31. Bundesliga-Spieltag

Leipzig verdirbt Meisterparty – Dortmund gewinnt „Endspiel“

| Lesedauer: 8 Minuten
Gregor Kobel (l.) ist vor Leipzigs Tyler Adams am Ball. Stuttgarts Torwart verhinderte mit starken Paraden eine höhere Niederlage des VfB.

Gregor Kobel (l.) ist vor Leipzigs Tyler Adams am Ball. Stuttgarts Torwart verhinderte mit starken Paraden eine höhere Niederlage des VfB.

Foto: Odd Andersen / AFP

Ex-HSV-Stürmer Joel Pohjanpalo gelingt ein Hattrick, Erling Haaland ein Doppelpack – und auch Robert Lewandowski trifft wieder.

Hamburg. Der FC Bayern hat seine erste Chance auf den frühzeitigen Titelgewinn in der Fußball-Bundesliga vergeben. Die Münchner unterlagen am Sonnabend am 31. Spieltag überraschend beim abstiegsbedrohten FSV Mainz 05. Verfolger RB Leipzig verkürzte den Rückstand auf den Rekordmeister am Sonntag mit einem Sieg gegen den VfB Stuttgart auf sieben Zähler.

Im Rennen um die Champions League erkämpfte sich Borussia Dortmund in Unterzahl einen wichtigen Erfolg beim VfL Wolfsburg und rückte als Fünfter bis auf zwei Zähler an die Niedersachsen auf Rang drei heran. Frankfurt hingegen verpasst durch die Niederlage gegen Bayer Leverkusen den Sprung auf Platz drei – und liegt nun mit je einem Punkt Abstand zwischen Wolfsburg und Dortmund.

Für den SV Werder Bremen wird die Lage im Abstiegskampf dagegen immer bedrohlicher. Die Norddeutschen unterlagen mit 1:3 beim 1. FC Union Berlin und kassierten die siebte Liga-Niederlage in Serie. Die Mainzer haben als Zwölfter schon vier Punkte Vorsprung auf Bremen und zudem ein Spiel weniger absolviert. Der SC Freiburg und die TSG 1899 Hoffenheim trennten sich im Mittelfeld-Duell unentschieden. Gladbach feierte einen Kantersieg gegen Bielefeld.

Borussia Mönchengladbach – Arminia Bielefeld 5:0

Per Blitzstart zum höchsten Saisonsieg: Angeführt von Doppelpacker Breel Embolo hat Borussia Mönchengladbach seine Mini-Chance auf einen Europapokalplatz eindrucksvoll am Leben gehalten. Beim nie gefährdeten 5:0 (3:0) gegen den harmlosen Abstiegskandidaten Arminia Bielefeld führte das Team des scheidenden Trainers Marco Rose schon nach 18 Minuten mit 3:0.

Embolo (6.), Marcus Thuram (15.) und Ramy Bensebaini (18., Handelfmeter) sorgten im Borussia-Park schnell für klare Verhältnisse. Erneut Embolo (69.) erhöhte nach der Pause und schnürte seinen ersten Doppelpack seit Dezember 2019, Alassane Plea (84.) setzte den Schlusspunkt gegen am Ende völlig überforderte Bielefelder. Während die Fohlen Rang sieben verteidigten, steckt Aufsteiger Bielefeld als Tabellen-15. weiter in Not.

RB Leipzig – VfB Stuttgart 2:0

Verfolger RB Leipzig hat dem FC Bayern die Meister-Party auf dem Sofa verdorben. Durch einen 2:0 (0:0)-Sieg gegen den VfB Stuttgart nutzten die Sachsen den Ausrutscher der Münchner und erhielten am Sonntag ihre sehr kleine Titelchance aufrecht. Nach der 1:2-Niederlage der Bayern beim FSV Mainz 05 am Tag zuvor beträgt der Rückstand von RB drei Spieltage vor Schluss noch sieben Punkte.

Amadou Haidara (46.) und Emil Forsberg (67., Foulelfmeter) trafen für die Leipziger, die nach drei Heimspielen in Folge ohne Sieg wieder erfolgreich waren. Stuttgarts Naouirou Ahamada hatte früh die Rote Karte wegen groben Foulspiels (14.) gesehen. RB ist durch den wichtigen Triumph ganz nah dran an der Qualifikation für die Champions League. Mit 64 Zählern steht Leipzig nun neun Punkte vor dem Fünften Borussia Dortmund.

1. FSV Mainz 05 – FC Bayern München 2:1

Bayern München hat seinen ersten Matchball trotz des Comebacks von Weltfußballer Robert Lewandowski überraschend vergeben. Die Mannschaft von Trainer Hansi Flick verlor völlig verdient 1:2 (0:2) beim furios aufspielenden FSV Mainz 05, mit einem Sieg wäre die 31. deutsche Meisterschaft bereits vorzeitig unter Dach und Fach gewesen.

U-21-Nationalstürmer Jonathan Burkardt (3.) und Robin Quaison (37.) trafen vor den Augen von Bundestrainer Joachim Löw für die Mainzer, die nun schon seit sieben Spielen in Folge ungeschlagen sind (fünf Siege, zwei Unentschieden) und einen großen Schritt Richtung Klassenerhalt machten. Mit diesem Resultat waren die Bayern mit ihrer in der ersten Hälfte indisponierten Defensive sogar noch gut bedient.

Die Rückkehr von Topstürmer Lewandowski zeigte erst spät Wirkung – zu spät. Der Pole, der wegen einer Bänderdehnung im rechten Knie die vergangenen sechs Pflichtspiele verpasst hatte und wie Leon Goretzka in die Startelf zurückkehrte, traf erst in der vierten Minute der Nachspielzeit zum Anschluss. Zum ewigen Torrekord von „Bomber“ Gerd Müller (40 Saisontore, 1971/72) fehlen ihm bei drei ausbleibenden Spielen nun noch vier Treffer.

VfL Wolfsburg – Borussia Dortmund 0:2

Borussia Dortmund hat dank Superstürmer Erling Haaland sein „Endspiel“ im Kampf um die Champions League gewonnen. Der BVB erkämpfte sich beim VfL Wolfsburg ein 2:0 (1:0) und verkürzte den Rückstand auf den Werksclub auf zwei Punkte. Haaland (12.) traf erst zur Führung, dann machte der 20-Jährige nach einem 50-Meter-Sprint alles klar (68.).

Wolfsburg hatte diese Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor trotz guter Möglichkeiten nicht. Und so feierte der BVB einen extrem wichtiger Dreier, zumal das Team nach der Gelb-Roten Karte für Jude Bellingham (58.) mehr als 30 Minuten in Unterzahl spielte.

Nach dem vierten Bundesliga-Sieg in Serie rangiert Dortmund zwar weiter auf Rang fünf, hat in dieser Verfassung in den verbleibenden drei Spielen aber wieder beste Chancen, doch noch in die lukrative Königsklasse einzuziehen. Wolfsburg bleibt trotz der Niederlage Dritter – Eintracht Frankfurt trifft am Abend allerdings auf Bayer Leverkusen und könnte vorbeiziehen.

1. FC Union Berlin – Werder Bremen 3:1

Werder Bremen hat seinen Absturz aufgrund eines Hattricks von Joel Pohjanpalo fortgesetzt: Der frühere HSV-Stürmer führte Union Berlin mit seinem Dreierpack in der zweiten Halbzeit zu einem völlig verdienten 3:1-(0:0)-Erfolg und vergrößerte die Abstiegssorgen der Bremen. Nach sieben Niederlagen in Folge sind die Bremer dem ersten Abstieg seit 1980 gefährlich nahe gekommen.

Pohjanpalo drehte in der zweiten Halbzeit auf und sorgte mit seinen Saisontoren Nummer drei bis fünf (50./53./67.) für den klaren Sieg. Zuletzt hatte der Finne am 10. September 2016 drei Tore in einem Spiel erzielt. Theodor Gebre Selassie (82.) markierte das Ehrentor für die Hanseaten. Union Berlin blieb auch im 15. Heimspiel in Folge ungeschlagen und darf mit 46 Punkten weiter in Richtung internationale Plätze schielen.

SC Freiburg – TSG 1899 Hoffenheim 1:1

Die TSG Hoffenheim hat sich wohl ihrer Abstiegssorgen entledigt. Die Kraichgauer holten ein 1:1 (1:0) im badischen Duell beim SC Freiburg und haben damit sieben Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz.

Der kroatische WM-Zweite Andrej Kramaric (40.) traf für die TSG, die zuvor nach dreimal in Folge gegen den Sport-Club verloren hatte. Der Ex-Hoffenheimer Vincenzo Grifo war per Foulelfmeter (81.) für den SC erfolgreich.

FC Augsburg – 1. FC Köln 2:3

Der 1. FC Köln darf im Kampf gegen den Abstieg weiter auf ein Happy End hoffen. Nach dem Coup gegen RB Leipzig (2:1) legte die Mannschaft von Trainer Friedhelm Funkel am Freitagabend mit einem am Ende etwas glücklichen 3:2 (3:0) beim FC Augsburg nach. Nach Treffern des überragenden Ondrej Duda (8./33.) und Florian Kainz (23.) zitterte sich die Geißbock-Elf zum zweiten Sieg nacheinander und sprang mit drei Punkten Vorsprung vor Hertha BSC auf den Relegationsplatz.

Die Berliner haben aufgrund ihrer Quarantäne allerdings noch sechs Spiele zu absolvieren, Köln nur noch drei. Dasselbe gilt für den FCA, der nach einer katastrophalen ersten Halbzeit und Treffern durch Robert Gumny (54.) und Ruben Vargas (62.) das Spiel fast noch gedreht hätte. Nach nur einem Punkt aus den vergangenen vier Spielen hat die Mannschaft von Trainer Heiko Herrlich ein solides Polster auf die Abstiegsplätze verspielt: Sie liegt nur noch vier Zähler vor den Rheinländern.

Bayer Leverkusen – Eintracht Frankfurt 3:1

Eintracht Frankfurt hat im Kampf um die Champions League eine Niederlage bei Bayer Leverkusen hinnehmen müssen. Die Hessen verloren am Samstag mit 1:3 (0:0) und haben als Tabellenvierter jetzt nur noch einen Punkt Vorsprung auf Borussia Dortmund.

Leon Bailey (70. Minute), Lucas Alario (80.) und Kerem Demirbay (90.+1) trafen zum dritten Sieg im fünften Spiel unter Trainer Hannes Wolf. Der Treffer von André Silva zum 1:2 kam für die Gäste zu spät (90.+1). Die Leverkusener liegen mit 50 Punkten auf Platz sechs in der Fußball-Bundesliga und haben drei Spieltage vor Schluss zumindest noch theoretische Chancen auf die Königsklasse.

( SID/dpa )

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