Appell an Tschentscher

Elite-Marathon wartet auf Zusage der Stadt Hamburg

Lesedauer: 3 Minuten
Kenias Weltrekordhalter Eliud Kipchoge (36) begann seine Marathon-Karriere vor acht Jahren in Hamburg. Damals lief er 2:05:30 Stunden.

Kenias Weltrekordhalter Eliud Kipchoge (36) begann seine Marathon-Karriere vor acht Jahren in Hamburg. Damals lief er 2:05:30 Stunden.

Foto: Witters

Veranstaltung soll als letzter Olympia-Test dienen. Weltrekordler Kipchoge mit Anreise-Problemen, Lokalmatador Pflieger sagt ab.

Hamburg. Zwölf Tage vor dem Start zum Elite-Marathon am 11. April um 8.30 Uhr wartet die Marathon Hamburg Veranstaltungs GmbH weiter auf eine Zusage der Stadt. „Wenn wir bis zum Wochenende keine Genehmigung erhalten, müssen wir das Rennen absagen oder uns Alternativen im Umland suchen“, sagt Geschäftsführer Frank Thaleiser.

Die von den Behörden verlangten Hygienekonzepte haben die Veranstalter inzwischen auch in Details nachgebessert. Während die Teilnehmenden nur nach mehreren negativen Corona-Tests starten dürfen, sind verschiede Maßnahmen vorgesehen, damit sich keine Zuschauenden entlang des 10,5 Kilometer langen Rundkurses zwischen Rathausmarkt (Start und Ziel) und dem Wendepunkt Sierich-/Maria-Louisen-Straße in Winterhude aufhalten können.

Leichtathletik-Boss appelliert an Tschentscher

Sichtschutzzäune sollen Einblicke in das Rennen verhindern, wo sie nicht möglich sind, würden alle 50 Meter Ordner drohende Menschenansammlungen auflösen. Zudem sollen Schilder dazu auffordern, die AHA-Regeln zu beachten: Abstand halten, Hände desinfizieren, FFP2- oder medizinische Masken tragen.

Leichtathletik-Weltverbandspräsident Sebastian Coe (England), der ehemalige Weltrekordler über 800 und 1500 Meter, hatte in einem Schreiben an Bürgermeister Peter Tschentscher auf die Strahlkraft und die Bedeutung des Rennens hingewiesen, weil alle andere bedeutenden Marathon-Läufe derzeit ausfallen.

Hamburg-Marathon: Teilnehmerfeld schrumpft

Das Starterfeld lichtet sich unterdessen. Statt ursprünglich 100 Läuferinnen und Läufer würden wohl nur 90 antreten, darunter 20 Tempomacher. Die dreimalige Olympiasiegerin Tirunesh Dibaba (35) aus Äthiopien musste absagen, weil sie sich in häuslicher Quarantäne befindet, Philipp Pflieger (33) fehlt verletzt.

Der 33 Jahre alte Regensburger, der für das Laufteam Haspa Marathon antritt, kann momentan wegen Wadenproblemen nicht ausreichend trainieren, verpasst damit Olympia in Tokio (23. Juli bis 8. August). Bei den Frauen fällt Fabienne Königstein (28/Heidelberg) aus. Acht Deutsche bleiben im Rennen, vier Frauen und vier Männer.

Hamburg-Marathon als letzter Olympia-Test

Die Idee des Elite-Runs in Hamburg hatte die niederländische Athletenagentur Global Sports Communication aus Nijmegen, die ihren Klienten die Möglichkeit eröffnen wollte, die Norm für die Olympischen Sommerspiele zu laufen oder einen letzten Test vor Tokio zu absolvieren. Die niederländische NN Group (Versicherungen/Finanzdienste) sponsert die Veranstaltung. Global Sport organisiert seit neun Jahren das Elitefeld des Haspa Marathons.

Lesen Sie auch:

Marathon-Weltrekordler Eliud Kipchoge (36) bereitet sich derweil auf sein Comeback in Hamburg vor. Schwierigkeiten bei der Anreise bestehen indes weiter. Zwar öffnete der Flughafen in Kenias Hauptstadt Nairobi wieder, Inlandsflüge sind aber vorerst gestrichen. Jetzt plant der 36-Jährige, die 320 Kilometer vom Leistungszentrum Eldoret nach Nairobi mit dem Auto zu fahren. Dauer: sechs bis acht Stunden.