Sport-Geschichte(n): Deutschland - Argentinien

Fouls, Spickzettel und ein Hilfe-Schrei

Es ist längst ein Klassiker. 17 Auflagen hat das Duell Deutschland gegen Argentinien (fünf Siege, sieben Niederlagen, fünf Remis) schon erlebt - und oft waren es denkwürdige Partien.

In Erinnerung bleibt das erste Duell bei der WM 1958. Deutschland gewann zwar das Spiel mit 3:1, aber keine neuen Freunde. Bundestrainer Sepp Herberger beklagte drei Verletzte, einer war Fritz Walter.

Auch Franz Beckenbauer hat seine speziellen Erinnerungen an die Gauchos, die er sich 1984 zu seiner Teamchef-Premiere nach Düsseldorf einlud. Sie wurde ihm verdorben (1:3), und auch sein Wunsch nach Revanche schlug fehl - im WM-Finale von Mexiko 1986 siegte Argentinien wieder (3:2). Immerhin war der Respekt der Südamerikaner so groß, dass Weltstar Diego Maradona noch in der Kabine nach seiner Mutter rief: "Hilf mir, ich habe Angst, du musst mich beschützen."

Vier Jahre später in Rom konnte auch seine Mutter nicht verhindern, dass der Weltmeister nun Deutschland hieß. Im einseitigsten Finale der WM-Historie musste ein Brehme-Elfmeter herhalten, um den Sieger zu krönen. Die Argentinier stellten einen unrühmlichen WM-Rekord auf, zwei Platzverweise für einen Finalisten sind einmalig.

Unvergessen auch das Viertelfinale der WM 2006. 1:1 stand es nach der Verlängerung - Elfmeterschießen! Vor jedem Elfmeter holte Jens Lehmann einen Spickzettel aus dem Stutzen, auf dem Torwarttrainer Andreas Köpke das Schussprofil notiert hatte. Lehmann parierte gegen Cambiasso und Ayala und sorgte für den Halbfinaleinzug. Dann kam es zu Tumulten: Reservist Cufré (nicht mehr im Aufgebot) trat Mertesacker. Torsten Frings büßte sein Eingreifen mit einer Sperre fürs Halbfinale.