Fußball-Ticker

Remis im Berliner Derby: Es brannte nur bei der Pyro-Show

Lesedauer: 14 Minuten
Das Pyro-Feuerwerk einiger Union-Fans mit dem Anpfiff löste ein kleines Feuer auf dem Dach eines Verkaufsstandes am Stadion aus.

Das Pyro-Feuerwerk einiger Union-Fans mit dem Anpfiff löste ein kleines Feuer auf dem Dach eines Verkaufsstandes am Stadion aus.

Foto: Imago / Matthias Koch

Aktuelle Meldungen, heiße Gerüchte, scharfe Zitate, Verletzungen und Transfergeflüster. Der Fußball-Ticker hält Sie auf dem Laufenden.

Der Fußball-Ticker am Ostersonntag, den 4. April 2021:

Remis beim Derby zwischen Union und Hertha

Im Kampf gegen den Abstieg hat sich Hertha BSC im Berliner Stadtderby beim 1. FC Union immerhin einen Punkt erkämpft. Mit dem 1:1 (1:1) hält die Mannschaft von Hertha-Trainer Pál Dárdai die Konkurrenz um den Klassenerhalt auf zartem Abstand. Nach dem 27. Spieltag hat Hertha als 14. mit 25 Punkten weiterhin nur zwei Zähler Vorsprung vor den Abstiegsrängen.

Zwar kann sich Hertha nach dem 3:1 aus der Hinrunde und dem Remis nun Stadtmeister nennen, doch die „Eisernen“ werden in der Tabelle auch am Schluss wohl deutlich vor dem Lokalrivalen landen. Das Team von Trainer Urs Fischer hat als Siebter 39 Zähler auf dem Konto und so weiterhin gute Chancen, sich für den Europapokal zu qualifizieren. Robert Andrich (10. Minute) traf für die Gastgeber in Köpenick, Dodi Lukebakio (35./Foulelfmeter) war für Hertha erfolgreich.

Auch ohne Fans herrschte zu Beginn im Stadion An der Alten Försterei ohrenbetäubender Lärm. Rund drei Minuten lang wurden nach dem Anpfiff außerhalb der Arena unzählige Raketen und andere Pyrotechnik gezündet. Dabei brach auf dem Dach eines Verkaufsstandes auch ein kleines Feuer aus. Ungeachtet dessen lief das Spiel ohne Pause weiter.

Stuttgart schlägt Bremen 1:0

Der VfB Stuttgart kann weiter auf das Erreichen eines Europacupplatzes hoffen. Der Aufsteiger gewann im eigenen Stadion gegen Werder Bremen mit 1:0 (0:0). Den entscheidenden Treffer erzielte der Bremer Ludwig Augustinsson in der 81. Minute mit einem Eigentor. Die Stuttgarter rückten durch den zehnten Saisonsieg bis auf vier Zähler an Leverkusen auf Platz sechs heran, der die Teilnahme an den Playoffs zur neu geschaffenen Europa Conference League bedeutet. Werder Bremen fiel durch die elfte Niederlage auf den 13. Rang zurück.

Watzke: Von BVB-Elf „maßlos enttäuscht“

BVB-Boss Hans-Joachim Watzke hat die eigene Mannschaft nach der 1:2-Niederlage gegen Frankfurt scharf kritisiert. „Ich habe die Mannschaft immer in Schutz genommen. Aber für das Auftreten im Spiel gegen Eintracht Frankfurt kann ich das nicht mehr machen“, sagte der 61-Jährige den „Ruhr Nachrichten“. In so einem Spiel müsse man eine andere Körperhaltung zeigen, man müsse sehen, dass man als Sieger vom Platz gehen und das eigene Tor mit aller Macht verteidigen wolle. „Das hat mir gefehlt. Das ist eine Willensfrage, und da hat mich die Mannschaft maßlos enttäuscht.“

Der späte Gegentreffer von Eintracht-Torjäger André Silva (87. Minute) nahm dem BVB bei nun sieben Punkten Rückstand auf den Tabellenvierten aus Frankfurt fast alle Hoffnungen auf die Qualifikation für die Champions League. Auch Sportdirektor Michael Zorc kommentierte die Leistung äußerst kritisch und forderte eine Reaktion. Er sei „sehr enttäuscht“, sagte er. „In der Rolle des Jägers erwarte ich deutlich mehr. Wir haben unseren eigenen Ansprüchen nicht genügt, haben viel zu viele Fehler gemacht, das war zwischenzeitlich wild auf dem Platz.“

Corona! Hertha ohne Torhüter Jarstein

Torhüter Rune Jarstein fehlt Hertha BSC wegen eines positiven Corona-Tests kurzfristig im Hauptstadt-Derby. Dies teilte der Club vor dem Anpfiff der Partie bei Union Berlin am Ostersonntag mit. Dem Norweger gehe es nach Vereinsangaben „gut“, nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt seien „keine weiteren Schritte notwendig“. Für Jarstein spielt Alexander Schwolow, der seit dem Amtsantritt von Trainer Pal Dardai im Januar ins zweite Glied gerückt war.

Heldt: Gisdol sitzt gegen Mainz auf der Bank

Markus Gisdol bleibt vorerst Trainer des abstiegsgefährdeten 1. FC Köln. „Ja, Markus wird gegen Mainz auf der Bank sitzen“, sagte Sportchef Horst Heldt. Eine Job-Garantie bis zum Saisonende bekam Gisdol, dessen Mannschaft auf dem Relegationsplatz steht, aber nicht. „Wir sind davon überzeugt, dass es sinnvoll ist, von Woche zu Woche zu denken“, so Heldt vierlsagend. Klingt nach einem persönlich Endspiel für Ex-HSV-Coach Gisdol gegen den direkten Konkurrenten.

Es gebe immer viele Kriterien, die zu einer Entscheidung führten, ergänzte Heldt. Ausschlaggebend sei die Leistung des Teams beim unglücklichen 0:1 (0:0) gegen den VfL Wolfsburg gewesen. Die Spieler hätten den Plan des Trainers umgesetzt. „Sie stellen sich der Situation nach wie vor. Sie folgen dem Trainer“, sagte Heldt. Es gebe keine Notwendigkeit, „da etwas zu verändern“. Es sind Aussagen, die daherkommen wie typische Durchhalteparolen.

Nagelsmann hakt Titelchance ab

Nach der Niederlage im Spitzenspiel gegen den FC Bayern hat Leipzigs Trainer Julian Nagelsmann die Meisterschaft abgeschrieben. Es gehe jetzt darum, in der Bundesliga Zweiter zu werden, sagte der 33-Jährige bei Sky im Anschluss an das 0:1 (0:1). „Wir spielen eine gute Saison, die müssen wir so weiterspielen – auch wenn die erste Chance auf einen Titel weg ist.“ Der Vorsprung des Tabellenführers auf Leipzig beträgt bei noch sieben Spielen nun sieben Punkte.

„Das ist natürlich nicht einfach, da müssen wir nicht drumherum reden“, sagte Nagelsmann. „Das ist die hohe Kunst eines Spielers und eines Trainers. Natürlich muss man das kurz sacken lassen, das ist – glaube ich – ganz normal, wenn im Leben ein Ziel weg scheint. Die Jungs haben einen guten Charakter und haben nicht aufgegeben.“ Im Gegensatz zu den Bayern sind die Leipziger noch im DFB-Pokal vertreten, das Halbfinale steigt am 30. April.

Flick: Lewandowski macht „eine Woche gar nichts“

Die Hoffnung des FC Bayern auf ein Comeback des verletzten Weltfußballers Robert Lewandowski möglicherweise schon zum Viertelfinal-Rückspiel in der Champions League ist gering. Es sei wichtig, bei einem solchen Spieler nichts zu früh zu machen, sagte Trainer Hansi Flick. „Wir haben da absolute Experten, die da am Werk sind.“ Erst wenn alle „Grünes Licht geben“, werde der Pole wieder eingesetzt.

Die Bayern bestreiten am kommenden Mittwoch ihr Hinspiel gegen Paris (21 Uhr/Sky), das Rückspiel steht am 13. April an. Lewandowski (32) hatte im Länderspiel für Polen vor knapp einer Woche eine Bänderdehnung im rechten Knie erlitten, nach ersten Vereinsangaben fällt er rund vier Wochen aus. Es sei angedacht, sagte Flick, dass der Stürmerstar nun „eine Woche gar nichts“ mache. Im Anschluss, werde er „wieder anfangen, in der Reha zu trainieren“. „Wir schauen Tag für Tag und hoffen, dass er schnell wieder zurück ist.“

Liverpool nach 3:0 bei Arsenal bereit für Real

Der FC Liverpool hat im Rennen um die Champions-League-Plätze einen wichtigen Erfolg verbucht. Das Team von Trainer Jürgen Klopp gewann am späten Sonnabendabend beim FC Arsenal hochverdient mit 3:0 (0:0) und rückte bis auf zwei Punkte an den von Thomas Tuchel trainierten Tabellenvierten FC Chelsea heran. Allerdings könnten im Laufe des Spieltags noch drei Mannschaften an den Reds vorbeiziehen.

Vor dem Viertelfinal-Hinspiel der Champions League am Dienstag gegen Real Madrid sorgten der eingewechselte Diogo Jota (64./82. Minute) und Mohamed Salah (68.) für eine gelungene Generalprobe. Für Salah war es das 93. Tor in seinem 150. Premier-League-Spiel. Nur vier Spieler haben in der Liga-Geschichte eine bessere Bilanz. Am Dienstag trifft Liverpool im Viertelfinale der Königsklasse auf Real Madrid.

Die Tabellenspitze in England

1. Manchester City 38 Sp. / 83:32 Tore / 86 Pkt.
2. Manchester Utd. 38 Sp. / 73:44 Tore/ 74 Pkt.
3. FC Liverpool 38 Sp. / 68:42 Tore / 69 Pkt.
4. FC Chelsea. 38 Sp. / 58:36 Tore / 67 Pkt.
5. Leicester City 38 Sp. / 68:50 Tore / 66 Pkt.
6. Westham United 38 Sp. / 62:47 Tore / 65 Pkt.
7. Tottenham 38 Sp. / 68:45 Tore / 62 Pkt.
8. FC Arsenal 38 Sp. / 55:39 Tore / 61 Pkt.
9. Leeds United 38 Sp. / 62:54 Tore / 59 Pkt.

Knäbel plant auf Schalke längerfristig mit Grammozis

Schalkes neuer Sportvorstand Peter Knäbel hat die Verpflichtung von Trainer Dimitrios Grammozis beim mit der längerfristigen Perspektive begründet. „Wir haben Dimitrios Grammozis auch deswegen angestellt, weil er die 2. Liga auch kennt. Von daher ist es klar, dass wir mit ihm auch das Szenario 2. Liga planen“, sagte der 54-Jährige. In der Phase nach Ex-Trainer Christian Gross „haben wir uns dafür entschieden, dass wir beide Szenarien abdecken. Wir sehen bei Mainz 05, wie gut das funktioniert, wenn man das langfristig nach vorne plant“, betonte Knäbel.

Tuchel will Werner wieder aufbauen

Thomas Tuchel will Nationalstürmer Timo Werner nach der Kritik und Häme der letzten Tage beim FC Chelsea wieder aufpäppeln. „Ich bin froh, dass er jetzt wieder hier ist. Hier können wir ein bisschen auf ihn aufpassen und hoffen, dass er zu Hause schlechtes WLAN hat und sich das nicht alles reinzieht“, sagte der deutsche Teammanager der Blues.

Erneut gab er dem 25-Jährigen nach dessen vergebener Großchance in der WM-Qualifikation gegen Nordmazedonien (1:2) volle Rückendeckung. „Wenn das jetzt das Tief in seiner Karriere ist, okay, dann ist das jetzt vielleicht der Tiefpunkt seiner Karriere. Da wären andere froh, wenn das ihr Highlight wäre“, meinte Tuchel.

So machte sich das Netz über Werner lustig:

Positiver Corona-Test: Freiburg ohne Grifo

Der SC Freiburg muss nach einem positiven Coronatest vorerst auf Stürmer Vincenzo Grifo verzichten. Bei dem 27-Jährigen fiel nach der Rückkehr von der italienischen Nationalmannschaft „ein weiterer Corona-Verlaufstest mit niedriger Viruskonzentration positiv aus“, teilten die Breisgauer mit. Alle übrigen Tests innerhalb der Mannschaft seien negativ ausgefallen. Grifo hat sich nach Klubangaben umgehend in Quarantäne begeben. Die Reise zum Auswärtsspiel bei Gladbach (1:2) trat der Spielmacher somit nicht an.

Real Madrid siegt und bleibt im Titelrennen

Real Madrid ist mit einem Sieg vorerst auf Platz zwei in der spanischen Liga gesprungen. Das Team von Trainer Zinédine Zidane gewann am Sonnabend souverän mit 2:0 (1:0) gegen SD Eibar und zog damit zumindest bis Montagabend am FC Barcelona vorbei. Die Königlichen rückten mit dem Sieg auf drei Punkte an Tabellenführer und Stadtrivale Atlético Madrid heran, der am Sonntag zum Auswärtsspiel beim Tabellenvierten FC Sevilla antritt.

Real ging in der 41. Minute durch Marco Asensio hochverdient in Führung. Der Rekordmeister war im ersten Durchgang die klar bessere Mannschaft, traf einmal die Latte (22.) und bekam zwei Tore wegen Abseits nicht anerkennt (5./36.). In der 73. Minute erhöhte Karim Benzema nach einer Flanke von Vinícius Júnior per Kopf auf 2:0.

Die Tabellenspitze in Spanien:

1. Atlético Madrid 38 Sp. / 67:25 Tore / 86 Pkt.
2. Real Madrid 38 Sp. / 67:28 Tore / 84 Pkt.
3. FC Barcelona 38 Sp. / 85:38 Tore / 79Pkt.
4. FC Sevilla 37 Sp. / 52:33 Tore / 74 Pkt.

Real musste erneut auf Kapitän Sergio Ramos verzichten, der sich bei der spanischen Nationalmannschaft an der Wade verletzte. Die Mannschaft konnte trotzdem ihre Serie von zuvor zehn Spielen ohne Niederlage ausbauen. Toni Kroos, der die deutschen WM-Qualifikationsspiele wegen Adduktorenproblemen verpasst hatte, wurde nach einer Stunde eingewechselt.

Milan und Juve patzen – Rot für Ribéry

Juventus Turin und der AC Mailand haben im Titelkampf der Serie A erneut Rückschläge hinnehmen müssen. Der italienische Meister aus Turin kam am Sonnabend im Stadtduell beim FC Turin nur zu einem 2:2 (1:1). Milan hatte zuvor gegen Sampdoria Genua nur ein 1:1 (0:0) erreicht. Inter Mailand baute seine Tabellenführung mit einem 1:0 (1:0)-Sieg beim FC Bologna aus.

Juventus lag gegen den Stadtrivalen zwei Mal zurück. Antonio Sanabria (27., 46.) brachte Torino jeweils in Führung. Federico Chiesa (13.) und Superstar Cristiano Ronaldo (79.) retteten dem Titelverteidiger immerhin noch einen Zähler gegen den Abstiegskandidaten.

Die Tabellenspitze in Italien:

  • 1. Inter Mailand: 35 Spiele, 85 Punkte, + 49 Tore
  • 2. Atalanta Bergamo: 35 Spiele, 72 Punkte, + 42 Tore
  • 3. AC Mailand: 35 Spiele, 72 Punkte, + 24 Tore
  • 4. SSC Neapel: 35 Spiele, 70 Punkte, + 39 Tore
  • 6. Juventus Turin: 35 Spiele, 69 Punkte, + 33 Tore

Der langjährige Bayern-Profi Franck Ribéry sah derweil im Spiel des AC Florenz beim CFC Genua die Rote Karte. Der 37-jährige Franzose musste in der 52. Minute wegen groben Foulspiels vom Platz. Florenz hielt in Unterzahl aber das 1:1 (1:1) und bleibt im unteren Mittelfeld.

Kahn: Flick „voll auf Bayern fokussiert“

Der designierte Bayern-Chef Oliver Kahn hat Aussagen zur Zukunft von Trainer Hansi Flick über die aktuelle Saison hinaus vermieden. „Ich habe in den vergangenen Wochen das eine oder andere Gespräch mit Hansi gehabt und konnte in diesen Gesprächen nicht feststellen, dass er da große Tendenzen hat, was die Nationalmannschaft anbelangt“, sagte Kahn bei Sky. „Er ist voll auf den FC Bayern München fokussiert.“

Flick wird als möglicher Nachfolger für Bundestrainer Joachim Löw gehandelt, der nach der EM in diesem Sommer aufhört. Der DFB hatte versichert, nicht mit Trainern das Gespräch zu suchen, die noch unter Vertrag stehen. Der 56 Jahre alte Flick ist bei den Bayern noch bis 2023 gebunden. „Er möchte die nächste Meisterschaft einfahren, ganz klar“, sagte Bayern-Vorstand Kahn. „Ich konnte nicht feststellen, dass seine Gedanken in Richtung Nationalmannschaft gegangen sind. Er möchte sich auf die aktuelle, auf die laufende Saison konzentrieren.“

( wal/sid/dpa )