Pferdesport

Galoppderby: Kein Losglück für Favorit Alter Adler

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Der ehemalige Jockey Filip Minarik mit seiner Mutter Jitka.

Der ehemalige Jockey Filip Minarik mit seiner Mutter Jitka.

Foto: Foto: Petr Guth/galoppfoto.de via www.imago-images.de / imago images/Galoppfoto

Der Favorit mit Jockey Theo Bachelot muss im äußeren Bereich aus Box 14 starten. Der schwer gestürzte Filip Minarik loste aus.

Hamburg.  Filip Minarik wusste um die Wichtigkeit seiner Aufgabe. Am Mittwochabend loste der 46 Jahre alte ehemalige Jockey die Startboxen für das 152. Deutsche Derby, das am Sonntag auf der Galopprennbahn in Horn stattfindet, aus. Favorit Alter Adler mit Jockey Theo Bachelot muss dabei im äußeren Bereich aus der Box 14 starten. „Mein Geheimfavorit ist Sea of Sands. Den habe ich im vergangenen Jahr selbst noch geritten und kann sagen, dass es ein sehr gutes Pferd ist“, sagt Minarik.

Dass der Tscheche überhaupt in Horn dabei sein kann, grenzt an ein Wunder. Am Sonnabend vor einem Jahr stürzte der Jockey beim Galoppmeeting in Mannheim schwer. Dabei erlitt der 46-Jährige schwere Hirnblutungen sowie Brüche an Schien- und Wadenbein. Einen Monat lang lag er im künstlichen Koma. An den Unfall, als sich Pferd Dusky Dance vertreten und den Jockey abgeworfen hatte, hat Minarik keine Erinnerungen. Auf Video hatte er sich den Sturz jedoch angeschaut und – typisch für den Starjockey – mit einem Augenzwinkern gesagt, dass es ja eher ein langweilig aussehender Sturz gewesen sei.

Minarik quält Ungewissheit über Genesungsprozess

Und doch: „Dass ich das überlebt habe, ist für mich wie ein Sieg beim Derby in Hamburg. Ich werde am Sonnabend aber keinen zweiten Geburtstag feiern. Ich bekomme in Hannover meine zweite Corona-Impfung, und dann geht es für mich wieder nach Hamburg“, sagt der Tscheche, der aktuell vier- bis fünfmal pro Woche in der Reha schuftet.

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Neben den Schmerzen und dem nicht funktionierenden Kurzzeitgedächtnis, das ihn hin und wieder vor Herausforderungen stellt, quält Minarik, der mit 1769 Siegen ein herausragender Jockey war, vor allem die Ungewissheit, wie gut der Genesungsprozess gelingen wird. „Es gibt niemanden, der dasselbe durchgemacht hat. Jede dieser Verletzungen verläuft anders. Als ich drei Monate wegen meiner Alkoholsucht in Behandlung war, hat es mir geholfen, mich mit Leuten auszutauschen, die es geschafft haben, trocken zu werden. Das geht jetzt leider nicht“, erklärt Minarik, bei dem mittlerweile der Optimismus zurückgekehrt ist. Um wieder mobiler zu sein, nimmt er sogar Fahrstunden.

Zum Auftakt des Derbymeetings gewann Sibylle Vogt auf „Noa Lea“ den „Langen Hamburger“ über 3200 Meter. Die 26-Jährige, die zuvor auch das Uwe-Stoltenfuß-Rennen auf „Nastaria“ gewinnen konnte, sicherte sich im Hauptrennen 8000 Euro Preisgeld.

( ber )

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