Segeln

NRV-Geschäftsführer: „Nicht zum Sushi-Essen nach Japan“

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Erik Heil und Thomas Plößel vom NRV holten 2019 WM-Silber.

Erik Heil und Thomas Plößel vom NRV holten 2019 WM-Silber.

Foto: World Championships 49er

Die Elitegruppe des Norddeutschen Regatta Vereins hat olympische Medaillen im Visier. Erlebnis-Auktion startet.

Hamburg.  Sieben von zehn: Das ist die Erfolgsquote des NRV Olympic Teams im Segelaufgebot für die Olympischen Spiele. Vier Frauen und drei Männer aus der Elitegruppe des Norddeutschen Regatta Vereins starten in Japan. So stark wie der Hamburger Traditionsverein an der Alster war in der Vergangenheit noch nie ein Segel-Club in einer Olympia-Segelmannschaft vertreten.

Die Idee zum NRV Olympic Team hatte vor gut zwei Jahrzehnten NRV-Kommodore Gunter Persiehl auf dem Rückflug von den Spielen in Sydney. In­spiriert von zwei Silber- und einer Bronze-Medaille der DSV-Flotte, wollte Persiehl im NRV ein Team formieren, in dem Talente auf besondere Weise gefördert werden. Gut zwei Jahrzehnte später trägt die Arbeit reife Früchte.

Begründeter Optimismus

„Wir fahren nicht zum Sushi-Essen nach Japan“, sagt NRV-Geschäftsführer Klaus Lahme mit Augenzwinkern, „es ist nicht überheblich, wenn wir sagen, dass unsere Segler und Seglerinnen vor Eno­shima mit Medaillenchancen antreten.“ Der Optimismus ist begründet: Allein 2020 haben Olympic-Team-Mitglieder sieben WM- und EM-Medaillen in olympischen oder kommenden olympischen Disziplinen abgeräumt.

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Laser-Weltmeister Philipp Buhl, die Rio-Bronzemedaillengewinner Erik Heil und Thomas Plößel und 49erFX-Vorschoterin Susann Beucke zählen als Top-Akteure im German Sailing Team zu den Mitfavoriten in ihren Disziplinen. Auch der 470er-Crew Luise Wanser/Anastasiya Winkel und Laser-Radial-Steuerfrau Svenja Weger sind Überraschungen zuzutrauen.

Förderung mit einem mittleren sechsstelligen Betrag

Die aktuell 16 NRV-Olympic-Teammitglieder werden jährlich mit einem mittleren sechsstelligen Betrag gefördert. Ein Komitee unter Leitung von Klaus Lahme, dem auch der frühere Olympiasegler Johannes Polgar angehört, entscheidet über die Vergabe der Mittel an die Athleten, die entweder exklusiv für den NRV starten oder ihn als zweite Vereinsheimat gewählt haben.

So wie der Allgäuer Philipp Buhl, der sein Handwerk im kleinen Segelclub­Alpsee-Immenstadt von Vater Friedl Buhl gelernt hat, aber auch im Hamburger Team gerne Mitglied ist: „Ich schätze die Arbeit des NRV Olympic Teams, weil hier die Athleten ihr Wissen in intensiver Weise weitergeben.“ Die höchstgeförderte Crew der vergangenen Jahre sind im NRV Olympic Team Erik Heil und Thomas Plößel, die sich „eine noch schönere Medaille als 2016“ wünschen.

Kreativität bei der Mittelbeschaffung

Die Fördermittel werden von NRV-Olympiafans, Privatleuten und Hamburger Unternehmen eingeworben. Das Erfolgsmodell des Vereins an der Alster hat mehr Bewerber als Plätze. Acht junge Aktive, darunter mit Silas Mühle der Sohn des Hamburger Modemachers Thomas Friese, erhoffen sich aktuell als Anwärter die Aufnahme.

Ihre Kreativität bei der Mittelbeschaffung stellen NRV und NRV Olympic Team ab heute um 12 Uhr mit einer stillen Auktion unter Beweis: Bis zum 27. Juni (21 Uhr) werden Erlebnisse wie ein Dinner mit Vendée-Globe-Star Boris Herrmann, ein Taktik-Training mit Champion Philipp Buhl, ein Olympia-Segel von Erik Heil und Thomas Plößel sowie viele Raritäten und Reisen versteigert. Alle Infos (Angebote und Auktionszugang) unter www.nrv.de.

( tap )