Premier League

Zu Fergusons Abschied schießen sie aus allen Rohren

Das 5:5 bei West Bromwich war das höchste Remis in der Premier-League-Historie. Chelsea sichert Platz drei. Arsenal als Vierter in die Champions-League-Qualifikation. Spurs nur in der Europa League.

London. Standesgemäßes „Goodbye“ mit Rekord: Durch das höchste Unentschieden in der Geschichte der Premier League hat Manchester United seiner Trainer-Legende Sir Alex Ferguson zum Abschied in den Ruhestand noch einen weiteren Eintrag in die Geschichtsbücher des englischen Fußballs statt des erhofften Erfolgs beschert. Beim 5:5 in Fergusons 1500. und letztem Match (895 Siege/338 Remis/267 Niederlagen) auf der Bank des Meisters nach 26 Jahren bei West Bromwich Albion verspielten die Red Devils, bei denen auch das Idol Paul Scholes seine aktive Laufbahn beendete, in den letzten neun Minuten noch eine 5:2-Führung.

Ferguson verzichtete erneut auf den wechselwilligen Wayne Rooney im Kader. Die Torjägerkanone sicherte sich wie in der vergangenen Saison Robin van Persie, der am Sonntag sein 26. Tor in seiner Premieren-Saison für die Red Devils markierte. Auch der Ex-Dortmunder Shinji Kagawa war einmal erfolgreich – er hatte das frühe 1:0 (7.) erzielt. Der japanische Spielmacher hatte schon vor der Partie lobende Worte über Sir Alex gefunden: „Er ist eine Klasse für sich“, meinte Kagawa über den 71-jährigen Schotten, der in den Trainer-Ruhestand geht und zur kommenden Saison von Everton-Erfolgscoach David Moyes abgelöst wird. „Ich wünschte, ich hätte länger unter ihm spielen dürfen.“

Podolski bereitet Siegtreffer vor

Keinerlei Nachlässigkeiten erlaubten sich die deutschen Fußball-Nationalspieler Lukas Podolski und Per Mertesacker mit dem FC Arsenal auf dem Weg zur 16. Champions-League-Qualifikation in Folge. Durch das 1:0 bei Newcastle United behaupteten die Gunners den vierten Tabellenplatz vor Tottenham Hotspur (1:0 gegen den FC Sunderland), konnten dem Tabellendritten und amtierenden Doppel-Europapokalsieger FC Chelsea (2:1 gegen den FC Everton) allerdings nicht mehr die Direkt-Qualifikation für die europäische Königsklasse entreißen.

Das Tor des Tages für Arsenal erzielte nach Vorlage von Podolski der französische Innenverteidiger Laurent Koscielny. „Das ist eine der besten Gruppen, die ich in meinem Leben gehabt habe“, lobte Arsenal-Trainer Arsène Wenger sein Team nach einem furiosen Saisonendspurt mit zehn Spielen ohne Niederlage. „Ich habe ihnen schon viele Male gesagt: Was sie in den letzten zwei Monaten gezeigt haben, war absolut außergewöhnlich. Wir haben Charakter und Einstellung bewiesen.“

Den Siegtreffer für den frischgekürten Europa-League-Champion Chelsea an der Stamford Bridge erzielte ausgerechnet der auch in dieser Liga-Saison wieder von einer chronischen Ladehemmung geplagte 58-Millionen-Euro-Stürmer Fernando Torres (76.).

Auch Owen sagt „Goodbye“

Abschiedsstimmung herrschte außer bei Manchester United auch bei Stoky City wegen des Goodbyes von Stürmerstar Michael Owen. Duplizität der Ereignisse: Auch Englands einstiges „Wunderkind“ konnte zum Abschluss seiner Karriere mit dem Team von Ex-Nationalspieler Robert Huth beim 1:1 beim FC Southampton kein Erfolgserlebnis feiern.

Der entthronte Vorjahres-Champion Manchester City bestätigte auch zum Saisonabschluss seine schlechte Verfassung: Nach der Pleite im FA-Cup-Finale gegen Absteiger Wigan Athletic und der folgenden Entlassung von Trainer Roberto Mancini misslang den Citizens durch die 2:3-Heimpleite gegen Norwich City auch noch ein halbwegs versöhnlicher Ausklang einer trotz der Vize-Meisterschaft insgesamt unbefriedigenden Spielzeit.

Hinter Arsenal hatten Tottenham und Everton die Europa-League-Plätze schon vor dem letzten Spieltag sicher. Im Tabellenkeller muss Sunderland nach der Niederlage bei den Spurs in die Play-offs gegen den Zweitliga-Vierten. Wigan (2:2 gegen Aston Villa) sowie der FC Reading (2:4 bei West Ham United) und die Queens Park Rangers (0:1 beim FC Liverpool) waren schon vor dem Saisonfinale als Absteiger ermittelt und verabschiedeten sich sieglos aus dem Oberhaus.

Mit einem Misserfolg endete auch für den deutschen Torhüter Gerhard Tremmel und Swansea eine insgesamt gelungene Saison. Der walisische Underdog unterlag dem FC Fulham 0:3, hatte allerdings schon zuvor eine Platzierung in der oberen Tabellenhälfte sicher.