Amateurfußball

"Uns fehlt die Frische": St. Pauli II schwach gegen Lohne

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John Posselt nach seinem Treffer zum 3:2 für den FC St. Pauli II.

John Posselt nach seinem Treffer zum 3:2 für den FC St. Pauli II.

Foto: THORSTEN AHLF / FUNKE FOTO SERVICES

Nur 3:3 gegen Aufsteiger Blau Weiß Lohne , Vicky schlägt Meister, Schwarzer wechselt früh, Arlt vermeidet Tabelle.

Nur die Moral ist positiv

Hamburg. Über weite Strecken von der Rolle präsentierte sich Regionalligist FC St. Pauli II im Heimspiel gegen Aufsteiger Blau Weiß Lohne. Der Außenseiter setzte den kleinen Kiezkickern durch hohes, mannorientiertes Pressing arg zu, führte zweimal und hätte siegen müssen. St. Pauli II kam zweimal durch Serhat Imsak zurück, führte seinerseits sogar glücklich durch John Posselt mit 3:2. Doch Lohnes überragender Phil Sarrasch traf eine Minute vor Schluss zum 3:3 – und flog kurios vom Feld. Er trat vor lauter unbändiger Freude die Eckfahne kaputt und sah Gelb-Rot. Da sein Kollege Christian Düker schon Rot für eine Notbremse gesehen hatte (77.), verteidigte Lohne das Spiel mit neun Mann zu Ende.

„Positiv hervorheben kann man die gute Moral. Mit sieben Punkten aus vier Spielen sind wir auch nicht unzufrieden“, fand St. Pauli II-Trainer Elard Ostermann etwas Positives am Spiel seines Teams. Aber: „Uns fehlte die Frische nach dem intensiven 3:1 am Mittwoch gegen Drochtersen. Wenn der Gegner Mann gegen Mann spielt, muss du dich in den direkten Duellen durchsetzen. Da haben wir heute sehr viel Entwicklungspotenzial bei meiner Mannschaft gesehen“, so Ostermann.

Titzes schönste englische Woche

Einen Luftsprung von gefühlten 2,50 Meter machte Victorias Trainer Sören Titze beim Siegtreffer seines Spielers Luca Palzer vor 677 Fans vier Minuten vor dem Abpfiff im Stadion Hoheluft zum 2:1 gegen den amtierenden Meister TuS Dassendorf. Palzers Treffer im ,Freispiel` für die Fans - Victorias Sponsor Labor Heidrich hatte allen Zuschauern generöserweise freien Eintritt spendiert – schloss eine perfekte Woche für die Blau-Gelben perfekt ab.

Einem souveränen 4:1 in Buchholz am Sonntag folgte am Mittwoch ein erfolgreicher Elfmeterkrimi beim USC Paloma (8:7 in der dritten Runde des Lotto-Pokals) und nur 48 Stunden darauf der Dreier gegen Titelträger TuS Dassendorf. „Ich ziehe den Hut vor den rundum starken Auftritten meiner Mannschaft. Emotional gesehen war das meine bisher schönste englische Woche als Trainer“, sagte Victorias Coach Sören Titze.

Ein Lob für die Fans hatte er auch noch parat: „Trotz der Konkurrenz durch HSV, ETV, Cruise Days und die HEW Cyclassics haben knapp 700 Fans bei uns für Spitzenspielcharakter und die ein bis zwei Prozent extra gesorgt, die beim Sieg geholfen haben. Das hatte schon was.“

Schwarzer lernt früher wechseln

Mit sieben Zählern aus vier Spielen ist Oberligaaufsteiger TuRa Harksheide nach dem verdienten 3:0 gegen den USC Paloma mehr als im Soll. Der Anteil von TuRa-Trainer Jörg Schwarzer: Er wechselte nach 36 Minuten den überspielt wirkenden Angreifer Maximilian Vollstädt aus , brachte den nach drei Wochen Urlaub zurückgekehrten Leon Schulz. Dieser ebnete mit seinen ersten beiden Treffern (42., 70.) den Weg zum Sieg.

„Wir als Trainerteam haben aus der letzten Saison gelernt. Da haben wir nie in der ersten Hälfte gewechselt und wurden dafür ab und an bestraft. Nun reagieren wir früher, wenn ein Spieler seine Leistung nicht bringt. Maxi steht kurz vor dem Staatsexamen in Jura, da hat er vielleicht andere Dinge im Kopf. Das verstehe ich“, sagte Schwarzer. Und seine Begründung für Schulz` Einsatz nach nur einer Trainingseinheit? „Er arbeitet seit vier Jahren sehr engagiert unter mir. Und wie es an so einem Tag eben ist: Der Spieler hat es mir gedankt.“

Arlt verweigert die Tabelle

Drei Pleiten, darunter ein 0:4 in Sasel und ein 2:6 in Niendorf – und nun ein 7:0 gegen den HSV III. Oberligist FC Süderelbe, vor der Spielzeit hochgehandelt, gibt bisher Rätsel auf. „In den anderen Spielen führten mehrere Faktoren zu den Niederlagen. Zu viele eigene Fehler und fehlendes Spielglück“, sagte Süderelbes Trainer Stefan Arlt. „Diesmal hatten wir das Spielglück und haben eine gute Leistung gezeigt.“

Einen Kommentar bezüglich einer Selbsteinschätzung seines Teams schloss Arlt kategorisch aus. „Egal, welcher Journalist mich fragt: Ihr werde mich nie dazu bringen, eine Saisonprognose abzugeben oder ein Saisonziel auszurufen. Der Blick auf die Tabelle ist tödlich. Ich bin Trainer, um mit meinem Team fußballerische Ziele im Training zu erarbeiten. Und nicht, um auf die Tabelle zu gucken.“

( misch )

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