Defoe schießt "Three Lions" weiter

England bezwingt Slowenien mit 1:0 und zieht als Gruppenzweiter ins Achtelfinale ein

Port Elizabeth. Welcome back England! Die Kicker aus dem Mutterland des Fußballs haben auf den letzten Drücker die Kurve bekommen und den ersten Vorrunden-K.-o. seit 52 Jahren abgewendet. Beim 1:0 gegen Slowenien zeigten die "Three Lions" erstmals im Turnierverlauf den nötigen Biss und sicherten sich als Zweiter der Gruppe C den Einzug ins WM-Achtelfinale. Vor 36 893 Zuschauern in Port Elizabeth bewahrte Jermain Defoe den Favoriten mit seinem Treffer in der 23. Minute vor der größten Pleite seit 1958. "Ich bin sehr glücklich. Jetzt ist die Angst weg und wir können befreit aufspielen. Das war das England, das ich sehen wollte", lobte Capello.

Für die unterlegenen Slowenen (4 Punkte) endete dagegen die WM- Reise, da sich die USA (5) beim 1:0 gegen Algerien in letzter Minute noch den Gruppensieg sicherten. Capello sieht sein Team für die anstehenden Herausforderungen bereit: "Ich bin extrem glücklich. Diese Leidenschaft, diesen Kampfgeist wollte ich sehen. Jetzt stimmt es im Kopf. Ich habe meine Mannschaft wieder und bin absolut happy."

Bereits der zweite Versuch durch Defoe landete im slowenischen Tor

Nach der gescheiterten "Meuterei" von Abwehrchef John Terry gegen Capello besannen sich die Engländer auf ihre fußballerischen Fähigkeiten und spielten nach einer 15-minütigen Anlaufphase druckvoll nach vorne. Frank Lampard (14.) gab einen ersten Warnschuss ab, der zweite Versuch von Defoe saß bereits. Nach einer schönen Hereingabe von James Milner überwand der Stürmer von Tottenham Hotspur Sloweniens Schlussmann Samir Handanovic per Direktabnahme aus Nahdistanz. "Davon träumt man. Ich bin froh, dass wir durch sind. Es war eine ziemliche Zitterpartie. Wir haben gewonnen, das ist das Wichtigste. Es war wie ein Pokalfinale, die Jungs waren heiß. Das frühe Tor war sehr wichtig", erklärte Defoe.

Gegen die geschockt wirkenden Slowenen kontrollierte der Favorit, der in den ersten beiden Gruppenspielen gegen die USA (1:1) und Algerien (0:0) enttäuscht hatte, die Partie fortan nach Belieben. Lampard (27.) zielte zunächst zu hoch, dann scheiterten Defoe und Kapitän Steven Gerrard jeweils am glänzend reagierenden Handanovic. Capello konnte sich schon zur Halbzeit auf die eigene Schulter klopfen, hatten sich doch seine personellen Wechsel voll ausgezahlt. Die erstmals in der Startelf stehenden Defoe und Milner erwiesen sich als belebendes Element.

Manchester Uniteds Star Wayne Rooney blieb erneut torlos und blass

Dagegen blieb Stürmerstar Wayne Rooney erneut blass und wurde von Capello nach 72 Minuten vom Platz geholt. Wie Rooney konnten auch die mit den Kölner Bundesliga-Legionären Milivoje Novakovic und Miso Brecko angetretenen Slowenen im ersten Durchgang keine Offensivakzente setzen. David James, der wie schon gegen Algerien das englische Tor hütete, wurde überhaupt nicht gefordert. Keine Mühe mit der einseitigen Partie hatte auch Schiedsrichter Wolfgang Stark (Ergolding), der vor dem entscheidenden Tor von Defoe allerdings einen regelwidrigen Trikot-Zupfer des Engländers übersah.

Auch nach dem Wechsel blieb der Außenseiter in seinen Ausgleichs-Bemühungen weitgehend harmlos und England am Drücker. Terry (57.) scheiterte mit einem Kopfball an Handanovic, 60 Sekunden später traf Rooney in seiner einzigen guten Szene nur den Pfosten. Sloweniens Kicker wirkten gegen Englands Stars fast ein wenig eingeschüchtert, wären aber beinahe noch zum Ausgleich gekommen. Bei einer Doppel-Chance für Novakovic und Valter Birsa (68.) warfen sich jedoch Terry und Glen Johnson dazwischen und sicherten den verdienten Erfolg.

Slowenien: Samir Handanovic - Brecko, Suler, Cesar, Jokic - Birsa, Koren, Radosavljevic, Kirm (79. Matavz) - Novakovic, Ljubijankic (62. Dedic).

England: James - Johnson, Upson, Terry, Ashley Cole - Lampard, Barry - Gerrard, Milner - Defoe (86. Heskey), Rooney (72. Joe Cole).

Tore: 0:1 Dafoe (23.).

Schiedsrichter: Stark (Ergolding).

Zuschauer: 36 893.

Gelbe Karten: Jokic (2), Birsa, Dedic - Johnson.