Fußball-Ticker

Weiterer Corona-Fall beim KSC – HSV-Spiel wird verschoben

Lesedauer: 31 Minuten
Ob HSV-Trainer Daniel Thioune glücklich über die Spielverschiebung sein wird?

Ob HSV-Trainer Daniel Thioune glücklich über die Spielverschiebung sein wird?

Foto: Witters

Aktuelle Meldungen, heiße Gerüchte, scharfe Zitate, Verletzungen und Transfergeflüster. Der Fußball-Ticker hält Sie auf dem Laufenden.

Der Fußball-Ticker am Dienstag, den 6. April 2021:

Weiterer Corona-Fall beim KSC – HSV-Spiel wird verschoben

Die Mannschaft des Zweitligisten Karlsruher SC geht nach einem weiteren Corona-Fall für 14 Tage in Quarantäne. Das beschloss der Club am Dienstag in Absprache mit dem Karlsruher Gesundheitsamt. Zuvor hatte die turnusmäßige PCR-Testung einen weiteren positiven Befund in der Mannschaft ergeben, schon Anfang April hatte der KSC zwei Fälle gemeldet. Ziel der Quarantäne sei es, „ein weiteres Ausbreiten der Infektion zu verhindern“, sagte Oliver Kreuzer, Geschäftsführer Sport. Die Quarantäne gilt für den kompletten Kader. Einzig die Spieler, die zuletzt nicht im Mannschaftskreis trainiert haben, sind von der Quarantäne nicht betroffen.

Die Quarantäne gilt bis zum 20. April. Der Club wird nun bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) beantragen, die Partien gegen Fortuna Düsseldorf (10.4.), Erzgebirge Aue (17.4.) und den Hamburger SV (20.4.) zu verschieben. Damit deutet sich allerdings ein erhebliches Terminproblem an. Eventuell muss der KSC zwischen dem vorletzten (16.5.) und dem letzten (23.5.) Spieltag unter der Woche antreten. Mit acht Punkten Rückstand auf Platz zwei hat Karlsruhe noch eine kleine Aufstiegschance. Der namentlich nicht genannte Spieler weise „keine Symptome“ auf, teilte der KSC weiter mit.

Rassismus: UEFA suspendiert Prag-Profi Kudela

Nach dem Rassismus-Vorwurf während des Europa-League-Spiels gegen die Glasgow Rangers wird Verteidiger Ondrej Kudela dem tschechischen Meister Slavia Prag vorerst fehlen. Die Kontroll-, Ethik- und Disziplinarkammer der Europäischen Fußball-Union (UEFA) leitete ein Verfahren gegen den tschechischen Nationalspieler ein. Als Folge wurde der 34-Jährige für das Viertelfinal-Hinspiel gegen den FC Arsenal am Donnerstag (21.00/DAZN) gesperrt.

Kudela war nach dem Gastspiel in Glasgow von Rangers-Teammanager Steven Gerrard bezichtigt worden, Mittelfeldspieler Glen Kamara rassistisch beleidigt zu haben. Der Slavia-Profi, der gegen Arsenal wegen einer Verletzung ohnehin nicht hätte spielen können, wies diese Anschuldigung jedoch zurück.

52 Millionen Euro Minus: Schalke stoppt Baumaßnahme

Schalke 04 hat durch die Corona-Pandemie im Geschäftsjahr 2020 ein Minus von 52,6 Millionen Euro verzeichnet. Der Umsatz brach von 275,0 auf 174,7 Millionen ein, die Verbindlichkeiten des Tabellenletzten stiegen um 19 auf 217 Millionen Euro. „Das ganze Jahr ist durch Corona beeinflusst worden, Einnahmen in Höhe von 70 Millionen Euro sind durch die Pandemie weggebrochen“, erläuterte Finanzvorständin Christina Rühl-Hamers bei der Vorstellung des Konzerngeschäftsberichts am Dienstag.

Erste Konsequenz: Die Königsblauen stoppen den Umbau ihres Vereinsgeländes. „Durch Corona haben sich die Rahmenbedingungen entscheidend verändert“, erläuterte Rühl-Hamers. Vom ursprünglich vorgesehenen Volumen von 100 Millionen Euro sei „ein mittlerer zweistelliger Millionenbetrag“ für zusätzliche Trainingsplätze, das Profileistungszentrum und die Instandsetzung des Parkstadions ausgegeben worden.

Die Nachfolgerin des im vergangenen Jahr zurückgetretenen Peter Peters kündigte auch aufgrund des bevorstehenden Abstiegs in die Zweite Liga einen radikalen Sparkurs an: „Wir geben nur das Geld aus, das wir haben, und nicht das, das wir hoffen, in Zukunft zu haben.“

Auch Man City schreibt großen Verlust

Der sechsmalige englische Meister Manchester City hat in der Saison 2019/20 einen Nettoverlust von 126,0 Millionen Pfund (ca. 147,3 Millionen Euro) verbucht. Das gab der Club am Dienstag bekannt und verwies auf die Folgen der Coronapandemie. Die CItizens verzeichneten zudem einen Umsatzrückgang von elf Prozent auf 478,4 Millionen Pfund (rund 559,4 Millionen Euro).

Laut Man City sind die schlechten Zahlen vor allem der Tatsache geschuldet, dass sämtliche Wettbewerbe wegen der Coronapause erst nach dem 30. Juni 2020 und somit im Geschäftsjahr 2020/21 endeten. Auch der Transfer von Nationalspieler Leroy Sané zu Bayern München, der bis zu 60 Millionen Euro (49 fest, bis zu 11 Millionen Boni) einbringt, werde erst in der kommenden Bilanz auftauchen.

„Der Club geht davon aus, dass er in der Saison 2020/21 aufgrund einer weniger von COVID betroffenen Saison und zurückgestellten Einnahmen sofort wieder in die Gewinnzone zurückkehren wird“, hieß es in einer Erklärung.

FC Basel trennt sich von Trainer Sforza

Der FC Basel hat sich nach nur zehn Monaten von Cheftrainer Ciriaco Sforza getrennt. Der Schweizer Spitzenclub nannte „ausbleibenden sportlichen Erfolg“ als Grund für die Trennung. Der langjährige Münchner und Lauterer Bundesliga-Profi Sforza (51) war mit dem einstigen Serienmeister zuletzt auf Rang fünf zurückgefallen.

Sforzas Vertrag lief noch bis 2022. „Wir bedauern es sehr, dass sein Engagement und seine Leidenschaft zuletzt nicht mit sportlichem Erfolg belohnt wurden und dieser Schritt nun unumgänglich war“, sagte FCB-Präsident Bernhard Burgener.

Bis zum Ende Saison übernimmt der bisherige Assistent Patrick Rahmen das Amt als Cheftrainer.

Zehenbruch: Werder im Pokal ohne Füllkrug

Werder Bremen muss im Viertelfinale des DFB-Pokals beim SSV Jahn Regensburg auf Angreifer Niclas Füllkrug verzichten. Der 28 Jahre alte Mittelstürmer habe sich bei der 0:1-Niederlage der Norddeutschen in der Bundesliga beim VfB Stuttgart am Ostersonntag einen Zeh gebrochen und falle definitiv aus, sagte Bremens Trainer Florian Kohfeldt am Dienstag. Für das kommende Ligaspiel des SVW gegen RB Leipzig sei ein Einsatz „nicht wahrscheinlich, aber auch nicht unmöglich“.

Ebenfalls verzichten müssen die Bremer an diesem Mittwoch (18.30 Uhr/Sky und Sport 1) auf Verteidiger Milos Veljkovic. Der Serbe hat weiterhin mit Oberschenkelproblemen zu kämpfen und soll gegen Leipzig wieder dabei sein. Stürmer Joshua Sargent steht nach seiner abgesessenen Gelbsperre dagegen wieder zur Verfügung.

Corona-Infektion: Bayern auch ohne Gnabry

Der FC Bayern München muss das Viertelfinal-Hinspiel gegen Paris Saint-Germain am Mittwoch (21.00 Uhr/Sky) ohne Nationalspieler Serge Gnabry bestreiten. Der Flügelspieler wurde positiv auf das Coronavirus getestet. Er befinde sich in häuslicher Isolation, es gehe ihm gut, teilte der Verein am Dienstag mit.

Was das für das Rückspiel in Paris sechs Tage nach dem Hinspiel bedeutet, bleibt abzuwarten. Ein Einsatz ist aber unwahrscheinlich. Gnabrys Mitwirken war bereits zuvor fraglich, weil er laut Trainer Hansi Flick Halsschmerzen hatte.

Gnabry war im Oktober schon einmal positiv auf das Coronavirus getestet worden und hatte die Spiele in der Champions League gegen Atlético Madrid (4:0) und die Bundesligapartie gegen Frankfurt (5:0) verpasst. Da ein zweiter PCR-Test negativ war, wurde das erste Testergebnis als falsch positiv vermutet.

DFL verzichtet auf Quarantäne-Trainingslager

Die Clubs der 1. und 2. Bundesliga müssen im April nicht ins angedachte Quarantäne-Trainingslager, um den Spielbetrieb zu gewährleisten. Die Deutsche Fußball-Liga behält sich einen entsprechenden Beschluss zu einem späteren Zeitpunkt während der laufenden Saison allerdings vor, teilte die DFL am Dienstag mit. Aus medizinischer Perspektive halte man so eine Maßnahme derzeit nicht für notwendig.

„Mit dem vorläufigen Verzicht auf die Maßnahme folgt das Präsidium einer Empfehlung der 'Task Force Sportmedizin/Sonderspielbetrieb' unter Leitung von Prof. Dr. Tim Meyer. Das Vorgehen ist auch mit der Kommission Fußball abgestimmt“, erklärte die Dachorganisation der 36-Proficlubs.

Für den Profifußball geht es darum, angesichts von steigenden Infektionszahlen in der Corona-Pandemie die Spielzeit im immer enger werdenden Terminkalender planmäßig zu Ende zu führen. Bei einer Entscheidung zugunsten eines Quarantäne-Trainingslagers braucht es acht Tage Vorlauf.

Koschinat übernimmt Drittligisten Saarbrücken

Drittligist 1. FC Saarbrücken hat einen Nachfolger für seinen zum Saisonende scheidenden Coach Lukas Kwasniok gefunden. Wie die Saarländer mitteilten, übernimmt zur Spielzeit 2021/22 der zweitligaerfahrene Uwe Koschinat das Traineramt. Der Rheinländer erhält beim DFB-Pokal-Halbfinalisten von 2020 einen Zweijahresvertrag. Der Abschied von Kwasniok stand bereits seit Anfang Februar fest, beide Seiten hatten sich nicht auf eine Vertragsverlängerung einigen können.

Koschinat war Ende November 2020 nach 67 Zweitligapartien und fast genau zwei Jahren beim SV Sandhausen entlassen worden, zuvor führte er in seiner knapp achtjährigen Amtszeit Fortuna Köln in die 3. Liga. In Saarbrücken wird der 49-Jährige höchstwahrscheinlich einen Drittligisten übernehmen, nach dem jüngsten Tief von fünf Spielen ohne Sieg haben die Blau-Schwarzen bereits elf Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz.

Bayern gegen PSG wohl ohne Gnabry und Roca

Titelverteidiger Bayern München muss bei der Neuauflage des Vorjahresfinals in der Champions League gegen Paris Saint-Germain neben Weltfußballer Robert Lewandowski wohl auch Serge Gnabry und Marc Roca ersetzen. „Er wird aller Voraussicht nach ausfallen“, sagte Trainer Hansi Flick über Nationalspieler Gnabry, den Halsschmerzen plagen. Roca habe sich am Sonntag verletzt und „ist deshalb nicht dabei“, ergänzte Flick.

Trotz der Ausfälle für das Viertelfinal-Hinspiel am Mittwoch (21.00 Uhr/Sky), in dem auch die verletzten Corentin Tolisso und Douglas Costa fehlen, ist Flick optimistisch. „Wir wollen ins Halbfinale, deswegen müssen wir beide Spiele konzentriert angehen. Das ist unser Ziel und unsere Aufgabe“, sagte der Coach. Als Marschroute gab er vor: „Wir müssen bei Ballverlust schnell den Zugriff haben, unsere Angriffe selbstbewusst vortragen und sie besser ausspielen als in Leipzig.“

Der Vergleich mit dem gewonnenen Duell im vergangenen August (1:0) verbietet sich aus Sicht des Trainers. „Es ist ein neues Spiel, eine neue Mannschaft, Paris hat einen neuen Trainer“, sagte er über den Gegner. PSG wird inzwischen von Mauricio Pochettino trainiert, der Thomas Tuchel (jetzt FC Chelsea) ablöste.

Real-Profi Varane mit Coronavirus infiziert

Raphael Varane von Real Madrid ist wenige Stunden vor dem Viertelfinalhinspiel der Champions League gegen den FC Liverpool positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der PCR-Test sei am Dienstagvormittag durchgeführt worden, teilte der spanische Meister mit. Der Franzose sei sofort unter Quarantäne gestellt worden.

Damit verpasst der 27 Jahre alte Innenverteidiger und Teamkollege von Toni Kroos nicht nur das Spiel am Dienstagabend gegen die Engländer, sondern auf jeden Fall auch den Clásico am Sonnabend gegen Erzrivale und Titelkonkurrent FC Barcelona.

Weitere Infektionsfälle gab es bei den Königlichen vorerst nicht. Aber die Ansteckung von Varane vergrößert die Personalprobleme von Madrid, die vor allem die Hintermannschaft treffen. Trainer Zinedine Zidane muss bis auf Weiteres unter anderen auch auf Kapitän Sergio Ramos und Außenverteidiger Dani Carvajal verzichten. Beide sind verletzt. Die Profis des Vereins werden täglich Corona-Tests unterzogen.

Wegen Homophobie: Hertha wirft Torwarttrainer Petry raus

Hertha BSC hat sich von seinem Torwarttrainer Zsolt Petry nach dessen höchst umstrittenen Aussagen zu den Themen Homosexualität und Migration getrennt. Der Ungar sei „nach einer intensiven Aufarbeitung und Beratung“ durch die Geschäftsführung mit sofortiger Wirkung freigestellt, teilte der Hauptstadtclub am Dienstag mit.

„Hertha BSC hat die Charta der Vielfalt unterschrieben und setzt sich als Verein aktiv für Werte wie Vielfalt und Toleranz ein, weil uns diese Werte wichtig sind. Dies findet sich in den Äußerungen von Zsolt Petry, die er als unser Mitarbeiter öffentlich getätigt hat, nicht wieder“, heißt es in der Stellungnahme.

Hintergrund sind Petrys Aussagen in einem Interview mit der ungarischen Zeitung „Magyar Nemzet“, die in den vergangenen Tagen für viel Wirbel gesorgt hatten. Darin hatte der 54-Jährige den Einsatz vom Leipzig-Torhüter Peter Gulacsi für das Eherecht gleichgeschlechtlicher Paare in Ungarn kritisiert. Außerdem äußerte sich Petry höchst fragwürdig über die Migration in Europa („Ist für mich Ausdruck des moralischen Niedergangs“). Das Interview sei dem Verein „vorher nicht bekannt“ gewesen, teilte Hertha mit.

Petry betonte in der Pressemitteilung, „dass ich weder homophob noch fremdenfeindlich bin“. Er bedauere daher seine Aussage zur Einwanderungspolitik sehr, „und ich möchte all die Menschen, die bei uns Zuflucht suchen und die ich damit beleidigt habe, um Entschuldigung bitten“.

Massenimpfungen im Stade de France gestartet

Im größten Fußballstadion Frankreichs hat eine Massen-Impfkampagne begonnen. Seit Dienstag können sich im Stade de France im nördlichen Pariser Vorort Saint-Denis Menschen gegen das Coronavirus impfen lassen. Dort bildeten sich lange Schlangen. Ziel ist, in dem Stadion wöchentlich 10.000 Impfdosen zu verabreichen.

Die Hälfte der Impfstoffe soll Bewohnern des Verwaltungsbezirks Saint-Denis gespritzt werden, der in Frankreich von der Pandemie derzeit am stärksten betroffen ist. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz in dem dicht besiedelten Gebiet war Anfang März auf mehr als 800 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner gestiegen. Zuletzt war sie leicht rückläufig.

Das Impfzentrum wird gemeinsam von der regionalen Gesundheitsbehörde des Großraums Paris und den örtlichen Behörden betrieben. Ungeachtet der Impfungen sollen in dem Stadion weiter Fußball- und Rugbyspiele stattfinden.

Corona-Fälle bei Nationalspielern bereiten Italien Sorgen

In Italien sorgt eine Reihe positiver Corona-Tests bei Nationalspielern nach der jüngsten Länderspielpause für Aufregung. Am Montag hatte der Erstligist Cagliari Calcio aus Sardinien mitgeteilt, dass bei Torwart Alessio Cragno nach dessen Rückkehr von der Nationalmannschaft das Virus festgestellt wurde. Er ist mindestens der fünfte Spieler des italienischen Teams, der nach den Länderspielen Ende März positiv getestet worden war.

Die Squadra Azzurra hatte gegen Nordirland sowie in Bulgarien und Litauen gespielt. Die Zeitung „La Repubblica“ schrieb am Dienstag von einer Häufung von Corona-Fällen bei der Nationalelf, die zum „Albtraum für die Serie A“ werden könnte.

Auch Vincenzo Grifo vom SC Freiburg war zuvor positiv auf Corona getestet worden. Ebenfalls betroffen sind Leonardo Bonucci und Federico Bernardeschi von Juventus Turin sowie Alessandro Florenzi und Marco Verratti, die Paris Saint-Germain im Champions-League-Viertelfinale gegen den FC Bayern München fehlen. Dem italienischen Verband zufolge infizierten sich bei der Squadra Azzurra auch vier Betreuer mit dem Coronavirus.

DFB ermittelt nach Pyro-Vorfällen im Berliner Derby

Die Vorfälle beim Spiel des 1. FC Union Berlin gegen Hertha BSC beschäftigen auch den Deutschen Fußball-Bund. „Der DFB-Kontrollausschuss wird nach den Pyro-Vorfällen im Berliner Bundesliga-Derby Ermittlungen einleiten“, bestätigte Anton Nachreiner, Vorsitzender des Kontrollausschusses, zwei Tage nach dem Spiel. Bei der Begegnung war das Dach einer Imbissbude im Stadion An der Alten Försterei in Brand geraten, nachdem direkt nach dem Anpfiff Raketen in den Himmel geflogen waren.

Auf einem Video, das die „Bild“ online veröffentlichte, war zu sehen, dass Feuerwerkskörper auf dem Stadiondach gezündet wurden. Dabei geriet die Lüftungsanlage eines Imbiss-Containers in Brand. Die Berliner Polizei leitete umgehend Ermittlungen ein. „Wir haben bereits Beweismittel wie den Zünder und Überreste der Pyrotechnik für die laufenden Ermittlungen sichergestellt“, sagte ein Sprecher.

Unstrittig scheint, dass Union-Fans für die Aktion verantwortlich waren, denn die Pyrotechnik wurde auf dem Dach jener Tribüne gezündet, auf der die Ultras unter normalen Bedingungen die Spiele verfolgen. Laut der Polizei wurde das Feuerwerk offenbar aus der Ferne gesteuert. Unklar ist, wann und wie es dort unbemerkt platziert werden konnte. Zuschauer waren wegen der Coronavirus-Pandemie im Stadion nicht zugelassen.

Fans fordern Mindeststandards für deutsche WM-Teilnahme

In der Diskussion um die umstrittene WM 2022 verlangen Teile der Fanszene mehr Druck auf Gastgeber Katar durch den Deutschen Fußball-Bund (DFB) und den Weltverband FIFA. Die Fanorganisation „Unsere Kurve“ forderte in einer Stellungnahme am Dienstag „vom DFB und der FIFA die umgehende Erstellung eines Kriterienkatalogs über Mindeststandards“ im Emirat. Dieser soll in Katar bereits zum Stichtag am 31. August 2022 erfüllt sein und als „verbindliche Grundlage für die Entscheidung über eine Teilnahme oder einen Boykott“ dienen.

Zu den Kriterien müsse demnach „zwingend“ die Einstellung unabhängiger Beobachter zur Überwachung der Bedingungen für Arbeiter sowie die Garantie der Presse-, Rede- und Meinungsfreiheit in den WM-Stadien und im Zusammenhang mit der WM gehören. Auch müsse der gleichberechtigte Zugang zur WM für alle Menschen unabhängig des Geschlechts, der sexuellen Orientierung und des sozialen Status gewährleistet sein.

„Wir lehnen die WM aufgrund der Hinweise auf Korruption im Vergabeverfahren, die klimatische Situation und damit verbundene Verlegung in den Winter sowie aufgrund massiver Menschenrechtsverletzungen ab“, schrieb das Fanbündnis: „Gleichwohl sind wir der Überzeugung, dass es in der aktuellen Situation gilt, das Beste für die Menschen vor Ort aus der schlechten Situation herauszuholen.“ Deshalb müsse „der Druck auf die FIFA und Katar erhöht werden, nun endlich den zahlreichen Worten Taten folgen zu lassen“.

Kreuzbandriss: Saisonaus für Dresdens Torwart Wiegers

Drittligist Dynamo Dresden muss mehrere Monate ohne Ersatztorwart Patrick Wiegers auskommen. Der 30-Jährige hat sich im Training einen Riss des vorderen Kreuzbandes sowie einen Meniskuseinriss im rechten Knie zugezogen. Das teilten die Elbstädter am Dienstag mit. „Die Enttäuschung war bei mir aufgrund der schweren Verletzung im ersten Moment natürlich sehr groß, als mir die Diagnose mitgeteilt wurde. Aber ich denke mit Blick in die Zukunft positiv“, erklärte Wiegers in einer Vereinsmitteilung.

Der Torwart ist seit 2014 Teil des Profi-Kaders und absolvierte insgesamt 27 Pflichtspiele für die Sachsen. In der aktuellen Spielzeit blieb der Vertreter von Stammtorwart Kevin Broll jedoch ohne Einsatz.

Matthäus: Flick Wunschkandidat für Löw-Nachfolge

Für den ehemaligen Bayern-Profi Lothar Matthäus ist der Verbleib von Erfolgstrainer Hansi Flick in München alles andere als klar. „Die getätigten Aussagen am Wochenende sowohl von Hansi als auch von Oliver Kahn lassen in meinen Augen nur den Schluss zu, dass überhaupt nicht klar ist, dass Hansi über die Saison hinaus Trainer in München bleibt. Ganz im Gegenteil“, meinte der deutsche Rekordnationalspieler in seiner Sky-Kolumne.

„Soviel ich weiß, ist Flick der absolute Favorit auf die Nachfolge von Joachim Löw als Bundestrainer und zwar sowohl von Oliver Bierhoff als auch von Präsident Fritz Keller“, erklärte Matthäus und begründete: Flick kenne „wie kein anderer Kandidat die meisten Nationalspieler und die Strukturen im Verband. Dazu kommt sein sehr gutes Verhältnis zu den Entscheidungsträgern.“ Es habe „mit Sicherheit auch schon Telefonate zwischen ihm, Keller und Bierhoff gegeben. Flick und den DFB-Verantwortlichen ist klar, dass sie nicht erst in zwei Monaten auf die Bayern-Bosse zugehen können.“

Flick wollte sich zuletzt nicht zu den Spekulationen um seine Zukunft und die Nachfolge von Löw äußern und Gerüchte nicht kommentieren. Der designierte Bayern-Chef Oliver Kahn hatte Aussagen zu Flicks Zukunft über die aktuelle Saison hinaus vermieden.

1:2 gegen Nordmazedonien: DFB stärkt Löw den Rücken

Auch nach der desaströsen 1:2-Niederlage gegen Nordmazedonien gibt es für die Führungsspitze des Deutschen Fußball-Bundes keine Diskussion um die vorzeitige Ablösung von Bundestrainer Joachim Löw. „Das enttäuschende Spiel ändert nichts an unserem Zeitplan, zumal wir von Anfang an klar gesagt haben, dass wir bis zur Fortsetzung der WM-Qualifikation im September einen neuen Bundestrainer haben und den laufenden Prozess nicht permanent kommentieren werden“, sagte DFB-Präsident Fritz Keller (64) der „Bild“-Zeitung: „Dabei bleibt es.“ Löws Rückzug nach der EM (11. Juni bis 11. Juli) steht bereits fest.

Auch DFB-Direktor Oliver Bierhoff stärkte Löw (61) nach der peinlichen Niederlage in der WM-Qualifikation demonstrativ den Rücken. „Jogi Löw hat die Kompetenz und Erfahrung, die Mannschaft erfolgreich in diese EM zu führen. Jogi ist hoch motiviert, sein letztes Turnier als Bundestrainer erfolgreich zu gestalten“, sagte der 52-Jährige.

Die DFB-Spitze Keller stellte die beiden vorangegangenen WM-Qualifikationssiele gegen Island (3:0) und Rumänien (1:0) in den Mittelpunkt ihrer Analyse. „Wir konnten gerade in den ersten beiden Spielen sehen, dass die Spieler seine Anweisungen aufnehmen und umsetzen. Dann haben wir auch immer wieder Chancen herausgearbeitet“, sagte Bierhoff.

Auch Topspielerin Marozsan fehlt bei DFB-Tests

Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg muss beim Länderspiel-Doppelpack in Wiesbaden gegen Australien (10. April/16.10 Uhr/ARD) und Norwegen (13. April/16.00/ZDF) auch auf Mittelfeldstar Dzsenifer Marozsan von Olympique Lyon verzichten. Wie der Deutsche Fußball-Bund (DFB) am Dienstag mitteilte, habe sich Voss-Tecklenburg mit dem französischen Serienmeister auf eine Nicht-Nominierung verständigt, nachdem nach 14 Corona-Infektionen bei Olympique die siebentägige Quarantäne abgelaufen war.

Zuvor waren Melanie Leupolz vom FC Chelsea, Klara Bühl von Bayern München und auch Torhüterin Laura Benkarth ausgefallen. Benkarth laboriert an Kniebeschwerden. Für sie wurde Stina Johannes von der SGS Essen nachnominiert. Leupolz hatte wegen muskulärer Beschwerden abgesagt, auf Bühl verzichtete „MVT“ aus Gründen der Belastungssteuerung.

Paris beklagt neun Ausfälle vor Duell gegen Bayern

Paris Saint-Germain plagen vor der Finalrevanche bei Bayern München erhebliche Personalsorgen. Trainer Mauricio Pochettino muss im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League am Mittwoch (21.00 Uhr/Sky) gleich neun Profis ersetzen.

Der frühere Münchner Juan Bernat, Alessandro Florenzi, Denis Franchi, Mauro Icardi, Layvin Kurzawa, Edouard Michut, Leandro Paredes, Xavi Simons und Marco Verratti fallen aus. Die beiden Italiener Florenzi und Verratti sind positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Lizarazu: Bayern hat ohne Lewandowski großes Problem

Die Verletzung von Robert Lewandowski hat den FC Bayern München im Viertelfinale der Champions League nach Meinung von Ex-Profi Bixente Lizarazu die klare Favoritenrolle gekostet. „Ich sehe die Chancen jetzt bei 50:50. Es wären ohnehin zwei enge Spiele geworden, aber jetzt haben die Bayern ein großes Problem. Lewandowskis Verletzung ist wirklich eine schlechte Nachricht für sie“, sagte der Franzose vor dem Hinspiel am Mittwoch dem „Kicker“. Es gebe im Kader des Titelverteidigers niemanden, der im Strafraum so gefährlich sei, wie der Weltfußballer aus Polen. „Die Bayern werden nun offensiv anders denken müssen.“

Lizarazu, der mit dem deutschen Rekordmeister die Königsklasse 2001 gewann, erwartet das Mittelfeld als entscheidenden Bereich in der Neuauflage des Champions-League-Finals der vergangenen Saison. „Mit Ball hat da PSG keine Probleme, ohne Ball aber viele“, urteilte der 51-Jährige.

Regionalliga Nordost droht Mammutsaison

Aufgrund des bevorstehenden Saisonabbruchs und der damit verbundenen Aussetzung der Abstiegsregelung droht der Regionalliga Nordost eine Mammutsaison. Im schlechtesten Fall könnten 23 Mannschaften in der Staffel spielen. Dies ist ein Szenario, das die Verantwortlichen im Nordostdeutschen Fußball-Verband (NOFV) mit großer Sorge sehen.

„Es wäre Wahnsinn, wenn wir mit 23 Mannschaften in die neue Saison starten“, sagte NOFV-Präsident Hermann Winkler dem „Kicker“. Am 16. April soll in einer Präsidiumssitzung endgültig über den Abbruch der aktuellen Spielzeit entschieden werden.

Dann stünde Viktoria Berlin als Meister und Aufsteiger fest, Absteiger gäbe es wie in der Vorsaison keine. Aus der Oberliga stehen Tasmania Berlin und Eilenburg als Aufsteiger parat. Zudem könnten aus der 3. Liga der Magdeburg und der Hallesche FC absteigen. Ohne Drittliga-Absteiger wären es immer noch 21 Teams. Diese Zahl könnte sich reduzieren, wenn Bischofswerda sich wie angekündigt freiwillig in die Oberliga zurückzieht.

West Ham verdrängt Chelsea aus Champions-League-Rängen

Thomas Tuchel kommt die erste Pleite mit dem FC Chelsea in der englischen Premier League teuer zu stehen. Einen Tag nach der 2:5-Heimpleite gegen den Vorletzten West Bromwich Albion verdrängte West Ham United die Blues am Ostermontag durch ein 3:2 (3:1) bei den Wolverhampton Wanderers von den Champions-League-Rängen. Chelsea ist nur noch Fünfter mit 51 Punkten, West Ham hat 52 Zähler auf dem Konto.

Wolverhampton Wanderers – West Ham United: die Höhepunkte

Mit Nationalspieler Timo Werner in der Startelf war Chelsea am Sonntag durch den Ex-Dortmunder Christian Pulisic in Führung (27.) gegangen. Nach der Gelb-Roten Karte für Thiago Silva wegen wiederholten Foulspiels (29.) kippte das Spiel: Matheus Pereira stellte mit einem Doppelschlag kurz vor der Pause (45.+2/45.+4) auf 1:2. Nach dem Seitenwechsel erhöhten Callum Robinson (63.) und Mbaye Diagne (68.) auf 4:1 für den krassen Außenseiter.

Mason Mount gelang auf Zuspiel von Werner nur noch der zweite Chelsea-Treffer (71.). Danach wechselte Tuchel auch Nationalspieler Kai Havertz ein, doch auch der Ex-Leverkusener konnte die Heimpleite nicht mehr verhindern. Robinson traf noch einmal für die Gäste (90.+1).

FC Chelsea – West Bromwich Albion: die Höhepunkte

Ibrahimovic bei Milan vor Vertragsverlängerung

Altstar Zlatan Ibrahimovic hat sich mit dem italienischen Spitzenclub AC Mailand offenbar auf eine Vertragsverlängerung geeinigt. Laut der „Gazzetta dello Sport“ wird der 39-jährige Schwede noch in dieser Woche einen Kontrakt bis 2022 unterschreiben und wie bisher sieben Millionen Euro pro Saison kassieren.

Ibrahimovic spielt seit Januar 2020 für die Rossoneri und erzielte in der laufenden Saison 15 Treffer in 16 Spielen. Sein aktueller Vertrag beim Tabellenzweiten der Serie A läuft noch bis Ende Juni.

Barcelona gewinnt Messi-Rekordspiel glücklich

Lionel Messi ist zum alleinigen Rekordspieler beim spanischen Spitzenclub FC Barcelona avanciert. Der argentinische Superstar absolvierte beim glücklichen 1:0 (0:0) gegen Abstiegskandidat Real Valladolid sein 768. Pflichtspiel für die Katalanen und überflügelte damit Vereinslegende Xavi (767).

Durch den späten Siegtreffer des früheren Dortmunders Ousmane Dembélé (90.) verdrängte Barça den Erzrivalen Real Madrid (63) mit 65 Zählern vom zweiten Platz. Der Rückstand auf Spitzenreiter Atlético Madrid, der am Sonntag 0:1 beim FC Sevilla verloren hatte, beträgt nur noch einen Punkt.

FC Barcelona – FC Valladolid: die Höhepunkte

Der Verein ehrte Messi (33) vor dem Anpfiff und überreichte ihm ein von allen Mitspielern unterschriebenes und eingerahmtes Trikot. Auch Messis Frau und seine Kinder durften trotz Corona-Regularien kurz auf den Platz im Camp Nou, um für ein Familienfoto zu posieren.

Holt Juventus Trainer Allegri zurück?

Beim italienischen Rekordmeister Juventus Turin deutet sich immer mehr die Ablösung des glücklosen Cheftrainers Andrea Pirlo an. Nach Informationen der „Gazzetta dello Sport“ hat sich Clubpräsident Andrea Agnelli am Osterwochenende bereits mit einem gut bekannten Nachfolgekandidaten getroffen: Massimiliano Allegri, der die „alte Dame“ von 2015 bis 2019 fünfmal in Folge zur Meisterschaft geführt hatte.

Der Sportzeitung zufolge muss der frühere Juve-Spielmacher und 2006er-Weltmeister Pirlo gehen, sollte er am Mittwoch mit seiner Mannschaft das Serie-A-Heimspiel gegen die SSC Neapel verlieren.

Juventus, Meister der vergangenen neun Jahre, belegt mit 56 Punkten nur Platz vier hinter den souveränen Tabellenführer Inter Mailand, dem AC Mailand und Atalanta Bergamo. Für den 41-jährigen Pirlo ist Juventus die erste Station als Cheftrainer.

FC Bayern verpflichtet Nationalspielerin Rall

Vizemeister Bayern München nimmt zur kommenden Saison Nationalspielerin Maximiliane Rall unter Vertrag. Das gab der Klub am Dienstag bekannt. Die 27-Jährige wechselt im Sommer von Ligakonkurrent TSG Hoffenheim zum Tabellenführer, über die Vertragslaufzeit wurde keine Angabe gemacht.

Spaniens Verband untersucht Rassismus-Vorfall

Der spanische Fußball-Verband (RFEF) und die Profiliga werden den Rassismusvorfall vom Sonntag im Spiel zwischen dem FC Cádiz und dem FC Valencia (2:1) untersuchen. Der Integritätsausschuss des RFEF werde sich mit dem Fall befassen, berichteten spanische Medien am Dienstag unter Berufung auf den Verband. Auch LaLiga-Boss Javier Tebas will nicht untätig bleiben. „Wir haben Ermittlungen eingeleitet“, sagte Tebas am Montagabend im Interview des spanischen TV-Senders #Vamos.

Cádiz-Profi Juan Cala soll seinen Gegenspieler Mouctar Diakhaby in der 29. Minute beleidigt haben. Daraufhin war es zu Tumulten auf dem Rasen gekommen. Nachdem die Mitspieler des Franzosen das Feld aus Protest verlassen hatten, blieb die Partie 24 Minuten lang unterbrochen, ehe sie erneut angepfiffen wurde – ohne Diakhaby allerdings. Der 24-Jährige war nach Angaben seines Kameraden José Gayà „am Boden zerstört“ und nicht in der Lage weiterzuspielen.

Cala bestreitet den Vorwurf der rassistischen Beleidigung. „Die Unschuldsvermutung existiert in diesem Land anscheinend nicht“, sagte der Innenverteidiger im Sport-Fernsehsender Gol. Ohne Beweise dürfe man keine voreiligen Schlüsse ziehen. „Morgen (Dienstag) auf einer Pressekonferenz werde ich Rede und Antwort stehen. Ich werde mich nicht verstecken“, versicherte der 31 Jahre alte Profi, der mit bürgerlichem Namen Juan Torres Ruiz heißt.

( dpa/SID )