Eishockey

Freezers schließen auch das letzte Kapitel Vereinsgeschichte

Die Fans hatten bis zuletzt vergeblich auf eine Zukunft ihres Eishockeyclubs gehofft

Die Fans hatten bis zuletzt vergeblich auf eine Zukunft ihres Eishockeyclubs gehofft

Foto: Witters

Die Mitglieder des Hamburger Eishockeyclubs stimmen der Auflösung des e.V. zu. Der langjährige Freezers-Präsident erklärt, warum.

Hamburg. Das Kapitel Hamburg Freezers ist endgültig beendet. Einen Monat nach der Entscheidung der Anschutz Entertainment Group als Besitzer, den hanseatischen Club aus der Deutschen Eishockey-Liga zurückzuziehen, wurde auf einer Mitgliederversammlung die Auflösung des Hamburg Freezers e.V. beschlossen. Das teilte der Förderverein der Freezers am Donnerstag in einer Pressemitteilung mit.

„Mit der Auflösung des Profiteams und der Freezers-Geschäftsstelle ist unserer Vereinsarbeit die Basis verloren gegangen. Für die operative Arbeit fehlen uns die personellen Ressourcen. Daher war die Vereinsauflösung unausweichlich“, erklärte Andreas Mattner. Er stand dem Hamburg Freezers e.V. seit 2005 als Präsident vor.

Der Förderverein habe mehr als ein Jahrzehnt „maßgeblich daran mitgewirkt, die Marke der Freezers in der Stadt zu etablieren sowie die Rahmenbedingungen für die Profis zu optimieren und für den eigenen Eishockey-Nachwuchs zu schaffen“, erklärte Mattner. „Die Entscheidung der Mitglieder erfolgte zwar einstimmig, jedoch mit großem Wehmut. Sehr gern hätten wir weiter unsere Mission verfolgt.“

AEG entschied sich zu Rückzug

Freezers-Besitzer AEG hatte die Frist zur Lizenzbeantragung am 24. Mai verstreichen lassen und damit das Aus der seit 2002 existierenden „Eisschränke“ perfekt gemacht. AEG begründete die Entscheidung damit, sich aus wirtschaftlichen Gründen in der DEL künftig allein auf den weit erfolgreicheren Rekordmeister Eisbären Berlin zu konzentrieren.

2,5 Millionen Euro pro Jahr soll das Freezers-Defizit betragen haben. Dieses Haushaltsloch wollten die Amerikaner mit ihrem weltumspannenden Unternehmen aus der Sport- und Unterhaltungsbranche nicht mehr stopfen. Daran änderte auch eine spektakuläre Aktion nichts mehr, bei der innerhalb von sechs Tagen rund 1,2 Millionen Euro an Spenden zusammenkamen.