31. Spieltag der Bundesliga

Bayern siegt glücklich – Dortmund für CL qualifiziert

| Lesedauer: 16 Minuten

Der FC Bayern spielte lange mit angezogener Bremse. Am Ende gab es dann doch ein 2:0 gegen Braunschweig. Dortmund machte es gegen Mainz spannend, gewann aber mit 4:2 auch die direkte Champions League Qualifikation. Bremen und Freiburg mit Siegen und vermutlichem Klassenerhalt. Augsburg torlos gegen Hertha.

Der deutsche Meister Bayern München hat sich mit einem glanzlosen 2:0 (0:0) beim Bundesliga-Letzten Eintracht Braunschweig für das Champions-League-Halbfinale eingeschossen. Vier Tage vor dem Hinspiel bei Real Madrid bescherten Claudio Pizarro (75. Minute) und Mario Mandzukic (87.) dem ersatzgeschwächten Titelverteidiger einen glücklichen Sieg. Über weite Strecken war der ebenfalls dezimierte Tabellenletzte der Fußball-Bundesliga dem Erfolg wesentlich näher als die Bayern, die nach zuvor zwei Niederlagen in der Liga wieder gewannen.

Mit viel Leidenschaft stemmten sich die Niedersachsen gegen den drohenden direkten Wiederabstieg, wurden am Ende aber nicht belohnt. Drei Spieltage vor dem Saisonende bleiben die Braunschweiger mit 25 Punkten Tabellenletzter.

Die Eintracht verzichtete neben den Ausfällen der Stammkräfte Ermin Bicakcic (gesperrt), Domi Kumbela und Benjamin Kessel (beide verletzt) freiwillig auch noch auf Karim Bellarabi und Marcel Correia. Trainer Lieberknecht schmiss beide aus dem Kader, weil sie „einen wichtigen Termin“ verschlafen hatten. „Und das dulde ich nicht“, erläuterte Lieberknecht vor dem Spiel bei Sky.

Trotz der gravierenden Ausfälle waren die Gastgeber lange Zeit mindestens ebenbürtig. Nach einer Schrecksekunde in der zwölften Minute, als Ken Reichel den Ball vor dem freistehenden Arjen Robben weggrätschte, hatte Jan Hochscheidt zweimal die große Chance zur Führung. Nach 18 Minuten köpfte Hochscheidt den Ball nach feiner Flanke von Omar Elabdellaoui neben das Tor. Fünf Minuten später schoss der Offensivmann Bayerns Ersatzkeeper Lukas Raeder den Ball in die Arme.

Raeder stand erneut für die verletzten Manuel Neuer und Tom Starke im Bayern-Tor. Vier Tage vor dem Champions-League-Halbfinale gegen Real Madrid schonte Bayern-Coach Pep Guardiola zu Beginn zudem seine Angreifer Mandzukic und Thomas Müller, die zunächst nur auf der Bank saßen. Es waren dort die einzig namhaften Profis. Dem Meister fehlten zahlreiche Stammkräfte wie David Alaba, Toni Kroos, Rafinha, Thiago und Xherdan Shaqiri.

So stand etwa auch Pierre-Emile Höjbjerg in der Startelf, der nach 26 Minuten den Ball bei der bis dahin größte Chance der Bayern über das Eintracht-Tor jagte. Überzeugend war es nicht, was der dezimierte Meister in der ersten Hälfte beim Schlusslicht zustande brachte. Mit viel Leidenschaft machte Braunschweig es den Gästen schwer und brachte sie oft aus dem Konzept.

Auch in der zweiten Halbzeit kam kaum Struktur ins Spiel der Bayern. Auf beiden Seiten waren Chancen nun Mangelware. Die 23 325 Zuschauer sahen nun eine zerfahrene Partie, in der sich sie Bayern dem spielerischen Niveau des Aufsteigers anpasste. Erst Mario Götzes Pass auf Pizarro ermöglichte die glückliche Führung. Götze stand dabei allerdings wohl leicht im Abseits. In den Schlussminuten machte der eingewechselte Mandzukic alles klar.

BVB nach 4:2 gegen Mainz direkt für Champions League qualifiziert

Das erste Saisonziel ist vorzeitig erreicht: Borussia Dortmund hat sich zum vierten Mal nacheinander direkt für die Champions League qualifiziert. Nach dem 4:2 (2:1)-Erfolg am 31. Spieltag der Fußball-Bundesliga gegen den FSV Mainz 05 ist dem DFB-Pokalfinalisten die erneute Teilnahme an Europas Königsklasse nicht mehr zu nehmen. Mainz bleibt trotz der Niederlage auf Europa-League-Kurs. Niko Bungert wurde in seinem 100. Erstligaeinsatz für den FSV wegen Handspiels (78.) des Feldes verwiesen. Marco Reus verwandelte den fälligen Elfmeter zum Endstand (79. Minute)

Vier Tage nach dem 2:0 gegen Wolfsburg und dem Einzug in das Cup-Endspiel am 17. Mai in Berlin gegen Meister und Vorjahressieger Bayern München machten Milos Jojic (6.), Torjäger Robert Lewandowski (18.), Lukasz Piszczek (56.) und Reus den fünften Pflichtspielerfolg des Tabellenzweiten und den sechsten gegen den FSV in Serie perfekt. Mainz glich in einer hochklassigen Partie durch den Japaner Shinji Okazaki (14./53.) zweimal aus.

Schon nach knapp drei Minuten hätte der BVB vor 80 500 Zuschauern in der ausverkauften Arena führen können, doch der Reus-Freistoß aus 25 Metern ging an den linken Pfosten. Wenig später wurde ein Jojic-Schuss von Oliver Kirch mit angelegter Hand zum 1:0 für den BVB ins Netz abgefälscht. Die Mainzer reklamierten bei Schiedsrichter Markus Schmidt vergeblich auf Nichtanerkennung des Treffers.

Auch beim 1:1 durch Okazaki half ein gegnerischer Spieler mit: Mats Hummels lenkte den Ball unhaltbar für Weidenfeller-Ersatz Mitchell Langerak ins BVB-Tor. Die furios angreifenden Dortmunder verdauten es schnell: Lewandowski nahm ein Zuspiel von Henrich Mchitarjan auf und ließ FSV-Keeper Loris Karius bei seinem 101. Pflichtspieltreffer für Schwarz-Gelb keine Abwehrchance. Der FSV suchte indes weiter seine Chancen und hatte durch Eric Maxim Choupo-Moting (25.) die Möglichkeit zum 2:2 – sein Kopfball strich knapp am BVB-Gehäuse vorbei. Nach 36 Minuten verfehlte ein Reus-Flachschuss sein Ziel nur um einen halben Meter.

Der BVB setzte seinen Sturmlauf auch nach dem Wechsel fort und hatte innerhalb von zwei Minuten dreimal die Chance, auf 3:1 zu erhöhen. Stattdessen fiel nach einem „Blackout“ von Nuri Sahin, der Okazaki den Ball in die Füße spielte, das 2:2. Doch Piszczek legte nur drei Minuten danach per Kopf den dritten Borussia-Treffer nach. Dann foulte Nikolce Noveski BVB-Torjäger Lewandowski – der Elfmeterpfiff blieb trotz der BVB-Proteste ebenso aus wie bei Okazakis vermeintlichem Handspiel auf der Linie (67.).

Borussia-Trainer Jürgen Klopp, der als Coach und Spieler 575 Partien für den FSV bestritt, musste im zehnten direkten Duell gegen seinen Mainzer Nachfolger Thomas Tuchel improvisieren. Zum Abschluss der fünften englischen Woche für den BVB fehlten Keeper Roman Weidenfeller und der gleichfalls angeschlagene Kapitän Sebastian Kehl.

Augsburg nur mit torlosem Remis gegen Hertha

Der FC Augsburg hat im Kampf um einen Platz in der Europa League eine große Chance verpasst. Vor 30 059 Zuschauern musste sich der Tabellenachte am Samstag zu Hause gegen Hertha BSC mit einem mageren 0:0 begnügen und konnte damit die 2:4-Niederlage von Konkurrent FSV Mainz bei Borussia Dortmund nicht nutzen. Berlins Trainer Jos Luhukay, von 2009 bis 2012 Coach der Augsburger, durfte sich bei der erstmaligen Rückkehr an seinen alten Arbeitsplatz nach zuletzt drei Auswärtsniederlagen wenigstens über einen Punkt freuen. Drei Spieltage vor Saisonende beträgt der Rückstand des FCA auf den Tabellensiebten Mainz vier Zähler.

Nach dem biederen 0:0 im Hinspiel mit nur elf Torschüssen als Minuswert der Saison ging es auch im Rückspiel zäh los. Beide Teams leisteten sich zu viele schlampige Abspiele, die allerdings folgenlos blieben. Die Berliner, bei denen der angeschlagene Lewan Kobiaschwili und der verletzte Top-Torjäger Adrian Ramos (16 Treffer) fehlten, mussten schon vor dem Anpfiff einen Rückschlag verkraften. Der gerade wieder genesene Kapitän Fabian Lustenberger verletzte sich beim Aufwärmen am rechten Oberschenkel; für ihn lief der wegen seines frisch tätowierten Oberkörpers vom Coach gerügte John Anthony Brooks auf.

Die mitgereisten Hertha-Fans setzten in einem keineswegs mitreißenden Spiel erstmals nach zehn Minuten zum Torschrei an: Sebastian Langkamp traf mit einem Kopfball die Latte. Der Innenverteidiger, neben Marcel Ndjeng und Hajime Hosogai einer von drei ehemaligen Augsburgern im Gäste-Team, stand dabei nach Ansicht von Schiedsrichter Jochen Drees jedoch im Abseits.

Näher am Führungstreffer waren die Berliner bei zwei Möglichkeiten durch Sandro Wagner (30.) und Ndjeng (45.). Doch der beim 0:2 gegen Hoffenheim kritisierte FCA-Torhüter Marwin Hitz bewahrte seine Elf beide Male vor einem Rückstand.

Auch die Schwaben kamen dem 1:0 zumindest zweimal nahe. Alexander Esswein (27.) setzte sich auf dem rechten Flügel durch, sein Schuss strich nur knapp am langen Eck vorbei. Noch gefährlicher wurde es bei einem Freistoß von Tobias Werner (39.). Jeong-Ho Hong kam nach der scharfen Hereingabe allerdings nicht mehr entscheidend an den Ball – Außenpfosten. Werner stand drei Wochen nach seinem Augenhöhlenbruch etwas überraschend in der FCA-Startformation. Sein Gesicht mit einer schwarzen Maske geschützt warf sich der immer noch am Auge gezeichnete Mittelfeldakteur furchtlos in die Zweikämpfe. Bei seiner Auswechslung in der 58. Minute wurde Werner vom Anhang lautstark gefeiert.

Kein Torjubel vor der Halbzeit-Pause, und auch die Dortmunder 2:1-Führung gegen Mainz wurde eher still zur Kenntnis genommen. Auch nach dem Seitenwechsel taten sich die Augsburger weiter schwer gegen die mit nur neun Punkten schwächste Rückrunden-Mannschaft der Bundesliga.

Mit der Hereinnahme von Löw-Kandidat André Hahn für Werner versuchte Trainer Markus Weinzierl das Offensivspiel seines Teams zu beleben. Hahn, der erstmals seit der Bekanntgabe seines Wechsels nach Mönchengladbach vor dem Heimpublikum ran durfte, konnte wie auch die Joker Raul Bobadilla und Dong Won Ji keine besonderen Akzente setzen. Stattdessen strich ein Schuss von Herthas Tolga Cigerci (69.) knapp am Tor vorbei. Beim in der Schlussphase drängenden FCA wurden Konter schlecht zu Ende gespielt.

Freiburg vor Klassenerhalt

Der SC Freiburg darf sich auf eine weitere Saison in der Fußball-Bundesliga einrichten. Dank einer fulminanten zweiten Hälfte gegen Champions-League-Aspirant Borussia Mönchengladbach holte die Mannschaft von Christian Streich am Samstag beim 4:2 (0:1) ihren fünften Sieg aus den vergangenen sieben Partien und hat mit nun 35 Punkten ein komfortables Polster. Das zunächst drückend überlegene Team von Coach Lucien Favre musste hingegen nach drei Begegnungen ohne Niederlage einen bitteren Rückschlag hinnehmen.

Patrick Herrmann (9. Minute) brachte die anfangs taktisch überlegen auftretenden Gäste mit seinem fünften Saisontreffer in Führung. Admir Mehmedi (51.) sorgte vor 24 000 Zuschauern mit seinem zehnten Tor für den überraschenden Ausgleich, ehe Oliver Sorg (71.) mit einem furiosen Fernschuss und Vladimir Darida (72.) das Spiel vollends drehten. Die Schlusspunkte setzten wieder Mehmedi (87.) und auf der Gegenseite Havard Nordtveit (89.).

Freiburg durfte sich zudem bei Schlussmann Oliver Baumann (65.) bedanken, der einen Foulelfmeter von Filip Daems entschärfte. Vier Minuten später musste Gladbachs Granit Xhaka wegen wiederholten Fouls sogar mit Gelb-Rot vorzeitig zum Duschen.

So hatte sich Lucien Favre den Start im Breisgau mehr als zwölf Jahre nach dem einzigen Borussia-Dreier vor Ort vorgestellt. Nach nur neun Minuten überwand Granit Xhaka mit einem weiten Ball aus der eigenen Hälfte die Freiburger Deckung. Edeltechniker Juan Arango leitete die Vorlage von der linken Gladbacher Seite mustergültig auf Herrmann weiter, der im Duell mit dem indisponierten Christian Günther keine Probleme hatte und locker zur Führung einnetzte.

Für die Freiburger wirkte das Gegentor nur wie ein kleiner Weckruf. Sie zeigten sich im Vorwärtsgang zwar vorübergehend entschlossener, die Borussia ließ den Ball aber wesentlich besser laufen. Auf den letzten Metern fehlte dem SC durchgehend die nötige Präzision.

Gleich zweimal verpasste Raffael dann aus bester Position das 2:0. Nach einem Doppelpass zwischen dem früheren Freiburger Max Kruse und Kapitän Daems verfehlte der Brasilianer (26.) von der Strafraumgrenze knapp das Tor. Vier Minuten später vertändelte Raffael eine Chance fahrlässig, als Julian Schuster für den schon geschlagenen Keeper Oliver Baumann auf der Torlinie retten konnte.

Den Klassenverbleib zum Greifen nahe agierten die Breisgauer viel zu verhalten. Den taktisch hervorragenden Gästen genügten gezielte Kombinationen und schon herrschte Gefahr vor Schlussmann Baumann. Xhaka (41.) verzog vor der Pause schließlich nur knapp. Nur sehr wenig deutete auf ein Freiburger Comeback hin.

Im Einbahnstraßen-Fußball ging es nach dem Wechsel erstmal weiter. Erst ließ Raffael (48.) eine weitere Gelegenheit ungenutzt, dann hätte Immanuel Höhn (49.) mit einem Rückpass aus rund 30 Metern seinen Torwart Baumann fast bloßgestellt. Eine Unaufmerksamkeit in der Borussia-Defensive genügte jedoch zum überraschenden Ausgleich. Eine scharfe Hereingabe von Jonathan Schmid verwandelte Mehmedi.

Für frenetischen Jubel unter den SC-Fans sorgte schließlich Baumann. Den Strafstoß von Daems nach einem ungeschickten Foul von Sorg hielt der 23-Jährige. Nach Gelb-Rot gegen Xhaka spielten die Breisgauer dann sogar die letzten 20 Minuten in Überzahl – und legten so richtig los. Sorg, Darida und erneut Mehmedi machten den SC-Dreier perfekt.

Auch Bremen so gut wie durch

Werder Bremen steht in der Fußball-Bundesliga vor dem Klassenerhalt. Gegen 1899 Hoffenheim kamen die Hanseaten vor 40.100 Zuschauern im fast ausverkauften Weserstadion zu einem 3:1 (1:1)-Erfolg und dürften drei Spieltage vor Saisonende nicht mehr in Gefahr geraten.

Die Gäste gingen schon in der dritten Minute durch Kevin Volland in Führung. Der TSG-Torjäger, mustergültig von Roberto Firmino freigespielt, war aus spitzem Winkel erfolgreich. Für den Ausgleich sorgte in der 18. Minute Philipp Bargfrede mit einem leicht abgefälschten Distanzschuss. Matchwinner der Bremer waren die Torschützen Santiago Garcia (78.) und Nils Petersen (90.+2) sowie Torhüter Raphael Wolf, der einen Foulelfmeter von Sejad Salihovic (86.) hielt.

Die Mannschaft von Trainer Markus Gisdol zeigte insbesondere in der ersten Halbzeit die reifere Spielanlage und hätte in der 37. Minute ein weiteres Mal in Führung gehen können, als Roberto Firmino freistehend an Wolf scheiterte.

Aber auch die Platzherren, die mit viel Laufarbeit ihre technische Unterlegenheit zu kompensieren versuchten, hatten ihre Torchancen. Ein verdeckter Schuss des Bremer Kapitäns Clemens Fritz zwang Hoffenheims Keeper Jens Grahl zu einer Glanzparade.

Nach dem Seitenwechsel änderte sich im Spielablauf wenig. Weiterhin spielten sich die meisten Aktionen im Mittelfeld ab. In der 57. Minute war erneut Grahl zur Stelle, diesmal bei einem Schuss des Bremers Eljero Elia.

Der 60 Sekunden zuvor eingewechselte Jiloan Hamad verpasste das zweite Hoffenheimer Tor in der 62. Minute nur knapp. Zuvor hatten sich bei einer Rettungsaktion die beiden Bremer Bargfrede und Fritz gegenseitig verletzt, Letzterer musste anschließend ausgewechselt und durch Aleksandar Ignjovski ersetzt werden.

In der Schlussphase mündete die Begegnung in einen offenen Schlagabtausch, beide Mannschaften suchten die Entscheidung zu ihren Gunsten. Garcia traf per Kopf nach einem Eckball, dann hatte Wolf seinen großen Auftritt.

Auf Seiten der Norddeutschen, die ihren gelbgesperrten kampfstarken Mittelfeldspieler Zlatko Junuzovic schmerzlich vermissten, verdiente sich neben Torschütze Bargfrede Torhüter Wolf eine gute Note. Stärkste Hoffenheimer Akteure waren Roberto Firmino und Torschütze Volland. Tarik Elyounoussi sah die fünfte Gelbe Karte und fehlt seinen Teamkollegen am kommenden Wochenende im Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt.

( (dpa/sid) )

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