deutschen Fußball-Bundes, die Spieler mitten in eine Stadt zu pflanzen, anstatt auf die grüne Wiese. Ist diese Philosophie bereits wieder aufgegeben worden.?

In Hamburg entstehen derzeit weitere Hotels wie das "Westin" in der Elbphilharmonie, das eine zahlungskräftige Klientel anlockt und Klaus-Michael Kühnes Top-Hotel auf der westlichen Alsterseite. Werden hier künftig auch die HSV-Spieler immer absteigen?