Basketball-Bundesliga

Towers gewinnen Festival der Unzulänglichkeiten

| Lesedauer: 4 Minuten
Alexander Berthold
Kapitän Max DiLeo und die Hamburg Towers konnten in Braunschweig nicht überzeugen, fanden aber einen Weg, das Spiel zu gewinnen.

Kapitän Max DiLeo und die Hamburg Towers konnten in Braunschweig nicht überzeugen, fanden aber einen Weg, das Spiel zu gewinnen.

In einer erschreckend schwachen Partie konnte das Team von Trainer Pedro Calles 74:63 in bei den Löwen Braunschweig gewinnen.

Als die Profis der Hamburg Towers am späten Sonnabend vor der Volkswagen-Halle in den Bus in Richtung Heimat stiegen, wussten sie, dass es wahrlich keine Glanzvorstellung war, die sie beim 74:63 (15:12, 19:15, 20:20, 20:16)-Auswärtssieg bei den Löwen Braunschweig abliefert hatten. "Unsere Offensive ist heute etwas langsam gestartet, aber über defensive Stops haben wir zu unserem Spiel gefunden", analysierte Forward Jordan Swing, der mit 23 Punkten bester Werfer der Hamburger war.

Nach den 40 Minuten musste man aber konstatieren, dass der 13. Saisonsieg das einzig Positive war, dass man wieder mit nach Hamburg nehmen konnte. Beide Mannschaften zeigten eine Partie, die zu keiner Phase gehobenes Bundesliga-Niveau hatte.

Es waren klare Worte, die Trainer Pedro Calles vor der Partie an seine Spieler gerichtet hat. Der 37 Jahre alte Spanier forderte eine deutliche Reaktion auf das über weite Strecken schwache Hinspiel gegen Braunschweig am vergangenen Mittwoch, das man nur mit viel Aufwand 84:81 nach Verlängerung gewinnen konnte. "Ich erwarte, dass wir das Spiel anders angehen. Wir sind langsam und richtig schlecht gestartet. Wir waren einfach fahrig. Das muss besser werden", sagte Trainer Calles vor der Partie.

Nur vier Punkte in den ersten knapp vier Minuten

Eigentlich ist Selbsterkenntnis der erste Schritt zur Besserung, doch so richtig gut sind die Towers auch am Sonnabend in die Partie gekommen. Die Hamburger sind mit vier vergebenen Dreipunktewürfe in die Partie gestartet. Da auch die Niedersachsen unkonzentriert und ohne Zielgenauigkeit begannen, entwickelte sich ein Nordderby auf erschreckend niedrigen Niveau. Ein Beleg dafür: Nach gespielten 4:09 Sekunden stand es 2:2.

Die Hamburger waren in der Folge das etwas bessere von zwei ganz schwachen Teams. Die Partie war von Fehlern geprägt. Ballverluste, Air Balls, niedrige Trefferquoten. Mit Bundesliga-Basketball hatte das, was beide Teams zeigten, wenig zu tun. Immerhin konnten das Calles-Team das erste Viertel mit 15:12 für sich entscheiden.

Pausenführung das einzig Positive für die Towers

Auch im zweiten Viertel wurde das Niveau des Spiels keinen Deut besser. Es blieb ein Festival der Unzulänglichkeiten, das mehr an ein Testspiel vor der Saison erinnerte, als ein Spiel in der "Crunch Time" der Hauptrunde. Toptalent Justus Hollatz schaffte sogar das Kunststück, kurz vor der Halbzeit einen Korbleger ohne Bedrängnis weit daneben zu legen. Und so blieb das einzig Gute aus Hamburger Sicht die 34:27-Führung, die Zac Cuthbertson mit einem Dreipunktewurf mit der Pausensirene perfekt machte.

Die Statistiken untermauerten das schlechte Niveau der Partie. Hamburg traf lediglich 36 Prozent (13 von 36 Versuchen) seiner Würfe aus dem Feld, Gegner Braunschweig sogar nur 35 Prozent (neun von 26).

Towers können Führung zweistellig gestalten

Nach dem Seitenwechsel konnten die Towers die Führung erstmals zweistellig gestalten, weil die eigene Leistung minimal besser wurde, und die Braunschweiger weiterhin in allen Belangen eine katastrophale und blutleere Vorstellung zeigten. Zwar schmolz der Vorsprung bis zum Ende des dritten Viertels auf sieben Zähler (54:47), für Spannung sorgte der Zwischenstand aber nicht mehr.

Dank einer soliden Verteidigung brachten die Hamburger den glanzlosen Auswärtssieg am Ende über die Zeit. Neben Topscorer Swing konnte noch Center Maik Kotsar, dem mit zwölf Punkten und elf Rebounds ein "Double-Double" gelang, überzeugen.

Alba Berlin und Bayern München gastieren in Hamburg

In der kommenden Woche müssen sich die Towers in jedem Fall deutlich steigern. Dann kommen mit Alba Berlin am Dienstag (18.30 Uhr) und Bayern München am Sonntag (20.30 Uhr) die beiden Meisterschaftsfavoriten in die edel-optics.de Arena.

Statistiken zum Spiel:

  • Trefferquote 2-Punkte-Würfe: Towers: 46 Prozent (19 von 41); Braunschweig: 45 Prozent (13 von 29)
  • Trefferquote 3-Punkte-Würfe: Towers: 36 Prozent (10 von 28); Braunschweig: 27 Prozent (6 von 22)
  • Trefferquote Freiwürfe: Towers: 67 Prozent (6 von 9), Braunschweig: 68 Prozent (19 von 28)
  • Turnovers: 11:17
  • Rebounds: 38:38
  • Steals: 10:14

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