Frauenfußball

Afghanische Spielerinnen aus Hamburg appellieren an FIFA

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Die Fußballerinnen Gitti (l.) und Shabnam Ruhin  spielten für die Nationalmannschaft Afghanistans.

Die Fußballerinnen Gitti (l.) und Shabnam Ruhin spielten für die Nationalmannschaft Afghanistans.

Foto: Lena Thiele

Shabnam Ruhin, Mina Ahmadi und Mariam Gitti Ruhin fordern Hilfe für ihre Ex-Kolleginnen im Nationalteam und befürchten Schlimmes.

Hamburg. Die ehemaligen afghanischen Nationalspielerinnen Shabnam Ruhin, Mina Ahmadi und Mariam Gitti Ruhin aus Hamburg haben den Weltverband FIFA kritisiert und Hilfe eingefordert. „Wir sind von der FIFA sehr enttäuscht, die Hilfeschreie sind da, und die hört man auch – die sind laut. Aber die FIFA ist immer ein Stück zu spät“, sagte Mariam Gitti Ruhin dem TV-Sender Sky Sport. „Dass diese Mädchen dort zurückgelassen worden sind und nicht gerettet wurden, liegt daran, dass die FIFA nicht schnell genug gehandelt hat.“

Die Hoffnung habe sie aber noch nicht aufgegeben. „Es ist meine Pflicht als Nationalspielerin, als Mitspielerin, diese Hoffnung zu geben und weiterhin von außen zu kämpfen. Solange wir kämpfen, werden sie auch kämpfen“, sagte die 27-Jährige.

Afghanische Ex-Nationalspielerinnen appellieren an FIFA

Shabnam Ruhin (30) sagte bei Sky Sport, dass mithilfe der internationalen Spielergewerkschaft Fifpro bereits insgesamt 77 Personen (Spielerinnen, Personal und deren Familienangehörige) aus Afghanistan ausgeflogen worden seien. „Unsere Hoffnung ist, dass die Mädels, denen es gelungen ist zu fliehen, nicht alleingelassen werden und dass die FIFA ihnen Hilfe gibt, dass es eine Möglichkeit gibt, dass die Mädels nicht das Gefühl haben, das war es mit der Nationalmannschaft. Wir haben unsere Träume in Afghanistan gelassen, und jetzt wissen wir nicht, wohin mit uns“, sagte Mina Ahmadi (24).

Mit Doppelpass in eine bessere Zukunft
Mit Doppelpass in eine bessere Zukunft

Der Frauenfußball in Afghanistan werde nach der Machtübernahme der Taliban keine Chance mehr haben. „In der Idealvorstellung der Taliban besteht kein Frauensport, geschweige denn Frauenfußball. Das ist tatsächlich eine Sache, die komplett zerstört wurde und in naher Zukunft nicht mehr aufgebaut werden kann“, sagte Shabnam Ruhin.

Bis 2018 waren die drei Hamburgerinnen für die afghanische Nationalmannschaft aktiv und traten damals wegen eines Missbrauchsskandals innerhalb des Verbandes zurück.

( dpa/HA )

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