Eishockey

Der Nächste, bitte! Freezers schlagen auch die Eisbären

Hamburgs Eishockeyteam besiegt den deutschen Meister vor 11.924 Zuschauern mit 3:0 und stellt damit zwei clubinterne Rekorde ein.

Hamburg. Als um 21.38 Uhr die Schlusssirene ertönte, gab es in der O2 World kein Halten mehr. Blitzschnell bildete sich um Torhüter Dimitrij Kotschnew, der den Vorzug vor Sébastien Caron erhalten hatte, eine große Jubeltraube. Das 3:0 (0:0, 3:0, 0:0) gegen die Eisbären Berlin bedeutete für die Hamburg Freezers nicht nur den Sprung auf Tabellenplatz drei, die Mannschaft von Trainer Benoît Laporte stellte auch noch zwei Clubrekorde in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) ein. Nur einmal in ihrer knapp elfjährigen Historie konnten die Hamburger acht Siege in Folge feiern, und auch das Kunststück, neun Heimerfolge nacheinander einzufahren, war bisher nur einmal gelungen. Dass diese historischen Marken ausgerechnet gegen den Erzrivalen, der wie die Freezers zur Anschutz Entertainment Group (AEG) gehört, erreicht wurden, krönte den denkwürdigen Abend am Nikolaustag.

Vor der Saisonrekordkulisse von 11.924 Fans konnten die Hamburger zunächst nicht an die starken Leistungen der Vorwochen anknüpfen. Berlin, nach Düsseldorf das zweitschwächste Auswärtsteam der DEL, war zunächst das aktivere Team mit den besseren Chancen. Der starke Kotschnew machte einige gute Chancen der Gäste zunichte.

Die Freezers taten sich, anders als in den vergangenen Wochen, schwer, ihr Forechecking zum Laufen zu kriegen, um so die Berliner bereits in der eigenen Zone unter Druck zu setzen. Mit Fortdauer des Spiels bissen sie sich aber immer mehr in das Spiel und legten erneut die Effizienz eines Topteams an den Tag. Erst traf Morten Madsen aus kurzer Distanz zur Führung, die Sturmtalent Marius Möchel kurze Zeit später ausbauen konnte. Als dann auch noch Adam Mitchell unter gütiger Mithilfe von Berlins Keeper Rob Zepp einen Traumpass des erneut überragenden Matt Pettinger verwandelte, mutierte die O2 World zum Tollhaus.

Im Schlussabschnitt agierten die Hamburger konzentriert und waren vor allem darauf bedacht, die Führung zu sichern und immer wieder Nadelstiche zu setzen. Fünf Minuten vor dem Ende läuteten die Fans, die mit dem Plakatslogan „Wir haben keine Gegner mehr, bringt uns NHL-Teams her“ für Lacher sorgten, die Feierlichkeiten ein. Minutenlang hüpften fast alle Zuschauer in der Arena rhythmisch auf und ab. Am Sonntag (14.30 Uhr, O2 World) haben die Freezers Gelegenheit, die beeindruckenden Serien auszubauen. Gegner ist Augsburg – das Team, das als Letztes in Hamburg gewinnen konnte.

Tore: 1:0 (32:46) Madsen (Pettinger, Mitchell), 2:0 (35:31) Möchel (Dupuis, Nielsen), 3:0 (39:13) Mitchell (Pettinger, Westcott). Strfm.: 6/2. SR: Oswald/Schimm (Kaufbeuren/Waldkraiburg). Z.: 11.924.