Olympia: Beachvolleyball

„Affengeil“: Ludwig/Kozuch überraschen Brasiliens Topteam

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Björn Jensen
Laura Ludwig (l.) und Margareta  Kozuch feiern ihren Sieg.

Laura Ludwig (l.) und Margareta Kozuch feiern ihren Sieg.

Foto: Daniel Leal-Olivas / AFP

Einzug ins Viertelfinale: „Es fühlt sich jetzt affengeil an, dass wir noch in Tokio bleiben können“, freute sich Laura Ludwig.

Hamburg/Tokio. Da war dieser Gedanke, der Margareta Kozuch in den Kopf kam. 13:14 lag die Beachvolleyballerin mit ihrer Partnerin Laura Ludwig (35) im Achtelfinale des olympischen Turniers gegen die brasilianischen Weltranglistendritten Agatha Bednarczuk (38) und Eduarda Santos Lisboa (23), kurz Duda, im dritten Satz zurück.

„Mir wurde in dem Moment klar, dass das der letzte Ballwechsel in Tokio für uns sein könnte. Aber ich wusste auch: Wir haben alles, was wir brauchen, um das zu verhindern“, schilderte die 34-Jährige ihre Gefühlslage. Und weil das HSV-Duo anschließend genau das, was die Blockspielerin gewusst hatte, unter Beweis stellte, stand nach 65 Spielminuten ein 2:1 (21:19, 19:21, 16:14)-Erfolg zu Buche, mit dem Ludwig/Kozuch viele überraschten.

Kozuch zeigte deutliche Leistungssteigerung

Sich selbst allerdings nicht, wie Ludwig, die im Olympiafinale 2016 in Rio mit ihrer damaligen Partnerin Kira Walkenhorst Agatha mit Ex-Teamkollegin Barbara bezwungen und im Endspiel des World-Tour-Finales 2019 in Rom mit Kozuch Agatha und Duda bereits einmal besiegt hatte, nach dem Triumph bekannte. „Wir wussten, dass es hart wird, aber wir wussten auch, dass wir Chancen bekommen würden. Jetzt fühlt es sich affengeil an, dass wir noch in Tokio bleiben können“, sagte sie.

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Vor allem Kozuch zeigte nach fünf Tagen Wettkampfpause – das dritte Gruppenspiel gegen Tschechien war wegen einer Corona-Erkrankung bei Marketa Slukova ausgefallen – eine deutliche Leistungssteigerung. „Beide haben auf den Punkt ihre beste Saisonleistung abgerufen und sind in den entscheidenden Momenten ruhig geblieben“, lobte Niclas Hildebrand, Sportdirektor der Beachsparte im Deutschen Volleyballverband. Die Gegnerinnen für das Viertelfinale am Dienstag ermittelten in der Nacht zu Montag April Ross/Alix Klineman (USA) und Lidianny Echevarria/Leila Martinez (Kuba).

Thole und Wickler vom ETV wollen nachlegen

Ins Viertelfinale folgen wollen an diesem Montag (15 Uhr MEZ) die Vizeweltmeister Julius Thole (24)/Clemens Wickler (26) vom Eimsbütteler TV, die ihr letztes Gruppenspiel am Sonnabend 2:0 (21:16, 21:11) gegen die Japaner Yusuke Ishijima/Katsuhiro Shiratori gewannen und in der Runde der letzten 16 auf Jacob Gibb/Tri Bourne (USA) treffen. „Wenn die beiden es schaffen, die Amerikaner unter Druck zu setzen, haben sie gute Siegchancen“, so Hildebrand.

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