Fußball-Ticker

Corona: Ex-St.-Pauli-Coach Markus Kauczinski im Krankenhaus

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Dynamo Dresdens Trainer Markus Kauczinski war von Dezember 2017 bis April 2019 für den FC St. Pauli verantwortlich. Vor zwei Wochen wurde seine Corona-Infektion bekannt.

Dynamo Dresdens Trainer Markus Kauczinski war von Dezember 2017 bis April 2019 für den FC St. Pauli verantwortlich. Vor zwei Wochen wurde seine Corona-Infektion bekannt.

Foto: Robert Michael / dpa

Aktuelle Meldungen, heiße Gerüchte, scharfe Zitate, Verletzungen und Transfergeflüster. Der Fußball-Ticker hält Sie auf dem Laufenden.

Der Fußball-Ticker am Montag, den 25. Januar 2021:

Corona: Ex-St.-Pauli-Coach Kauczinski im Krankenhaus

Drittliga-Spitzenreiter Dynamo Dresden sorgt sich um Trainer Markus Kauczinski. Der 50 Jahre alte frühere Coach des FC St. Pauli klagte nach Vereinsangaben am Morgen über Unwohlsein und Übelkeit und hat sich für eingehendere Untersuchungen ins Universitätsklinikum in Dresden begeben. „Die Gesundheit ist das Wichtigste im Leben, daher ist es absolut in unserem Sinne, dass in dieser Situation kein Risiko eingegangen wird“, sagte Geschäftsführer Ralf Becker.

Kauczinski war am 12. Januar positiv auf das Coronavirus getestet worden und hatte sich danach für zehn Tage in häusliche Quarantäne begeben. Bisher gibt es laut Vereinsangaben keine Erkenntnis darüber, dass sein aktueller Gesundheitszustand im direkten Zusammenhang mit der Infizierung von vor knapp zwei Wochen steht.

Nächster Neuzugang für Schalke 04

Schalke 04 hat für den Kampf gegen den Abstieg personell weiter nachgerüstet. Der Tabellenletzte der Bundesliga gab die Leihe des Rechtsverteidigers William vom VfL Wolfsburg bis Saisonende bekannt. Der Brasilianer ist nach Sead Kolasinac und Klaas-Jan Huntelaar der bereits dritte Wintertransfer der Königsblauen.

„Wir sind sehr froh, dass wir uns trotz eines knappen Budgets auf allen priorisierten Positionen – Links- und Rechtsverteidiger sowie Stürmer – verstärken konnten“, sagte Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider. Mit der Verpflichtung von William schließe man „die offene Planstelle auf der Position des rechten Verteidigers“.

Dárdai wird Labbadia-Nachfolger bei Hertha

Hertha BSC hat wie erwartet Pál Dárdai als Nachfolger für den geschassten Trainer Bruno Labbadia präsentiert. Dárdais Vertrag läuft für diese und die kommende Saison bis zum Sommer 2022. Unterstützt wird er von Andreas „Zecke“ Neuendorf. Der 45 Jahre alte Ex-Profi und Publikumsliebling der Herthaner trainierte bisher die U23 des Hauptstadtclubs in der Regionalliga Nordost und wird nun wie Admir Hamzagic zu Dárdais Assistenten.

„Ich freue mich sehr, dass wir mit Pál Dárdai den Trainer für uns gewinnen konnten, der bereits nachgewiesen hat, dass er eine Mannschaft in einer für Hertha BSC herausfordernden Situation führen und stabilisieren kann“, sagte der neue starke Mann bei Hertha, Geschäftsführer Carsten Schmidt. „Als eingefleischter Herthaner kennt er hier jeden und benötigt keine Eingewöhnungszeit. Pál lebt Hertha BSC und wir sind absolut überzeugt davon, dass er mit seiner klaren Art der Mannschaft den nötigen neuen Impuls geben wird“, meinte der CEO.

Und was sagte Dárdai selbst? „Das war sicher nicht mein Plan, dass ich nun wieder von der U16 auf die Trainerposition bei den Profis wechseln werde. Ich brauche aber auch niemandem zu erklären, was Hertha BSC für mich bedeutet. Daher war es gar keine Frage für mich, dass ich in dieser Situation aushelfe."

Chelsea-Hammer: Tuchel soll Lampard ersetzen

Thomas Tuchel wird laut übereinstimmenden Medienberichten neuer Coach des FC Chelsea. Wie „Sky" und „The Sun" berichten, soll der Deutsche die glücklose Vereins-Ikone Frank Lampard ersetzen, von dem sich die Londoner am Montag offiziell getrennt hatten.. Der bei Paris St. Germain kürzlich entlassene Tuchel könnte schon am Mittwoch (19 Uhr) gegen die Wolverhampton Wanderers an der Seitenlinie stehen.

Die Spieler seien gebeten worden, bis zum Nachmittag nicht am Trainingsgelände zu erscheinen. Am Sonntag hatte Chelsea unter Lampard in der vierten Runde des FA Cups 3:1 (2:1) gegen den Zweitligisten Luton Town gewonnen. Der 42-Jährige, der 2019 übernommen hatte, stand zuletzt schwer in der Kritik, nachdem die Blues auf Rang neun der Premier League abgestürzt waren. Von den vergangenen fünf Ligaspielen gewannen sie nur eines und drohen die angepeilten Champions-League-Ränge zu verpassen.

Im Sommer hatten Chelsea und Lampard rund 250 Millionen Euro für Neuzugänge ausgegeben, unter anderem für Werner und Havertz. Beide tun sich derzeit äußerst schwer. Auch Verteidiger Rüdiger hatte unter Lampard nicht immer einen leichten Stand.

FC Bayern: Flick-Gespräch mit Upamecano

Das Werben des FC Bayern um seinen neuen Wunsch-Abwehrchef Dayot Upamecano wird immer konkreter. Trainer Hansi Flick soll laut dem „Kicker" bereits mit dem Leipziger über einen Transfer zu den Münchnern im Sommer gesprochen haben. Der 22-jährige Franzose ist bis 2023 an Leipzig gebunden, kann die Sachsen mittels einer Ausstiegsklausel aber vorzeitig verlassen. Er soll dann 40 bis 45 Millionen Euro kosten. Bei den Bayern ist er als Nachfolger von David Alaba eingeplant, der die Münchner zum Saisonende ablösefrei verlassen wird – vermutlich Richtung Real Madrid.

Die Bayern haben allerdings namhafte Konkurrenz bei Upamecano: Neben anderen in der Champions League vertretenen europäischen Topclubs soll auch der FC Chelsea an dem Verteidiger interessiert sein. Mit dem Leipziger, Nationalspieler Niklas Süle und Weltmeister Lucas Hernandez hätten die Bayern für kommende Saison drei gestandene Innenverteidiger. Dazu kommt das Talent Tanguy Nianzou, auf das Flick große Stücke hält.

FC Bayern: Was wird aus Boateng?

Noch offen ist die Zukunft von Jérôme Boateng, dessen Vertrag ausläuft. Zuletzt hatte etwa Mitspieler Thomas Müller für eine Weiterbeschäftigung des Weltmeisters von 2014 geworben („Es wäre gut, wenn er noch ein bisschen auf mich aufpasst."). Dafür müsste Boateng aber wohl Gehaltsabstriche in Kauf nehmen und sich mit der Rolle des Ergänzungsspielers zufrieden geben. Mit einer Entscheidung ist nicht vor März zu rechnen.

Weil Hernandez perspektivisch im Zentrum spielen soll, suchen die Bayern offenbar auch eine Alternative für Alphonso Davies auf der linken Abwehrseite. Hier sollen Omar Richards vom englischen Zweitligisten FC Reading und das Talent Luca Netz von Hertha BSC in den Fokus gerückt sein.

Schnappt der BVB Bayern Gladbachs Neuhaus weg?

Und noch ein Topspieler aus der Bundesliga soll nach dem Wunsch der Bayern-Bosse nach München wechseln, denn Nationalspieler Florian Neuhaus von Borussia Mönchengladbach hat sich längst in den Fokus des Rekordmeisters gespielt. Allerdings bekommt der FC Bayern laut „Sport1" Konkurrenz von Ligarivale Borussia Dortmund. Neuhaus soll in seinem bis 2024 laufenden Vertrag eine Ausstiegsklausel besitzen, wodurch der Mittelfeldspieler Gladbach für eine festgeschriebene Ablösesumme von rund 40 Millionen Euro vorzeitig verlassen darf.

Klopp trotz Pokal-Aus: „Macht euch keine Sorgen“

Quo vadis, Liverpool? Teammanager Jürgen Klopp hat sich nach dem FA-Cup-Aus kämpferisch gezeigt. „Ihr müsst euch um uns keine Sorgen machen. Wir halten als Gruppe zusammen. Wir wissen genau, woran wir arbeiten müssen“, sagte Klopp nach dem 2:3 (1:1) bei Manchester United. „Das ist nicht das, was wir wollten, also ist es frustrierend“, ergänzte Klopp: „Wir waren nicht auf unserem absoluten Top-Niveau, aber ich habe viele Schritte in die richtige Richtung gesehen, das war alles gut.“

Allerdings schlitterten seine Reds mit dem Pokal-Aus tiefer in die Krise. In der Liga ist der Titelverteidiger nach fünf Spielen ohne Sieg auf Platz vier abgerutscht. Bei einer weiteren Niederlage im Topspiel am Donnerstag bei Tottenham Hotspur könnte Liverpool aus den Champions-League-Plätzen rutschen.

Videobotschaft: Fener-Legenden begrüßen Özil

Mesut Özil wird bei seinem neuen Club Fenerbahce in Istanbul mit offenen Armen empfangen. Von der Politik, den Fans – und verschiedenen Vereins-Ikonen. In einem Video heißen frühere Stars wie Roberto Carlos, Jay-Jay Okocha, Pierre van Hooijdonk, Nicolas Anelka oder Robin van Persie den neuen Regisseur willkommen.

„Ich bin ein langjähriger Bewunderer deines Spiels“, sagt van Persie: „Du bist ein sehr besonderer Spieler. Wie du den Ball behandelst, Pässe siehst, Vorlagen lieferst, Tore erzielst - das ist einzigartig. Ich bin sicher, du findest die Freude am Spiel bald wieder. Du bist jetzt zu Hause.“

Zuvor hatten sich verschiedene Vertreter der Regierungspartei AKP um Präsident Recep Tayyip Erdogan positiv zu Özil geäußert. Außenminister Mevlüt Cavusoglu kündigte sogar ein Treffen des Staatschefs mit Özil an, dessen Trauzeuge Erdogan ist. Der Autokrat gilt als Fener-Fan, sein Istanbuler Domizil ist nur eine Autominute von Özils neuer Bleibe entfernt.

Fenerbahce verschuldet sich für Özil

Das hoch verschuldete Fener versucht, den millionenschweren Transfer zu refinanzieren. Mit der SMS-Aktion „Mesutol“ (Werde Mesut bzw. glücklich) sollen bis zu zwei Millionen Euro reingeholt werden. Anhänger können dabei eine Kurznachricht für umgerechnet 2,20 Euro an den Club schicken. „Wir haben für die Realisierung des Traumes gesorgt, nun müssen auch unsere treuen Fans ihren Beitrag leisten“, sagte Präsident Ali Koc. Über ähnliche Aktionen hat der Club seit 2016 bereits mehrere Millionen Euro generiert.

Dennoch steht Fenerbahce mit über 520 Millionen Euro in der Kreide. Und Özil, der am Sonntagabend erstmals mit seinen neuen Kollegen trainierte, ist teuer: Bis 2024 soll er jährlich vier bis fünf Millionen Euro netto verdienen, derselbe Betrag soll als Handgeld geflossen sein.

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Werner hadert mit seiner Chelsea-Bilanz

Der deutsche Nationalstürmer Timo Werner ist mit seiner Bilanz nach dem ersten halben Jahr beim FC Chelsea nicht zufrieden. „Letztes Jahr hatte ich zum Ende der Halbserie 18 Tore, jetzt vier. Ziel leicht verfehlt“, sagte Werner im Gespräch mit Unternehmer Carsten Maschmeyer und Nationalmannschaftskollege Toni Kroos auf der Audio-App Clubhouse und fügte hinzu: „Dafür habe ich zu viele Torchancen vergeben und in vielen Spielen nicht so gespielt, wie ich es mir wünsche.“

Es sei aber auch eine Umstellung von der Bundesliga zur Premier League. „Viele sagen, dass man in der Premier League das erste Jahr zum Lernen hat“, betonte Werner, der im Sommer von RB Leipzig an die Stamford Bridge gewechselt war. Auch im Zusammenspiel mit Nationalmannschaftskollege Kai Havertz sieht Werner noch Steigerungspotenzial. „Wir müssen im Moment selber erst einmal zu uns finden, bevor wir zueinander finden.“ Die Premier League erfordere mehr Arbeit, vor allem im körperlichen Bereich.

BVB-Profis verzichten erneut auf Gehalt

Dortmund soll sich laut den „Ruhr Nachrichten“ mit seinen Profis auf einen weiteren Gehaltsverzicht geeinigt haben. Demnach sollen die Spieler wegen der finanziellen Einbußen in der Corona-Krise weiter auf zehn Prozent ihres Gehalts verzichten. Ein Enddatum soll nicht festgelegt worden sein. Solange aber keine Zuschauer in den Stadien zugelassen sind, sollen die Profis verzichten. Auch die Führungsetage schließt sich der Vereinbarung an.

Der erste Gehaltsverzicht wurde im Frühjahr 2020 vereinbart. Bei dem damaligen kompletten Lockdown verzichteten die Profis auf 20 Prozent, im Geisterspielbetrieb waren es dann zehn Prozent. Damit spart der BVB jeden Monat eine Summe im siebenstelligen Bereich. Die Grundgehälter sollen sich monatlich laut „Ruhr Nachrichten“ auf 13 Millionen Euro belaufen. Der BVB verliert aktuell pro Heimspiel rund vier Millionen Euro.

Italiens Gazetten feiern Ex-Schalker McKennie

Die italienischen Gazetten feierten am Montag den Ex-Schalker Weston McKennie. „Wie seine Lieblingsfigur Harry Potter zaubert McKennie ein Wundertor. Einer der billigsten Zukäufe Juves entpuppt sich als einer der besten Deals der Alten Dame. Mit Big Mek ist für Juve nichts unmöglich“, kommentierte die „Gazzetta dello Sport", nachdem der von den Königsblauen ausgeliehene McKennie beim 2:0 (1:0) gegen den FC Bologna sein drittes Saisontor (71.) erzielt hatte.

Der Ex-Schalker trägt als Tattoo einen Zauberstab a la Harry Potter. Auch die anderen Medien zeigten sich angesichts der Leistung des US-Amerikaners begeistert. „Was wäre Juve ohne den Marine McKennie? Er ist immer an der richtigen Stelle und beweist Führungsqualitäten“, kommentierte der „Corriere dello Sport". „Harry Potter McKennie zaubert für seinen Trainer Pirlo einen entscheidenden Sieg. Nach harten Tagen kann der Coach wieder aufatmen“, kommentierte Tuttosport. Schalke hat 4,5 Millionen Euro Leihgebühr für McKennie kassiert. Juve denkt an die feste Verpflichtung des 22-Jährigen für 18,5 Millionen Euro.

Großkreutz vor Unterschrift in Westfalenliga

Rio-Weltmeister Kevin Großkreutz wird nach dem Ende seiner Profikarriere sehr wahrscheinlich bei einem Sechstligisten weiterspielen. Ein Engagement des langjährigen Dortmunders vor der Haustür beim TuS Bövinghausen, Tabellenführer der Westfalenliga 2, steht unmittelbar bevor. „Es sieht sehr gut“, sagte Vereinspräsident Ajan Dzaferoski. „Noch ist es nicht unterschrieben, aber das soll spätestens am Dienstag passieren.“

Großkreutz selbst hatte angekündigt: „Als kleiner Junge habe ich auf Asche begonnen. Jetzt möchte ich zum Amateursport zurückkehren.“