Leverkusens Kapitän wurde gegen Mainz in der 60. Minute von Dutt vom Feld genommen und strafte Bayers Trainer dafür mit Missachtung.

Leverkusen. Der Rückrundenauftakt ist geglückt, doch die alten Probleme bleiben: Nach dem 3:2 (2:0)-Sieg gegen den FSV Mainz 05 beherrscht Kapitän Michael Ballack wieder einmal die Schlagzeilen bei Bayer Leverkusen. Der Ex-Nationalspieler wurde von Bayer-Trainer Robin Dutt in der 60. Minute beim Stand von 2:2 für Stefan Kießling vom Feld genommen. Wofür Leverkusens nicht umstrittener Trainer Pfiffe vom Ballack-freundlichen Publikum erntete und vergeblich auf den obligatorischen Handschlag seines Stars wartete.

Dabei sah Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler die Maßnahme Dutts als durchaus gerechtfertigt an. "Michael hat eine gute Vorrunde gespielt und heute ein nicht so gutes Spiel gemacht. Er darf auch mal ein schlechteres Spiel machen - dann wird er halt ausgewechselt", sagte Völler bei "sky 90". "Wenn Sie meine ehrliche Meinung hören wollen: Ich hätte ihn schon zur Halbzeit ausgewechselt, weil er nicht gut war. Aber das müssen die Medien und Zuschauer akzeptieren, dass der Michael auch mal ausgewechselt werden darf“

Ebenso wenig dramatisch beurteilte Dutt selbst den von Ballack verweigerten Handschlag: "Wir haben Shakehands in der Kabine gehabt, es ist alles okay. Michael freut sich über den Sieg und ich mich auch.“

Mit dem hart erkämpften 3:2-Erfolg gegen Mainz festigte Leverkusen mit nun 29 Punkten den sechsten Tabellenplatz. Fußballerisch war Bayer von alten Glanzzeiten aber noch weit entfernt. Die Mainzer, die seit dem 13. August 2011 ohne Auswärtssieg sind, finden sich dagegen auf dem 15. Platz wieder.

Ein Eigentor von Zdenek Pospech (11.) und ein Treffer des früheren Mainzers Manuel Friedrich (35.) hatten Bayer vor 24.365 Zuschauern zunächst in Führung gebracht, doch Eugen Polanski (50.) und der eingewechselte Marco Caligiuri (53.) schafften nach der Pause innerhalb von vier Minuten den Ausgleich. Erst Bender sorgte dann doch noch für den vierten Leverkusener Sieg im neunten Heimspiel der Saison. Damit darf Dutt, der nach der mageren Hinrunden-Ausbeute von 26 Zählern in die Kritik geraten war, erst einmal durchatmen, doch es bleibt noch viel Arbeit für den Trainer. Zwar hatte Bayer die Partie 45 Minuten sicher im Griff, doch nach dem Mainzer Anschlusstreffer fiel das Leverkusener Gebilde wie ein Kartenhaus zusammen, und es machte sich schnell wieder Unmut breit.

Bei den 05ern fehlten eine Reihe wichtiger Stammkräfte wie Andreas Ivanschitz (Innenbandverletzung), Jan Kirchhoff (Kniereizung), Bo Svensson (Kreuzbandriss) oder Sami Allagui (Afrika-Cup). Dafür gab der Ungar Adam Szalai nach fast einjähriger Verletzungspause nach der Pause sein Comeback. Szalai war es auch, der gleich am Mainzer Anschlusstreffer beteiligt war. Nach einem Freistoß des Stürmers zwang Eric Maxim Choupo-Moting zunächst Bernd Leno zu einer Parade, den Nachschuss setzte Polanski aus kurzer Entfernung ins Tor. Doch es kam noch schlimmer für Bayer: Nur drei Minuten später traf der eingewechselte Caligiuri mit einem feinen Heber zum 2:2. Als dann auch noch Dutt den beim Publikum beliebten Ballack für Kießling vom Feld nahm, gab es ein großes Pfeifkonzert von den Rängen. Das änderte sich, als Bender nach Ecke von Michal Kadlec zur erneuten Führung traf. Den möglichen Ausgleich schaffte Mainz nicht mehr - zuerst blieb der Elfmeter-Pfiff aus, nachdem Kadlec hart gegen Szalai eingestiegen war, dann traf Choupo-Moting Sekunden vor Schluss nur den Pfosten.

Mit Material von dapd