Brisanter Vorschlag

Groß: Impfberechtigte sollen an Olympiateilnehmer spenden

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"Albatros" Michael Groß (dreimal Gold bei Olympia) sorgt sich um die Chancen für die deutschen Athleten in Tokio.

"Albatros" Michael Groß (dreimal Gold bei Olympia) sorgt sich um die Chancen für die deutschen Athleten in Tokio.

Foto: Imago/Deutzmann

Karl-Heinz Rummenigge setzte sich mit einer Impf-Idee in die Nesseln. Nun wagt Olympiaheld Michael Groß einen ungewöhnlichen Vorstoß.

Hamburg. Der frühere Schwimmstar Michael Groß hält Impfungen für die Olympiateilnehmer in Tokio für notwendig und schlägt vor, dass Impfberechtigte freiwillig den Athleten den Vortritt lassen. „Andere Impfberechtigte könnten ihr Vorrecht an Sportler 'spenden'. Eine außergewöhnliche Idee in einer außergewöhnlichen Zeit“, schrieb der dreimalige Olympiasieger in einem Beitrag auf dem beruflichen Netzwerk Xing.

Für den 56-Jährigen gibt es keine realistische Alternative für die Durchführung der wegen der Corona-Pandemie bereits um ein Jahr verschobenen Sommerspiele in Japan. „Ohne Impfung aller Beteiligten kann Olympia guten Gewissens nicht stattfinden“, meinte Groß, „nur eine rechtzeitige Impfung kann diesen Traum sichern.“

Olympia: Groß fürchtet um Chancengleichheit

Er selbst wäre zu einer solchen Impfspende „bereit, falls es die Möglichkeit gäbe“. Die Hygienemaßnahmen im sogenannten Playbook für Olympia in Tokio seien „utopisch“, schrieb Groß. „Das geht selbst in einem kontaktlosen Wettkampfsport, wie im Schwimmen, nicht.“

Der „Albatros“, der 1984 in Los Angeles zweimal und 1988 in Seoul einmal Gold gewann, fürchtet um die Chancengleichheit: „Denn jedes Land hat einzeln zu entscheiden, ob und wie die Sportler rechtzeitig vor Olympia geimpft werden. Garantiert werden etliche Länder nicht zögern, ihre Sportler zu schützen.“

Impfung von Fußballern: Rummenigge revidiert

In der Diskussion um Impf-Bevorzugungen von Sportlern hatte zuletzt Bayern Münchens Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge mit der Idee, Fußballer aufgrund ihrer Vorbildfunktion zuerst impfen zu lassen, für Kontroversen gesorgt.

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Am Wochenende hatte der 65 Jahre alte Funktionär seine Aussage noch einmal erläutert. „Wenn es irgendwann ausreichend Impfstoff gibt, dann wäre es vielleicht am Fußball, ein Vorbild zu sein und seine Spieler impfen zu lassen, um den Bürgern zu zeigen, dass Impfen keine Schädigungen mit sich bringt“, sagte Rummenigge im „Aktuellen Sportstudio“ des ZDF.

( sid/HA )