Fußball-Ticker

Klopps Krise verschärft sich: Liverpool fliegt aus FA Cup

Lesedauer: 13 Minuten
Jürgen Klopp und der FC Liverpool befinden sich in einer sportlichen Krise.

Jürgen Klopp und der FC Liverpool befinden sich in einer sportlichen Krise.

Foto: imago / PA Images

Aktuelle Meldungen, heiße Gerüchte, scharfe Zitate, Verletzungen und Transfergeflüster. Der Fußball-Ticker hält Sie auf dem Laufenden.

Der Fußball-Ticker am Sonntag, den 24. Januar 2021:

Klopp und Liverpool fliegen aus dem FA Cup

Teammanager Jürgen Klopp ist mit dem FC Liverpool bei Manchester United aus dem FA Cup ausgeschieden und schlittert immer mehr in eine Krise. Die Reds unterlagen in der vierten Runde des Traditionswettbewerbs im Old Trafford 2:3 (1:1) und mussten damit erneut einen Rückschlag hinnehmen. In der Liga ist der Titelverteidiger nach fünf Spielen ohne Sieg auf Platz vier abgerutscht.

Mohamed Salah traf mit einem Doppelpack (18./58.) für die Gäste. Doch für den Premier-League-Tabellenführer United waren Mason Greenwood (26.), Marcus Rashford (48.) und Bruno Fernandes (78.) erfolgreich. In einem abwechslungsreichen Spiel hatten beide Mannschaften ihre Druckphasen und Chancen. Letztlich entschied der eingewechselte Fernandes mit einem Freistoß von der Strafraumgrenze die Partie.

Köln-Pleite in Hoffenheim: Kramaric mit Rekordtor

Der 1. FC Köln hat im Abstiegskampf wieder einen Rückschlag hinnehmen müssen. Bei der Rückkehr von Ex-HSV-Trainer Markus Gisdol zu seinem früheren Club Hoffenheim unterlagen die Kölner bei der TSG 1899 Hoffenheim mit 0:3 (0:2). Im leeren Sinsheimer Stadion kürte sich Andrej Kramaric mit zwei Elfmetern (7./75. Minute) und seinem 72. und 73. Tor insgesamt zum kroatischen Rekordtorjäger der Bundesliga. Außerdem traf Christoph Baumgartner (28.). Die Kölner verpassten den möglichen Sprung in der Tabelle vom Relegationsplatz auf Rang 14. Der Abstand zum Vorletzten Mainz bleibt bei fünf Punkten, zum rettenden 15. Platz sind es zwei.

Großkreutz beendet Profi-Karriere

Rio-Weltmeister Kevin Großkreutz beendet seine Profi-Karriere. Das teilte der zuletzt vereinslose 32-Jährige am Sonntag in den sozialen Netzwerken mit. „Nach 15 Jahren ist es für mich an der Zeit, dem Profifußball tschüss zu sagen“, sagte Großkreutz in einem auf Instagram veröffentlichten emotionalen Video. Dabei zeigte er einige Höhepunkte seiner Karriere, die mit Musik untermalt wurden.

Mit Borussia Dortmund wurde Großkreutz unter Trainer Jürgen Klopp zweimal Meister (2011, 2012) und DFB-Pokalsieger (2012). Er bestritt sechs Länderspiele und wurde von Bundestrainer Joachim Löw in den Kader für die WM 2014 berufen. Bei dem Turnier in Brasilien blieb er allerdings ohne Einsatz.

„Unfassbar, diese vielen Momente. Ich bin unheimlich stolz darauf, diese Momente mit euch erlebt haben zu dürfen. Es war vielleicht keine Bilderbuchkarriere, wenn ich an den Dönerwurf denke. Oder an den Abgang in Stuttgart, der nicht schön war. Fehler macht jeder, das Wichtigste ist, dass man dazu steht“, so Großkreutz weiter.

Gross bestätigt: William vor Transfer zu Schalke

Der Transfer von Rechtsverteidiger William vom VfL Wolfsburg zum FC Schalke 04 steht offenbar unmittelbar bevor. „Ich hoffe, dass es dem Verein gelingt, ihn definitiv zu verpflichten“, sagte Schalke-Trainer Christian Gross nach dem 0:4 gegen den FC Bayern und plant den Brasilianer offenbar schon für das Spiel am kommenden Sonnabend bei Werder Bremen ein: „Ich hoffe, dass er dann spielberechtigt ist. Wir werden schauen, wie er sich integriert. Ziel ist, dass wir ihn so schnell wie möglich einbauen können.“

Im Gespräch ist offenbar ein Leihgeschäft bis zum Saisonende. Der 25 Jahre alte Brasilianer William wäre der dritte Winter-Zugang des Tabellenletzten nach den Rückkehrern Sead Kolasinac (FC Arsenal) und Klaas-Jan Huntelaar (Ajax Amsterdam). Bei den Wolfsburgern hat William durch einen Kreuzbandriss im vergangenen Februar und durch die Verpflichtung von Ridle Baku von Mainz 05 seinen Stammplatz verloren. In der gesamten Saison wurde er nur zweimal in der Nachspielzeit eingewechselt.

Barcelona mit viertem Ligasieg in Serie

Der FC Barcelona hat seine Erfolgsserie fortgesetzt. Das Team um den deutschen Nationaltorhüter Marc-Andre ter Stegen gewann beim Vorletzten FC Elche 2:0 (1:0) und feierte vierten Ligasieg in Folge. Frenkie de Jong (39.) und der kurz zuvor eingewechselte Riqui Puig (89.) erzielten die Treffer und sorgten dafür, dass Barça als Dritter mit 37 Punkten nur drei Zähler Rückstand auf den Erzrivalen Real Madrid hat. Tabellenführer bleibt Atlético Madrid (44 Punkte, zwei Spiele weniger). Superstar Lionel Messi war nach seiner Roten Karte im spanischen Supercup gegen Athletic Bilbao (2:3) gesperrt.

Werner verschießt Elfer: Chelsea trotzdem weiter

Der kriselnde FC Chelsea hat trotz eines verschossenen Elfmeters von Timo Werner das Achtelfinale im englischen FA Cup erreicht. Die Blues setzten sich verdient mit 3:1 (2:1) gegen den Zweitligisten Luton Town durch. Tammy Abraham (11./17./74. Minute) erzielte an der heimischen Stamford Bridge alle drei Tore für die überlegenen Londoner.

Werner, der in der Startelf stand, wurde kurz vor dem Ende des Spiels im Strafraum gefoult. Der ehemalige Leipziger schoss den fälligen Elfmeter selbst, scheiterte aber an Luton-Keeper Simon Sluga. Nationalmannschaftskollege Kai Havertz, der wie Werner in einer leichten Formkrise steckt, wurde erneut erst in der Schlussviertelstunde eingewechselt. Antonio Rüdiger blieb im Pokal auf der Bank.

Juventus nutzt Patzer des Spitzenduos

Juventus Turin hat die Patzer des Spitzenduos ausgenutzt und seinen Hoffnungen auf den zehnten Scudetto in Folge neues Leben eingehaucht. Die Alte Dame besiegte den FC Bologna durch die Treffer des Brasilianers Arthur (15.) und des früheren Schalkers Weston McKennie (71.) mit 2:0 (1:0). Juventus um den früheren Weltfußballer Cristiano Ronaldo hat nun 36 Punkte auf dem Konto und bei Saisonhalbzeit gegenüber Tabellenführer AC Mailand (43) sowie Verfolger Inter Mailand (41) noch ein Spiel in der Hinterhand.

Milan verlor am Sonnabend 0:3 gegen Atalanta Bergamo mit dem deutschen Nationalspieler Robin Gosens. Inter kam bei Udinese Calcio nicht über ein 0:0 hinaus.

VfB-Sportdirektor: Kein Angebot für Gonzalez

Trotz der Wechselgerüchte um Nicolas Gonzalez rechnet der VfB Stuttgart nicht mit einem Abschied des argentinischen Nationalspielers in diesem Winter. „Es liegt kein konkretes Angebot vor“, sagte Sportdirektor Sven Mislintat. Der Stürmer hatte Ende November einen neuen Vertrag bis zum 30. Juni 2024 unterschrieben, eine Ausstiegsklausel hat er nicht. „Wenn ich beschreiben darf, was heute Ist-Zustand ist, wird nichts passieren. Auf der anderen Seite sind acht Tage verdammt lang“, sagte Mislintat. Die Transferperiode läuft bis zum 1. Februar.

Gespräche über eine mögliche Vertragsverlängerung mit Kapitän Gonzalo Castro will der schwäbische Erstligist im Februar oder im Frühjahr führen. „Die laufen zu dem Zeitpunkt, weil man wissen muss, wo sich der Fußball in Zeiten einer Corona-Pandemie hin entwickelt. Wir müssen auch gucken, wie sich die Leistung von Gonzalo weiter entwickelt“, sagte Mislintat. Der 33 Jahre alte Mittelfeldspieler Castro steht vor seinem 400. Einsatz in der Fußball-Bundesliga.

Hertha: Aus für Labbadia und Preetz

„Big City Chaos“ bei Hertha BSC: Der abstiegsbedrohte Hauptstadtclub hat die Notbremse gezogen und Trainer Bruno Labbadia sowie Manager Michael Preetz entlassen. Das Doppel-Aus einen Tag nach der bitteren 1:4 (1:2)-Pleite zum Rückrundenstart gegen Werder Bremen gab Hertha am Mittag offiziell bekannt. Man befinde sich in einer „sehr ernsten Situation“ und wolle daher „einen neuen Impuls setzen“, sagte Carsten Schmidt, der seit einigen Wochen als neuer Vorsitzender der Geschäftsführung das Sagen bei Hertha hat.

Preetz' Aufgaben übernimmt bis Saisonende Sportdirektor Arne Friedrich. Als Interimstrainer könnte Pál Dárdai zurückkehren, der Ungar hatte Herthas Profiteam schon von 2015 bis 2019 betreut. Als neuer starker Mann wird Ralf Rangnick gehandelt, er könnte wie früher schon bei RB Leipzig als Trainer und Manager in Personalunion agieren. Labbadia wurde die erschreckende Ausbeute von nur einem Punkt aus den vergangenen vier Spielen gegen Bremen, Hoffenheim, Köln und Bielefeld zum Verhängnis.

RB Leipzig: Gulacsi lässt Zukunft offen

Der ungarische Nationaltorhüter Peter Gulacsi hat seine Zukunft bei RB Leipzig offen gelassen. „Ich habe den Anspruch, nicht nur in den nächsten zweieinhalb Jahren auf höchstem Niveau zu spielen, sondern hoffentlich noch viel länger“, sagte der 30-Jährige im „Aktuellen Sportstudio“ des ZDF. „Ich hoffe, das passt zusammen mit dem Plan vom Verein.“ Gulacsi steht bei den Sachsen noch bis 2023 unter Vertrag.

Am Sonnabend war bekanntgeworden, dass der designierte EM-Teilnehmer in seinem Vertrag eine Ausstiegsklausel für den kommenden Sommer besitzt. „Ich kann bestätigen, dass es eine Klausel im Vertrag von Peter gibt und die in diesem Sommer aktiviert werden kann“, sagte sein Berater Hasan Cetinkaya der „Bild“. Die Höhe ließ der Schwede, der auch Emil Forsberg und Barcelonas Frenkie de Jong betreut, offen: „Nur soviel: Sie ist selbst für Corona-Zeiten sehr niedrig.“ In der Vergangenheit hatte es immer mal wieder loses Interesse an Gulacsi gegeben, ein Abgang kam für den Keeper jedoch nicht infrage. Laut des Berichts arbeiten die RB-Bosse fieberhaft daran, Gulacsi die Klausel abzukaufen.

Zorc stellt klar: „Werden Weg mit Terzic weitergehen“

Trotz des Absturzes auf Rang sieben der Fußball-Bundesliga sieht Borussia Dortmund weiter keinen Grund für einen erneuten Trainerwechsel. Edin Terzic genießt als Chefcoach zumindest bis zum Saisonende das Vertrauen der BVB-Bosse und soll den Revierclub wieder in die Champions League führen. „Edin hat viele richtige Dinge angestoßen. Wir werden den Weg weiter mit ihm gehen“, sagte Sportchef Michael Zorc der „Bild am Sonntag“.

In seinen ersten sieben Bundesligaspielen holte der 38 Jahre alte Terzic nur zehn Punkte. Schlechter war zuletzt Thomas Doll 2007 als BVB-Trainer gestartet. Nach dem 2:4 am Freitag bei Borussia Mönchengladbach und einer sieglosen Englischen Woche mit nur einem Punkt aus drei Spielen muss Dortmund sogar um das Minimalziel – die erneute Qualifikation für die Champions League – bangen.

„Die Champions-League-Qualifikation muss über allem stehen, bei jedem“, forderte Zorc. Zur kommenden Saison sind die BVB-Bosse an einer Verpflichtung des aktuellen Gladbacher Trainers Marco Rose interessiert.

Özil-Debüt im Derby gegen Galatasaray geplant

Die größte Bühne für den neuen Star: Mesut Özil soll sein Debüt für seinen neuen Club Fenerbahce im Istanbuler Stadtderby gegen den verhassten Rivalen Galatasaray am 6. Februar feiern. Das berichten türkische Medien.

Demnach soll Özil (32) nach seinem Transfer vom FC Arsenal an den Bosporus am Dienstag in einer großen öffentlichen Zeremonie seinen Vertrag bis 2024 bei Fenerbahce unterschreiben. In der Folge habe der Klub zwei Testspiele angesetzt, um den Weltmeister von 2014 spielfit zu bekommen. Özil hat seit März 2020 keine Partie mehr bestritten.

Die Erwartungen an den neuen Regisseur sind riesig. „Über Mesuts Qualitäten müssen wir nicht groß reden“, sagte der technische Direktor Erol Bulut, „für mich gehört er als Zehner zu den Top 10 der Welt. Und er hat einen guten Charakter.“ Özil werde den Fener-Stürmern „definitiv helfen und einen großartigen Beitrag zu unserer Spielphilosophie leisten“.

Subotic sieht Zukunft "näher an Deutschland"

Der frühere Bundesliga-Profi Neven Subotic denkt nach seinem Abschied vom türkischen Erstligisten Denizlispor „noch lange nicht“ ans Aufhören. „Meine Zukunft sehe ich aus persönlichen Gründen, die sich in den letzten Monaten geändert haben, näher an Deutschland. Ich bin fit und habe noch einige Ziele vor Augen“, sagte der 32-Jährige bei Sport1.

Der frühere Dortmunder, in der Bundesliga zuletzt für Union Berlin aktiv, hatte seinen bis 2022 laufenden Vertrag bei Denizlispor nach nur vier Monaten aufgelöst. Ein Grund sollen ausstehende Gehaltszahlungen gewesen sein.

Subotic berichtete von langwierigen Gesprächen mit den Vereinsverantwortlichen, in denen sich jedoch „keine seriösen Lösungen für ein nachhaltiges Arbeitskonzept“ ergeben hätten. Klub und Fans blieben ihm allerdings „dank eurer besonderen Gastfreundschaft ewig im Herzen“.

( HA/sid/dpa )

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