Fußball-Ticker

Max Meyer zurück in der Bundesliga – aber nicht auf Schalke

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Max Meyer – hier bei seiner Ankunft am Geißbockheim – verstärkt bis zum Saisonende den 1. FC Köln.

Max Meyer – hier bei seiner Ankunft am Geißbockheim – verstärkt bis zum Saisonende den 1. FC Köln.

Foto: Imago/Eduard Bopp

Aktuelle Meldungen, heiße Gerüchte, scharfe Zitate, Verletzungen und Transfergeflüster. Der Fußball-Ticker hält Sie auf dem Laufenden.

Der Fußball-Ticker am Mittwoch, den 27. Januar 2021:

Kiel verpasst Sprung auf Platz zwei

Dem Pokal-Überraschungsteam Holstein Kiel geht im Zweitliga-Alltag derzeit etwas die Puste aus. Am Mittwoch blieb das Team von Trainer Ole Werner beim 1:1 (1:1) beim SC Paderborn erneut sieglos und verpasste den Sprung auf Platz zwei. Immerhin bewahrte Marco Komendas Ausgleich (15. Minute) die Norddeutschen in einem guten Zweitligaspiel vor der Niederlage.

Der starke Bundesliga-Absteiger aus Paderborn war durch Chris Führich (2.) früh in Führung gegangen. Dem DFB-Pokal-Bayern-Bezwinger aus Kiel gelang aus den vergangenen fünf Spielen nur ein Sieg. Kiel bleibt zum Rückrunden-Auftakt somit mit 33 Punkten auf Platz drei und führt nun ein Trio mit Greuther Fürth und Fortuna Düsseldorf (je 32) an, das knapp beieinander hinter dem Topduo Hamburger SV und dem VfL Bochum um Platz drei ringt.

Am Donnerstag hat Bochum beim abstiegsbedrohten FC St. Pauli (20.30 Uhr/Sky) die große Chance, sich etwas von den Verfolgern abzusetzen und bis auf einen Punkt an Spitzenreiter Hamburg heranzurücken. Der HSV hatte am Dienstag in einem langweiligen Topspiel beim Tabellen-Fünften Düsseldorf nur 0:0 gespielt.

Nach zuletzt zwei Auswärtssiegen verpasste es Ex-Bundesligist Hannover 96 durch das 0:1 (0:0) beim Karlsruher SC, in der Tabelle weiter zu klettern. Stattdessen sprang der KSC dank eines Eigentors von Kingsley Schindler (65.) mit nun 29 Zählern auf Rang sechs.

Im Tabellenkeller wird es für den 1. FC Nürnberg gegen Jahn Regensburg nach dem 0:1 (0:0) wieder bedrohlicher. Nach dem späten Gegentor von Andreas Albers (89.) haben die Franken nur noch vier Punkte Vorsprung auf die Abstiegsränge. Der Vorsprung kann am Donnerstag weiter schmelzen. Zuvor hatte der SV Sandhausen wie schon am Dienstag die Würzburger Kickers einen bitteren Abend erlebt.

Die bislang erfolglosesten Clubs der Liga verloren jeweils nach 1:0-Führung noch 1:2. Die Kickers bleiben mit nur neun Punkten aus 18 Spielen nach der knappen Niederlage bei Erzgebirge Aue abgeschlagenes Schlusslicht. Sandhausen hätte am Mittwoch die Abstiegsränge gar verlassen können, gab die frühe Führung durch Alexander Schirow (1.) aber noch aus der Hand. Darmstadt drehte durch einen Doppelschlag von Marvin Mehlem (36./48.) das Spiel und kam zum ersten Sieg in diesem Jahr. Sandhausen bleibt mit 15 Zählern Vorletzter.​​

Ex-Schalker Meyer geht zum 1. FC Köln

Ex-Nationalspieler Max Meyer kehrt nach zweieinhalb Jahren zurück in die Bundesliga und soll dem 1. FC Köln Hilfe im Abstiegskampf leisten. Beim Drittletzten erhält der Mittelfeldspieler einen Vertrag bis zum Saisonende. Der 25 Jahre alte einstige Schalker hatte seinen Vertrag beim Premier-League-Club Crystal Palace Mitte Januar vorzeitig aufgelöst.

„Der Wechsel zum FC wurde nur möglich, weil Max uns in finanzieller Hinsicht extrem entgegengekommen ist. Er kann im Mittelfeld auf mehreren Positionen zum Einsatz kommen, ist spielintelligent, sehr ballsicher und sucht selbst gerne den Abschluss“, kommentierte FC-Geschäftsführer Horst Heldt den Wechsel.

Meyer war im Sommer 2018 nach 192 Einsätzen und 22 Toren für Schalke, wo er Anfang 2013 als 17-Jähriger sein Profidebüt gefeiert hatte, zu Crystal Palace gewechselt. Für den englischen Club lief er 56 Mal auf und erzielte zwei Tore. „Für mich war die Perspektive entscheidend, spielen zu können. Ich will die Chance beim FC nutzen, um mich auf Top-Niveau zu präsentieren und dabei mithelfen, dass der Club die Klasse hält“, sagte Meyer.

Lübeck gegen Rostock jetzt am 9. Februar

Der DFB hat in der 3. Liga vier Nachholspiele neu angesetzt. Nachdem das Heimspiel von Dynamo Dresden gegen den SV Wehen Wiesbaden wegen einer Corona-Infektion von Trainer Markus Kauczinski kurzfristig ausfallen musste, wird die Partie nun am 10. Februar um 19 Uhr ausgetragen.

Zudem wurden weitere drei Spiele terminiert, darunter zwei Auswärtsspiele des FSV Zwickau. Die Westsachsen treten am 10. Februar (19 Uhr) beim FC Bayern München II an und reisen am 17. Februar (19 Uhr) zum 1. FC Saarbrücken. Das Hanseaten-Duell VfB Lübeck gegen den FC Hansa Rostock findet am 9. Februar (19 Uhr) statt.

Ödegaard leihweise von Real zu Arsenal

Der norwegische Nationalspieler Martin Ödegaard spielt bis zum Saisonende für den FC Arsenal. Der 22-jährige Ödegaard kommt auf Leihbasis vom spanischen Meister Real Madrid. Damit wird der offensive Mittelfeldspieler, der 2014 als 15-Jähriger sein Profidebüt für Stromsgodset gab und mit 16 Jahren nach Madrid wechselte, bereits zum vierten Mal verliehen.

In der Vorsaison spielte Ödegaard in La Liga leihweise für Real Sociedad und wurde dort zum Stammspieler. Daraufhin beendete Madrid das ursprünglich auf zwei Jahre ausgelegte Leihgeschäft vorzeitig. Doch in der laufenden Saison konnte sich der Norweger im Bernabeu wieder nicht durchsetzen. Bei Arsenal trifft Ödegaard nun auf Dani Ceballos, der ebenfalls bei Real unter Vertrag steht, aber schon seit 2019 auf Leihbasis für die Gunners spielt.

Hertha: Interesse an Bobic und Rangnick?

Fredi Bobic (Eintracht Frankfurt) soll bei Hertha BSC einem Medienbericht zufolge weit oben auf der Kandidatenliste für die Nachfolge von Michael Preetz stehen. Das schrieb die "Sport Bild", ohne eine Quelle zu nennen. Die Berliner Verantwortlichen hätten sich auf "einige Kandidaten" festgelegt. Nun würden Gespräche anstehen.

Hertha hatte sich am Sonntag von Trainer Bruno Labbadia und auch Manager Preetz getrennt. Die Aufgaben des ehemaligen Sport-Geschäftsführers übernimmt bis zum Ende dieser Saison Sportdirektor Arne Friedrich, als neuen Trainer holten die Hauptstädter Pal Dardai zurück. An diesem Sonnabend muss Hertha bei den stark aufgelegten Frankfurtern antreten.

Der 49 Jahre alte Bobic arbeitet seit Juni 2016 als Sport-Vorstand bei der Eintracht. Sein Vertrag beim Club aus der Mainmetropole ist bis Ende Juni 2023 gültig. Neben seinen Verdiensten in Frankfurt soll auch Bobic' Hertha-Vergangenheit eine Rolle spielen. In seiner Spieler-Karriere stand er von Mitte 2003 bis Mitte 2005 beim Hauptstadt-Club unter Vertrag.

Der ehemalige RB-Leipzig-Macher Ralf Rangnick, Hoffenheims Manager Alexander Rosen und Christoph Freund von Red Bull Salzburg sollen laut "Sport Bild" auch auf Herthas Wunschliste stehen.

Ibra und Lukaku: Stürmer-Streit bewegt die Fans

Nach dem Pokal-Kracher zwischen Inter und AC Mailand bestimmt der heftige Disput der beiden Goalgetter Zlatan Ibrahimovic und Romelu Lukaku die Schlagzeilen in Italien. Als „beschämend“ und „rustikal“ bezeichnete das Sport-Blatt „Corriere dello Sport“ den Streit der beiden Stars am Tag nach dem 2:1-Sieg von Inter Mailand. „Bitte lasst uns nicht versuchen, die Position des einen oder anderen zu beschönigen: Sie haben beide Fehler gemacht“, kommentierte die Zeitung weiter.

Der Belgier Lukaku und der Schwede Ibrahimovic hatten sich während der Partie immer wieder Wortgefechte geliefert. Mittendrin rumpelten die beiden sogar mit ihren Köpfen aneinander. Auf Twitter teilten die Fans tausendfach die Fotos von der Kopfnuss. Beide Spieler wurden verwarnt. Ibrahimovic flog in der zweiten Hälfte schließlich mit Gelb-Rot vom Platz. „Verrückte Schlägerei“ titelte die „Gazzetta dello Sport“ dazu.

Inter Mailand konnte sich in dem packenden Stadtderby durch ein spätes Tor den Einzug ins Halbfinale sichern. Die Mannschaft besiegte am Dienstagabend im Giuseppe-Meazza-Stadion durch ein Freistoßtor des Dänen Christian Eriksen in der Nachspielzeit den Stadtrivalen. In der Serie A sind die beiden Mailänder Teams derzeit das Maß aller Dinge und führen die Tabelle an.

Paderborn beendet Ausleihe von Jastrzembski

Zweitligist SC Paderborn hat das Leihgeschäft mit Dennis Jastrzembski vorzeitig beendet. Der 20-Jährige, der im vergangenen Winter von Hertha BSC gekommen war und einen Vertrag bis zum 30. Juni hatte, wechselt nun zum Drittligaclub Waldhof Mannheim.

Zuvor wurde bereits Mittelfeldspieler Antony Evans, der in Paderborn einen Vertrag bis zum 30. Juni 2022 hat, bis Saisonende an den englischen Drittligisten Crewe Alexandra verliehen.

Musiala: Einladung für Länderspiele im März?

Joachim Löw hat den Kampf um Supertalent Jamal Musiala offenbar zur Chefsache erklärt. Der Bundestrainer plant nach Informationen der "Sport Bild", den aktuell noch 17-Jährigen für die WM-Qualifikationsspiele im März gegen Island, in Rumänien und gegen Nordmazedonien einzuladen. Musiala spielt derzeit für die U21 Englands und steht deshalb auch im Fokus von Teammanager Gareth Southgate.

Zuletzt hatte bereits DFB-Direktor Oliver Bierhoff Musiala als „sehr interessanten Spieler“ bezeichnet. Der Deutsche Fußball-Bund beobachte ihn „aufgrund seiner DFB-Vergangenheit und seiner aktuellen Leistungen“, sagte Bierhoff bei Sport1. Sobald Musiala in einem Pflichtspiel einer A-Nationalmannschaft zum Einsatz kommt, ist ein erneuter Wechsel ausgeschlossen.

Der in Stuttgart geborene Sohn eines Nigerianers und einer Deutschen lebte neun Jahre in England und spielte dort für den FC Southampton und den FC Chelsea, bevor er 2019 zum FC Bayern wechselte. Nach Einsätzen für Englands U15 und U16 hatte er im Oktober 2018 auch zwei Länderspiele für die deutsche U16 bestritten. Inzwischen läuft Musiala wieder für England auf. Zuletzt hieß es deshalb auch, der 17-Jährige sehe seine Zukunft „klar“ im Team des Weltmeisters von 1966.

Shinji Kagawa geht nach Griechenland

Der ehemalige Dortmunder Bundesliga-Profi Shinji Kagawa (31) wechselt mit sofortiger Wirkung zum griechischen Traditionsclub PAOK Saloniki. Der japanische Mittelfeldspieler erhält einen Eineinhalb-Jahresvertrag bis 30. Juni 2022.

Sportdirektor bei PAOK ist der Ex-Wolfsburger Olaf Rebbe. Kagawa, der insgesamt sieben Jahre beim BVB spielte, hatte am 1. September vergangenen Jahres seinen Vertrag beim spanischen Zweitligisten Real Saragossa aufgelöst.

VfB-Boss sagt Mitgliederversammlung ab

Der Machtkampf beim VfB Stuttgart zwischen Präsident Claus Vogt und Vorstandschef Thomas Hitzlsperger spitzt sich weiter zu. Nun weigert sich Vogt „gegen den erklärten Willen meiner beiden weiteren Präsidiumsmitglieder“, der für den 18. März geplanten Mitgliederversammlung seine Zustimmung zu geben.

„Es bestehen berechtigte Interessen der Mitglieder, dass die Versammlung weder in der beabsichtigten Form als rein digitale Veranstaltung, noch zu dem beabsichtigten Termin stattfindet“, schrieb Vogt an die Mitglieder. Er sehe „eine offene, transparente, direkte und ehrliche Kommunikation“ bei der Veranstaltung nicht gegeben, so der Präsident, der laut Satzung formal einladen muss. Das digitale Format betrachte er „grundsätzlich als Risiko“, zumal sich schon die Wahlabstimmung 2019 über WLAN „zum PR-Debakel“ ausgeweitet habe.

Der VfB befinde sich, hieß es weiter, „in der größten internen Krise, die dieser Verein in seiner lebhaften Geschichte erlebt hat“. Der Umgang mit den Anregungen habe sein „Vertrauen darin, dass die vorgenannten und die noch nachfolgenden Aspekte in unserem Verein ausreichend Berücksichtigung finden, stark erschüttert“, betonte Vogt.

Seit Wochen belastet die Aufklärung einer Datenaffäre, mit der sich sogar der baden-württembergische Landesdatenschutzbeauftragte befasst, den VfB schwer. Hitzlsperger hatte Vogt, der auch Chef des Aufsichtsrats ist, kurz vor dem Jahreswechsel in einem offenen Brief harsch attackiert und darin seine Kandidatur für das Präsidentenamt angekündigt. Der Vorstandschef hat sich für seine Wortwahl inzwischen zwar entschuldigt, der Konflikt spaltet den Traditionsclub jedoch weiter.

( HA/sid/dpa )

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