Fußball-Ticker

SV Meppen darf plötzlich wieder auf den Klassenerhalt hoffen

Lesedauer: 17 Minuten
Markus Ballmert und der sportliche Absteiger SV Meppen dürfen plötzlich doch wieder auf den Verbleib in der Dritten Liga hoffen.

Markus Ballmert und der sportliche Absteiger SV Meppen dürfen plötzlich doch wieder auf den Verbleib in der Dritten Liga hoffen.

Foto: Imago/NurPhoto

Aktuelle Meldungen, heiße Gerüchte, scharfe Zitate, Verletzungen und Transfergeflüster. Der Fußball-Ticker hält Sie auf dem Laufenden.

Der Fußball-Ticker am Mittwoch, den 2. Juni 2021:

Ingolstadt und Erfolgstrainer Oral trennen sich

Zweitliga-Aufsteiger FC Ingolstadt und Aufstiegstrainer Tomas Oral haben ihre Zusammenarbeit nach der erfolgreichen Relegation beendet. Wie die Schanzer am Mittwoch mitteilten, werde der auslaufende Vertrag mit dem 48 Jahre alten Chefcoach nicht verlängert. Damit verlässt Oral den FCI nach 2013 und 2018 zum dritten Mal.

„Wir haben Geschichte geschrieben und einen Riesenspirit in den vergangenen knapp eineinhalb Jahren entwickelt“, sagte Oral in der Pressemitteilung des Clubs: „Aber es hat mich auch viel Energie und Kraft gekostet, sodass meine Vorstellungen und Planungen für die Zukunft nun andere sind.“

Oral stand mit Ingolstadt dreimal in Serie in der Relegation zwischen der 2. und 3. Liga. Nach dem Abstieg in der Saison 2018/19 verpassten die Oberbayern in der folgenden Spielzeit durch ein Gegentor in letzter Sekunde gegen den 1. FC Nürnberg den direkten Wiederaufstieg. Im dritten Anlauf machte Ingolstadt am Sonntag gegen den VfL Osnabrück die Rückkehr in die Zweitklassigkeit perfekt.

Dank Uerdingen: Meppen auf auf Klassenerhalt

Der SV Meppen darf trotz seines sportlichen Abstiegs auf einen Verbleib in der 3. Liga hoffen. Der Konkurrent KFC Uerdingen, der sich am letzten Spieltag nur knapp vor den punktgleichen Meppenern den Klassenerhalt gesichert hatte, muss sich aus wirtschaftlichen Gründen aus dem Profifußball zurückziehen. „Ohne Investor und damit ohne finanzielle Planungssicherheit für die kommende Saison gibt es für die KFC Uerdingen 05 Fußball GmbH keine positive Fortführungsprognose mehr“, teilte der Traditionsclub am Mittwoch in einer Presseerklärung mit.

Die Emsländer sind als Tabellen-17. der abgelaufenen Saison der erste Nachrücker für die Uerdinger. Vorstandssprecher Andreas Kramer sagte der Deutschen Presse-Agentur jedoch am Mittwoch vorerst zurückhaltend: „Wir gehen Stand jetzt immer noch davon aus, in der nächsten Saison in der Regionalliga Nord zu spielen. Denn wir müssen erst auf die Antwort des DFB-Lizenzierungsausschusses warten. Wir haben eine Drittliga-Lizenz beantragt, wir gehen auch davon aus, dass wir sie kriegen. Aber wir gehen erst dann von einem Verbleib in der 3. Liga aus, wenn wir das vom DFB schriftlich bekommen.“

Van Bommel neuer Trainer des VfL Wolfsburg

Der Niederländer Mark van Bommel (44) ist neuer Trainer des VfL Wolfsburg. Der frühere Mittelfeldspieler von Bayern München tritt beim Champions-League-Teilnehmer zur neuen Saison die Nachfolge von Oliver Glasner an und unterschrieb einen Vertrag bis 2023. Das teilten die Niedersachsen am Mittwoch mit. Mehr zur Verpflichtung von Mark van Bommel und seinem überraschenden Co-Trainer lesen Sie hier.

Norddeutscher Ex-Profi Bebensee ist tot

Der ehemalige Bundesligaprofi Norbert Bebensee ist tot. Der langjährige Spieler von Hannover 96 starb im Alter von 67 Jahren, wie der TV-Sender Vox bekanntgab. Dieser hatte Bebensee zuletzt durch Auftritte in dem Auswanderer-Format "Goodbye Deutschland" größere Bekanntheit verschafft.

In Hannover stand der torgefährliche Linksverteidiger gleich für zwei Vereine in der Zweiten Bundesliga auf dem Platz: Zunächst Arminia (1976 bis 1980), später Hannover 96 (1980 bis 1983). Mit Blau-Weiß 90 Berlin stieg er 1986 in die Erste Bundesliga auf.

Seine Karriere begann der Schleswig-Holsteiner beim 1. FC Phönix Lübeck, seine letzte Station war die SpVgg Eutin 08. Später wanderte Bebensee mit seiner Frau und Tochter nach Mallorca aus, wo er die "Tapasbar Shorty's" unterhielt. Vox begleitete die Familie dabei jahrelang.

Paderborn holt Perspektivspieler aus Wolfsburg

Zweitligist SC Paderborn hat Innenverteidiger Jannis Heuer (21) von der Zweitvertretung des VfL Wolfsburg für seinen Profikader unter Vertrag genommen. Der Nachwuchsmann erhielt einen Zweijahreskontrakt.

Deutsche Investorenpläne beim FC Nitra gescheitert

Das erst am Jahresanfang abgeschlossene Engagement deutscher Investoren beim slowakischen Erstligisten FC Nitra ist gescheitert. Statt den Club langfristig zu unterstützen und mittelfristig in den Europapokal zu führen, zogen sich der bisherige Sportvorstand Peter Hammer und Finanzvorstand Nik Schwarz zurück. „Ich wurde von meinen slowakischen Kontakten immer gewarnt: Nitra hat Riesenpotenzial, aber im Hintergrund läuft irgendetwas schief seit Jahren. Das wurde jetzt leider bestätigt. Wir mussten auf Empfehlung unseres Rechtsbeistandes ganz schnell einen Schlussstrich ziehen“, sagte Hammer in einem „Transfermarkt“-Interview.

Nach Angaben von Schwarz haben sie Strafanzeige wegen Betruges und versuchten Betruges gestellt: „Die Verkäuferseite musste im Kaufvertrag sechs Punkte erfüllen. Fünf davon haben sie nicht erfüllt und den einzigen eigentlich unser Anwalt. Es war anscheinend von Anfang an nicht gewollt, ein seriöses Geschäft abzuwickeln.“ Hammer leitet in einem Autohaus im fränkischen Röthenbach seine Firmenzentrale. Eine Gruppe deutscher Investoren hatte Nitra im vergangenen Dezember für einen niedrigen Millionenbetrag gekauft. „Das Ziel ist es, in fünf Jahren ein Mini-Ajax in Osteuropa aufzubauen“, hatte Hammer der dpa gesagt.

Jetzt ist das Projekt in der Kleinstadt östlich von Bratislava schon wieder vorbei. In den letzten 13 Monaten wurde der Verein fünfmal verkauft, zuvor immer an „irgendwelche mysteriösen Gruppen“, sagte Hammer: „Da hätten wir uns eigentlich schon wundern müssen.“ Er glaubt, dass der Eigentümer nur „das Geld von uns einstecken wollte und hätte die Schulden nie bezahlt.“ Das Riesengeschäft habe der Eigentümer „selbst kaputt gemacht. Keiner von uns hat Verständnis dafür. Warum? Es fehlt jegliche Logik.“ Nun sei von anderen Vereinen aus der Slowakei Interesse an einer Zusammenarbeit angeboten worden.

Kade kehrt zu Union Berlin zurück

Julius Kade verlässt Zweitliga-Aufsteiger Dynamo Dresden nach einem Jahr und kehrt zu Bundesligist Union Berlin zurück. Die Eisernen machten von einer Rückkaufoption im Vertrag Gebrauch. Über die genauen Ablösemodalitäten vereinbarten beide Vereine Stillschweigen.

Kade (22), der im Nachwuchsleistungszentrum von Hertha BSC ausgebildet wurde, war im vergangenen Sommer von Union nach Dresden in die 3. Liga gewechselt. Dort bestritt er wettbewerbsübergreifend 32 Spiele (drei Tore, zwei Vorlagen).

Kroos nach Corona-Quarantäne fit für die EM

Nach überstandener Corona-Infektion geht Nationalspieler Toni Kroos voller Vorfreude und topfit in die EM-Vorbereitung. „Es ist alles in Ordnung. Das Herz funktioniert noch“, erzählte der Mittelfeldspieler von Real Madrid bestens gelaunt im gemeinsamen Podcast „Einfach mal Luppen“ mit seinem Bruder Felix Kroos (30).

Kroos (31) war am 17. Mai positiv auf das Coronavirus getestet worden und musste in Quarantäne. Erst nach einem negativen PCR-Test durfte er von Spanien ins österreichische Seefeld zum Trainingslager der DFB-Elf reisen, wo er am Sonntag verspätet zum Team stieß. Zunächst wurde er in seinem Zimmer isoliert. „Wie wir alle wissen, gibt es falsche positive und anscheinend auch falsche negative Ergebnisse. Das wurde bei mir am Montagmorgen aber durch den zweiten Negativtest ausgeschlossen. Jetzt bin ich also offiziell und ganz erlaubt bei der Nationalmannschaft“, sagte Toni Kroos.

Nach seiner Ankunft absolvierte Kroos einen Belastungstest. Ein EKG und andere Tests wie Blutabnahme, Lungenfunktionstest und ein Ultraschall vom Herz wurden durchgeführt, um sicherzugehen, „dass ich nicht nur negativ bin, sondern auch wieder Leistungssport machen kann. Mir geht es gut“, sagte der Weltmeister von 2014. Am Montag absolvierte Kroos eine erste leichte individuelle Einheit, am Dienstag nahm er am Abschlusstraining vor dem Testspiel am Mittwoch (21 Uhr/RTL) gegen Dänemark teil. Sein Einsatz in Innsbruck ist aber ausgeschlossen.

Neuhaus dementiert Einigung mit den Bayern

Florian Neuhaus hat Berichte über einen bereits feststehenden Wechsel im Sommer 2022 von Borussia Mönchengladbach zum FC Bayern München zurückgewiesen. „Ich habe auch gelesen, dass mein Wechsel 2022 zum FC Bayern schon beschlossene Sache sei. Ich kann das hier und jetzt ganz klar dementieren“, sagte der Nationalspieler im Interview mit dem Münchner Merkur/tz im EM-Trainingslager in Seefeld.

Der 24-Jährige besitzt in Mönchengladbach einen Vertrag bis 2024. „Ich habe nirgends einen Vertrag unterschrieben außer bei Borussia Mönchengladbach. Dort fühle ich mich aktuell sehr wohl“, sagte Neuhaus.

DFB vor vorletztem EM-Härtetest - Kroos und Musiala zurück
DFB vor vorletztem EM-Härtetest - Kroos und Musiala zurück

Vogts kritisiert Trainer-Ausbildung und tritt aus

Der ehemalige Bundestrainer Berti Vogts hat die Trainer-Ausbildung im DFB kritisiert und sogar persönliche Konsequenzen gezogen. „Wie wir es zurzeit machen, das ist falsch. Ich habe Oliver Bierhoff mehrfach darauf hingewiesen, dass wir mit unserer Trainerausbildung nicht auf dem richtigen Weg sind“, sagte der 74-Jährige der Sport Bild: „Aber es gibt keine Veränderung. Darum bin ich auch aus dem DFB-Beirat ausgetreten.“

DFB-Direktor Bierhoff hatte nach dem WM-Debakel 2018 in Russland das mehrköpfige Expertenteam ins Leben gerufen. Es soll eine „beratende Funktion zu strategischen Prioritäten und Maßnahmen rund um die Nationalmannschaften und Akademie“ einnehmen.

In Sachen Trainer-Ausbildung bewegt sich laut Vogts aber kaum etwas. Sein Rat an den DFB lautet: Holt den früheren Trainer-Chefausbilder Erich Rutemöller (76) zurück. „Er hat zahlreiche Trainer ausgebildet, die heute auf allerhöchstem Niveau arbeiten“, begründete Vogts.

Auch in der Spieler-Ausbildung laufe längst nicht alles in die richtige Richtung. „Wir müssen auch wieder das Außergewöhnliche in den Mittelpunkt stellen“, meinte der frühere Verteidiger. Statt Spieler fast zwanghaft beidfüßig auszubilden, sollten ihre Stärken verbessert werden. „Ein Franz Beckenbauer war außergewöhnlich, dennoch hatte er seinen linken Fuß nur zum Bier holen“, scherzte Vogts.

Großer Zuwachs: RB Leipzig ist "Instagram-Meister"

RB Leipzig ist „Instagram-Meister“. Das ergab die Analyse der Online Marketing Firma Webbosaurus, die die Fan-Wachstumsrate aller 18 Bundesligisten seit Saisonstart gemessen hat.

Demnach haben die Sachsen in der abgelaufenen Spielzeit 51 Prozent Zuwachs auf der Social-Media-Plattform verzeichnen können und setzten sich damit klar vor Bayer Leverkusen (29) und Borussia Mönchengladbach (25) durch.

Die meisten Follower auf Instagram kann aber nach wie vor Bayern München vorweisen (26 Millionen), auf Platz zwei folgt Borussia Dortmund mit 13 Millionen. Leipzig, Schalke und Leverkusen knackten in der abgelaufenen Spielzeit die Marke von einer Million Follower.

Die letzten drei Plätze gingen im Wachstumsranking sportlich wie virtuell an Schalke (12 Prozent), den 1. FC Köln und Werder Bremen (beide jeweils 10).

Matthias Sammer wird Experte bei Amazon

Matthias Sammer kehrt für die Champions League als Fußball-Experte ins TV zurück. Der Europameister von 1996 verstärkt das Team des Streaminganbieters Amazon Prime, der ab der kommenden Saison jeweils dienstags das Top-Spiel der Königsklasse zeigt. Sammer hatte bereits von 2017 bis 2019 für Eurosport gemeinsam mit Moderator Jan Henkel Bundesligaspiele analysiert und war dafür hochgelobt worden.

Zuvor hatte Amazon bereits die Ex-Nationalspieler Mario Gomez, Benedikt Höwedes und Kim Kulig als Experten gewinnen können. „Fußball-Fans können gespannt sein: Weitere namhafte Star-Gäste aus der deutschen Fußballwelt werden unser Experten-Team noch ergänzen“, sagte Alex Green, Geschäftsführer Prime Video Sports, der Sport Bild.

Copa América: Spielergewerkschaft meldet sich

Die Spielergewerkschaft Fifpro hat wegen der Verlegung der Copa América in den Corona-Brennpunkt Brasilien „ernsthafte Bedenken“. Die Entscheidung sei nicht „nur kurzfristig, sondern der alternative Gastgeber hat es mit einer alarmierenden Anzahl von Covid-19-Fällen zu tun. Die Durchführung eines Turniers unter diesen Umständen erfordert eine sehr gute Vorbereitung. Daher könnte diese Entscheidung schwerwiegende Auswirkungen auf die Gesundheit der Profifußballer, des Personals und der Öffentlichkeit haben“, teilte die Fifpro mit.

Da die Corona-Pandemie die öffentlichen Gesundheitsdienste in ganz Südamerika weiterhin belastet, „bitten wir Conmebol respektvoll, alle erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, um sicherzustellen, dass der Wettbewerb die Spieler nicht gefährdet.“ Die Fifpro würde „natürlich“ jeden Spieler „uneingeschränkt“ unterstützen, der aus Gesundheits- und Sicherheitsgründen nicht bei der Copa spielen will, hieß es. Wie bei früheren Nationalmannschaftswettbewerben während der Pandemie müssten die Spieler „ohne das Risiko von Sanktionen“ ihre eigene Gesundheit und die ihrer Familien priorisieren können und gegebenenfalls auf eine Turnierteilnahme verzichten dürfen.

Der kontinentale Fußballverband Conmebol hatte am Montag nach dem Aus von Kolumbien und Argentinien als Ausrichter zwei Wochen vor dem Turnierstart Brasilien als neuen Gastgeber bekanntgegeben. Die Copa América soll vom 13. Juni bis 10. Juli ausgetragen werden. Gespielt wird in Brasília, Cuiabá, Goiânia und Rio de Janeiro. Die Partien sollen ohne Publikum und mit strengen Hygieneprotokollen stattfinden.

Die Verlegung hatte für Kritik gesorgt. Einige Gouverneure lehnten die Austragung von Spielen in ihren Bundesstaaten ab. Brasilien, das erst im Januar mit Impfungen begann, ist besonders stark von der Pandemie betroffen: Bislang haben sich im größten Land Lateinamerikas mehr als 16,5 Millionen Menschen nachweislich infiziert, über 460.000 Menschen sind im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben.

Brasilien bestätigt Copa America und benennt Spielorte
Brasilien bestätigt Copa America und benennt Spielorte

Funkel über Trainerjob: "Schließe nichts aus"

Friedhelm Funkel schließt eine erneute Rückkehr auf die Trainerbank nicht aus. Eigentlich wollte der Fußballlehrer, der den 1. FC Köln in der Relegation vor dem Bundesligaabstieg bewahrte und den Club nach acht Spielen wieder verlässt, jetzt endgültig in den Ruhestand gehen. „Das ist nun ein schöner Abschluss. Wobei: Ich schließe nichts mehr aus. Das habe ich gelernt“, schrieb Funkel in einem Gastbeitrag in der „Sport Bild“ (Mittwoch). Eine ganze Saison schaffe er aber nicht mehr. „Ich werde im Dezember 68, da mache ich mir nichts vor. Aber ein paar Wochen am Ende. Vielleicht...“

Funkel hatte Köln nach 28 Saisonspielen auf Platz 17 von Markus Gisdol übernommen. Nach dem 0:1 im Relegationshinspiel gegen Holstein Kiel schafften die Kölner am vergangenen Samstag mit einem 5:1 im Rückspiel den Klassenverbleib. Nur einen Tag später wurde Sportchef Horst Heldt vom FC-Vorstand um Präsident Werner Wolf beurlaubt.

Über den Vorstand zeigte sich Funkel verärgert. „Was mich am meisten überrascht und auch enttäuscht: Bis heute habe ich unseren Präsidenten Werner Wolf nicht einmal gesehen. Er und unser Vize Eckhard Sauren haben an meinem zweiten Tag beim FC mal kurz angerufen, mehr nicht“, schrieb Funkel. Zwischenzeitlich seien die beiden zu einer Sitzung im Geißbockheim gewesen, „während wir in der Kabine waren. Sie hätten ja mal Guten Tag sagen und der Mannschaft viel Erfolg wünschen können. Ich denke, dass man so viel Respekt erwarten darf. Und es wäre trotz der Corona-Richtlinien möglich gewesen.“

Joachim Löw bedauert seine Kinderlosigkeit

Joachim Löw bedauert es, keine Kinder zu haben. „Natürlich gibt es Momente, in denen ich eigene Kinder sehr vermisse“, sagte der Bundestrainer der Zeit: „Ich bin ja in einer Großfamilie aufgewachsen, habe vier Brüder. Meine Mutter hat acht Geschwister. Ich habe zig Cousins und Cousinen. Und alle sind kinderreich. Bei uns war das Haus immer voll.“

Im Alter von 25, 30 oder 35 Jahren habe er „das noch nicht so gesehen. Da konnte ich es mir vielleicht nicht vorstellen, habe das Thema verdrängt oder weggeschoben“, meinte Löw und bekannte: „Die letzten zehn Jahre denke ich aber schon immer wieder daran oder darüber nach, wie es gewesen wäre, Kinder zu haben.“ Immerhin habe er „einige Patenkinder, und die sind oft bei uns“.

Der 61-Jährige sprach in dem Interview auch offen über den Umgang mit dem Thema Homosexualität im Fußball. In der Gesellschaft sei die Offenheit vorhanden, sagte er, „und das ist wichtig. Obwohl sich schon wahnsinnig viel getan hat, fehlt sie aber vielleicht noch ein bisschen im Stadion.“ Auf die Frage, ob er sich trotzdem bekennen würde, wenn er selbst homosexuell wäre, antwortete Löw: „Dann würde ich dazu auch stehen.“

Keine Veränderungen - Der EM-Kader der Nationalmannschaft
Keine Veränderungen - Der EM-Kader der Nationalmannschaft
( HA/sid/dpa )