Handball

Nach Schockmomenten: HSV Hamburg verwirft möglichen Sieg

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HHSVH-Kreisläufer Niklas Weller beim Wurf.

HHSVH-Kreisläufer Niklas Weller beim Wurf.

Foto: Stefan Tschersich / imago images/Eibner

Handballer verlieren in Wetzlar zum vierten Mal in Folge. Doch das Spiel wird von zwei Unfällen überschattet – und von Sorgen um Bauer.

Wetzlar/Hamburg.  Dominik Axmann drehte sich waagerecht liegend um die Mauer herum, die die Wetzlarer mit ausgestreckten Armen vor ihm aufgebaut hatten, gab dem Ball viel Effet mit, aber der flog trotz aller Drehmomente knapp am rechten Pfosten vorbei ins Aus. Es war die letzte Aktion in einem spannenden Bundesligaspiel, das die Hamburger Handballer 25:26 (13:14) bei der HSG Wetzlar verloren.

Trotz der vierten Niederlage in Folge behauptete das Team von Trainer Torsten Jansen als Tabellenelfter sieben Punkte Vorsprung auf den 17. Platz, den ersten Abstiegsrang. Der Däne Casper Mortensen und Axmann erzielten jeweils sechs Treffer, Mortensen vier davon von der Siebenmeterlinie. Torhüter Johannes Bitter parierte zehn Würfe, sieben in Halbzeit zwei.

Hamburgs Handballer erleben in Wetzlar zwei Schockmomente

Zwei Unfälle hatten im Spiel zwischenzeitlich Schockstarre bei beiden Mannschaften ausgelöst. In der 28. Minute verdrehte sich der frühere Hamburger und jetzige Wetzlarer Alexander Feld (28) bei der Landung nach einem Wurf das linke Knie und schrie dabei vor Schmerzen. Erster Verdacht: Kreuzbandriss.

Sechs Minuten vor der Schluss musste auch der Hamburger Mittelmann Philipp Bauer auf einer Trage vom Feld gefahren werden. Der 25-Jährige war nach einem Zusammenprall mit einem Gegenspieler auf den Kopf gefallen und schwer benommen liegen geblieben.

Sorgen um HSVH-Spielmacher Philipp Bauer

Sanitäter legten ihm eine Halskrause an, gegenüber Trainer Jansen signalisierte Bauer kurz danach, alles sei in Ordnung. Das stimmte nur bedingt. Seine Gehirnerschütterung scheint gravierender als zunächst angenommen, er musste in die Lahn-Dill-Klinik und sollte dort mindestens einen Tag zur Beobachtung bleiben.

Bauer hatte zuvor in der Buderus Arena einen ordentlichen Auftritt hingelegt, wie über weite Strecken die gesamte Mannschaft. Zwei längere Spielphasen, beide geprägt von technischen Fehlern und leichtfertigen Ballverlusten, verhinderten aber am Ende einen möglichen Sieg.

Zwischen der 10. und 18. Minute zog Wetzlar von 4:3 auf 10:5 davon, Jansen reagierte mit zwei Auszeiten. „Was ist los mit euch?“, polterte er, „freut ihr euch schon auf das Essen am Abend? Das können wir auch abbestellen!“ Und zwölf Minuten vor dem Ende verpassten es die Hamburger trotz guter Wurfchancen und Überzahl, ihre 21:19-Führung entscheidend auszubauen.

„Zum wiederholten Male machen wir in dieser Saison zu viele tech nische Fehler. Das müssen wir schleunigst abstellen, sonst gewinnen wir kein Spiel mehr“, klagte Mortensen, der nach zwei verworfenen Siebenmetern die nächsten vier souverän verwandelte.

Am Donnerstag (19.05 Uhr/ Sky) gegen den Tabellenvorletzten Balingen-Weilstetten sollte im Heimspiel die Wende folgen, will das Team nicht aktiv im Abstiegskampf eingreifen. „Da muss jetzt was Zählbares rauskommen“, forderte Axmann.

( HA )

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