Champions League

Cristiano Ronaldo dehnt sich für den FC Bayern München

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Vor dem Halbfinalhinspiel sind bei Real Madrid alle Augen auf den zuletzt verletzten Weltfußballer gerichtet. Der aktuelle Zustand macht den Königlichen dabei genauso Hoffnung wie die Bilanz gegen deutsche Teams.

Madrid/München. Real Madrid veröffentlichte am Sonntag eine Reihe von Fotos aus dem Training auf dem Vereinsgelände Valdebebas. Vor allem Cristiano Ronaldo war darauf zu sehen. Cristiano Ronaldo, wie er sich dehnte. Cristiano Ronaldo, wie er Pässe spielte. Cristiano Ronaldo, wie er sprintete. Cristiano Ronaldo, wie er fest entschlossen dreinblickte. Die Bilder schienen zu sagen: Aufgepasst, Bayern München: CR7 ist bereit.

Keine Frage beherrscht die Gedanken der Real-Anhänger derzeit mehr als jene nach der Fitness des Weltfußballers. Und so werden die vorselektierten Eindrücke als sicheres Zeichen seiner Rückkehr im Hinspiel des Champions-League-Halbfinals am Mittwoch (20.45 Uhr, im Liveticker auf abendblatt.de) gedeutet, wenngleich es dafür noch keine offizielle Bestätigung gibt. Der königliche linke Oberschenkel des Portugiesen, der seit dem Viertelfinal-Hinspiel gegen Borussia Dortmund zwickt, sorgt also für Hoffnung – und auch aus dem März stammende Probleme mit der Patellasehne im linken Knie scheinen überwunden.

Dagegen steht ein Fragezeichen hinter dem Einsatz von Gareth Bale. Der 91 Millionen Euro teure Waliser laboriert an einem grippalen Infekt und fehlte beim Training. Bale hatte am vergangenen Mittwoch mit seinem spektakulären Siegtor zum 2:1 im Finale um den spanischen Pokal gegen den Erzrivalen FC Barcelona für Schlagzeilen gesorgt.

Selbst Rummenigge hofft auf Ronaldo

Superstar Ronaldo hatte schon am Freitag zumindest teilweise das Mannschaftstraining wieder aufgenommen und die Aussicht auf eine Rückkehr genährt. Den Bayern wäre diese offenbar sogar recht, beeindrucken lassen sie sich nicht von dem Getöse um den Angreifer. „Ich bin immer dafür, dass die besten Spieler auf dem Platz stehen, weil das Halbfinale ein großes Spektakel ist, das in die ganze Welt übertragen wird“, sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge am Sonnabend nach dem 2:0 in Braunschweig.

Real Madrid beschwört vor diesem Showdown so alles, was beim deutschen Meister auch nur eine Nuance an Wirkung hinterlassen könnte. Da ist zuvorderst die Statistik im Estadio Bernabeu. Die Königlichen rechnen vor, dass der FC Bayern dort das letzte Mal vor 13 Jahren gewonnen hat (1:0 durch ein Tor von Giovane Elber), dass sie seit elf Spielen gegen deutsche Teams zu Hause ungeschlagen sind, dass auch die letzten beiden Heimspiele gegen die Münchner gewonnen wurden – 2007 und 2012. Dass Madrid dennoch nach Hin- und Rückspiel ausschied, steht da freilich nicht, sondern dass Cristiano Ronaldo im Halbfinale vor zwei Jahren ein Doppelpack gelang.

Bayern haben eine eigene „Bestia Negra“

Und Real hat sich sogar die Mühe gemacht, dem Angstgegner aus Deutschland dessen eigene „Bestia Negra“ vorzusetzen – nämlich Trainer Carlo Ancelotti. Dieser habe sich sechs Mal mit dem FC Bayern duelliert, nie verloren und dazu auf dem Weg zu seinen beiden Champions-League-Titeln mit dem AC Mailand (2003, 2007) jeweils den deutschen Rekordmeister ausgeschaltet. Auch die Madrider Sporttageszeitung AS kam so zur Erkenntnis, dieser Ancelotti müsse für die Bayern ein Schreckgespenst sein.

Dazu hat Real aus dem ersten Titel seit 595 Tagen großes Selbstvertrauen gezogen und weitere Begeisterung entfacht. Das verdiente 2:1 gegen den Erzrivalen FC Barcelona im Finale um die Copa del Rey wurde mit einem Triumphzug zum Cibeles-Brunnen in der spanischen Hauptstadt gefeiert, der aber wohl nur ein Vorgeschmack für eine mögliche Feier der Decima wäre, des zehnten Championstitels der Klubgeschichte. „Dieser Sieg kann unserer Moral einen enormen Schub geben“, sagte Real-Präsident Florentino Pérez.

Und es ist sicherlich auch kein Nachteil für die Königlichen, dass ihnen der spanische Ligaverband ein spielfreies Osterfest schenkte und die angesetzte Begegnung mit Real Valladolid wegen der hohen Anzahl an Pflichtspielen auf den 7. Mai verlegte. Auch Cristiano Ronaldo kam das gelegen.

( (sid) )

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