Basketball

Deutsche erteilen Tunesien beim Supercup eine Lehrstunde

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Alexander Berthold
Der Deutsche Moritz "Mo" Wagner im Zweikampf mit Ahmed Addami aus Tunesien beim Supercup in Hamburg.

Der Deutsche Moritz "Mo" Wagner im Zweikampf mit Ahmed Addami aus Tunesien beim Supercup in Hamburg.

Foto: Witters

Ohne den verletzten Hamburger Justus Hollatz gewann die DBB-Auswahl mit 102:75 und kämpft am Sonntag gegen Italien um den Turniersieg.

Hamburg. Die Freude war groß bei den Spielern der deutschen Basketball-Nationalmannschaft, als am späten Sonnabend die Schlusssirene ertönte. Die Mannschaft von Bundestrainer Henrik Rödl (52) konnte auch das zweite Spiel des VTG-Supercups in der edel-optics.de Arena in Wilhelmsburg gewinnen. Gegen Tunesien, die auf Rang 37 der Weltrangliste stehen, gab es ein nie gefährdetes 102:75 (29:19, 26:14, 26:19, 21:23).

Somit kann die Auswahl des Deutschen Basketball-Bundes (DBB) am Sonntag (20.30 Uhr, MagentaSport) mit einem Sieg gegen Italien, die durch das 83:71 gegen Tschechien ebenfalls zwei Siege auf dem Konto haben, den insgesamt sechsten Supercup-Sieg perfekt machen. „In den ersten beiden Spielen war das Kämpferische und wie wir kommunizieren richtig gut. Es läuft nicht alles rund. Tunesien hat sehr physisch gespielt, uns viel abverlangt. Das war gut für uns. Es ist sehr heiß in der Arena, die Bälle sind rutschig, aber wir kämpfen füreinander und der Zusammenhalt ist zu spüren. Das macht mich stolz“, sagte Kapitän Robin Benzing.

Schlechte Nachrichten für Justus Hollatz

Für Justus Hollatz (20) gab es derweil bereits vor dem Spiel schlechte Nachrichten. Das Nachwuchstalent der Hamburg Towers, das beim 95:62-Sieg am Freitag gegen die tschechische Auswahl 12:36 Minuten Spielzeit erhalten und dabei einen Punkt erzielt hatte, fehlte gegen die Nordafrikaner mit Adduktorenproblemen, die Ende des dritten Viertels aufgetreten waren. Ob der gebürtige Hamburger gegen Italien spielen kann, ist unwahrscheinlich. Auch seine Teilnahme am Olympia-Qualifikationsturnier in Split (29. Juni bis 4. Juli) ist nach Abendblatt-Informationen durchaus gefährdet.

Auch ohne den Towers-Spielmacher knüpfte die DBB-Auswahl nahtlos an die überzeugende Vorstellung gegen Tschechien an. Gegen Tunesien, die vom ehemaligen deutschen Bundestrainer Dirk Bauermann (63) betreut wird, und ebenfalls am kommenden Wochenende um die Olympia-Qualifikation spielen, übernahm das Rödl-Team von Beginn an die Initiative. Dabei schonte der Bundestrainer Stammkräfte wie die „Big Men“ Johannes Voigtmann (28) oder Danilo Barthel (29), und gab den Spielern aus dem zweiten Glied eine Chance.

Deutsche im Angriff variabel

Im Angriff präsentierten sich die deutschen Basketballer variabel und konzentriert. Bester Werfer war wie schon gegen Tschechien Joshiko Saibou, der dieses Mal 22 Punkte machte. Neben dem Topscorer trafen auch Robin Benzing (17), Luc van Slooten (11) und Andreas Obst (13) zweistellig. In den Schatten gestellt wurde das deutsche Trio aber von Oussama Mamaoui, dem überragende 31 Punkte gelangen.

Wenn es überhaupt mal Probleme für Deutschland gab, dann mit den guten Dreipunktewürfen der Nordafrikaner, die aber sonst große Probleme hatten, sich gegen gut strukturierte Deutsche Würfe aus dem Zweipunktebereich zu kreieren. Tunesien traf aber in der ersten Hälfte 43 Prozent (7 von 16 Versuchen) immerhin seiner Würfe aus der Distanz. Mehr als Ergebniskosmetik brachte das aber nicht.

Gute Chemie in der deutschen Mannschaft

Auch in der zweiten Hälfte ließ Deutschland keine Zweifel daran aufkommen, wer die Partie gewinnt. Mitte des dritten Viertels wurde es kurz einmal etwas hektisch auf dem Court, als Tunesiens Mburad El Mabrouk nach einem Foul mit Isaac Bonga aneinandergeriet. Mitspieler Andreas Obst kam dem deutschen NBA-Profis lautstark zur Hilfe, was eine kleine Rudelbildung nach sich zog. Die Gemüter beruhigten sich aber schnell wieder. Aber diese Szene zeigte deutlich, wie gut sich die deutschen Spieler untereinander verstehen.

Ohnehin ist die gute Teamchemie innerhalb der Mannschaft in diesen Tagen in Hamburg auffällig. Auch die Spieler, die auf der Bank saßen, brachten viel Energie von außen, feuerten immer wieder an, und bejubelten jeden Korberfolg. „Unsere große Chance in diesem Sommer ist, dass wir als Team funktionieren und einander vertrauen. Wir können viel Positives aus dieser Woche und aus dem Supercup mitnehmen“, erklärte Barthel, der bei Fenerbahce Istanbul unter Vetrag steht. Und diesen Supercup will die DBB-Auswahl am Sonntag mit dem Turniersieg krönen.