Eishockey-Oberliga

Crocodiles Hamburg starten in eine neue Ära

Christoph Schubert (l.) ist der Königstransfer
von Sportchef Sven Gösch

Christoph Schubert (l.) ist der Königstransfer von Sportchef Sven Gösch

Foto: Michael Rauhe / HA

Kapitän Christoph Schubert und sein Team starten am Sonntag in die Saisonvorbereitung. 1000-Dauerkarten-Marke ist im Visier.

Hamburg.  Am Donnerstagabend läutete Christoph Schubert die bevorstehende Saisonvorbereitung höchstpersönlich ein. Der Kapitän der Crocodiles Hamburg lud seine neuen Mitspieler zu einem Teamabend ein. Kennenlernen, einschwören und einfach Spaß haben, bevor es am Sonntag ernst wird. Da in diesen Tagen erst die Eisfläche in der Eissporthalle Farmsen aufbereitet wird, absolviert der Oberligaclub seine ersten beiden Einheiten um 8.30 Uhr und 12.30 Uhr in der Volksbank-Arena. Es soll der Startschuss einer neuen Ära bei dem Traditionsverein werden.

Seit 1. Juli steht der ehemalige Kapitän der Hamburg Freezers als Spieler und Aushängeschild der Crocodiles unter Vertrag. An Arbeit mangelt es dem Ex-NHL-Star wahrlich nicht. Der 34-Jährige kümmert sich um die Sponsorenakquise, die Öffentlichkeitsarbeit, auch bei Spielerverpflichtungen und der Wohnungssuche für die neuen Kollegen ließ der gebürtige Münchner seine Kontakte spielen. „Was wir in der knappen Zeit schon erreicht haben, ist schon toll. Der Zuspruch von der Stadt und der Wirtschaft ist da. Das kann richtig geil werden“, sagte Schubert. In der kommenden Woche könnte ein neuer Partner bekannt gegeben werden, im kleinen Sponsoren-Segment gibt es bereits Zuwächse. Die Suche nach einem Trikotpartner läuft auf Hochtouren.

Die Euphorie im Umfeld kennt keine Grenzen. Über 900 Dauerkarten wurden bereits verkauft. Die Verantwortlichen sind zuversichtlich, dass die magische 1000er-Marke noch fällt. Schon jetzt ist es Oberliga-Rekord. Zum Vergleich: In der Vorsaison setzten die „Crocos“ sechs Dauerkarten ab. Und den Fans soll etwas geboten werden.

Erstmals gibt es ein elektronisches Einlasssystem

Die Crocodiles, die über einen Jahresetat von 400.000 Euro verfügen, haben in den vergangenen Wochen in die Infrastruktur investiert. Der Kartenverkauf, der bisher über ein Prepaidhandy einer ehrenamtlichen Mitarbeiterin lief, wurde zur Ticketagentur Eventim ausgegliedert, und auch in der altehrwürdigen Eissporthalle Farmsen versucht man sich für die Zukunft zu rüsten.

Erstmals gibt es ein elektronisches Einlasssystem. Die Kabine, die bisher den Charme einer Fußball-Kreisklassen-Umkleide hatte, erscheint in neuem Glanz. Bis zum Saisonstart am 23. September gegen die Piranhas Rostock soll es nach Abendblatt-Informationen zudem eine neue LED-Videowand in der 38 Jahre alten Spielstätte geben. Topbedingungen für eines der spannendsten Sportprojekte in Hamburg in den vergangenen Jahren.

„Wir wollen den Verein professionalisieren, aber das geht nicht über Nacht. Der Prozess wird auch während der Saison weitergehen. Es ist nicht so, dass wir mit dem ersten Pflichtspiel den Bleistift fallen lassen“, sagte Schubert, der die Begeisterung mit Freude zur Kenntnis nimmt, aber auch vor überzogenen Erwartungen warnt. In den vergangenen Jahren pendelte der Club zwischen Insolvenz und sportlichem Abstieg. „Es ist Schmarrn zu glauben, dass wir Meister werden. Unser Ziel ist es, kämpferisches und leidenschaftliches Eishockey zu zeigen. In der kommenden Spielzeit wollen wir mit dem Abstieg nichts zu tun haben“, sagte Schubert, der darauf verweist, dass der Neuaufbau der Croco­diles auf einem Dreijahresplan basiert.

Einen ersten Eindruck von den neuen Crocodiles, die 13 neue Spieler haben, bekommen die Anhänger am 4. September um 14.15 Uhr. Im Rahmen der Saisoneröffnung trifft das Team von Trainer Andris Bartkevics auf Odense IK aus Dänemark. „Ich hoffe, dass es richtig voll wird und wir einen Vorgeschmack auf die neue Saison bekommen. Da haben wir alle richtig Bock drauf“, sagte Schubert.