Premier League

Klopp nach Heim-Pleite: "Heftiger Schlag ins Gesicht"

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Liverpools Trainer Jürgen Klopp reagiert an der Seitenlinie verärgert.

Liverpools Trainer Jürgen Klopp reagiert an der Seitenlinie verärgert.

Foto: dpa

68 Spiele waren der FC Liverpool und Jürgen Klopp zuhause in der Premier League ungeschlagen. Das Ende der Serie ist Sinnbild für die Krise der Reds. Eine Club-Legende warnt vor schwierigen Zeiten - und sieht den Coach in der Pflicht.

Liverpool. Vom Meisterkampf wollte Jürgen Klopp nach dem Ende der Super-Serie des FC Liverpool erst mal nichts mehr wissen.

Durch die erste Heim-Niederlage seit knapp vier Jahren in der englischen Premier League und dem schwachen Abschluss der Hinrunde gerät nun sogar die Rückkehr in die Champions League in Gefahr. "Du kannst dir vorstellen, dass das Titelrennen derzeit nicht wirklich mein Problem ist. Das wäre sehr lustig, wenn wir jetzt darüber reden. Wir sollten zuerst etwas ändern", sagte der FIFA-Welttrainer am Donnerstagabend nach dem 0:1 (0:0) gegen Abstiegskandidat FC Burnley. Die Niederlage sei ein "heftiger Schlag ins Gesicht".

Bereis zum fünften Mal in Serie blieben die Reds in der Liga ohne Sieg, seit 438 Minuten wartet Liverpool auf ein eigenes Premier-League-Tor. Der Glanz der glorreichen Meistersaison ist weg. "Es ist eine Niederlage, die Schockwellen aussendet - nicht nur weil die zweitlängste Heimserie in der Geschichte der Premier League vorbei ist", schrieb der "Mirror". Und: "Es entfernt die Aura der Größe von dem Team." Die zuvor letzte Liga-Heimniederlage hatte Liverpool am 23. April 2017 beim 1:2 gegen Crystal Palace kassiert. Danach blieb das Team im eigenen Stadion 68 Mal in der Liga ungeschlagen, feierte in diesem Zeitraum 55 Siege.

"Das ist ein Tiefpunkt", sagte Klopp niedergeschlagen und meinte angesichts der vergebenen Chancen: "Es ist absolut nicht möglich, dieses Spiel zu verlieren." Der Coach nahm die Schuld auf sich: "Es ist mein Job, dass sie sich gut fühlen, dass sie sich selbstbewusst fühlen. Das ist meine Verantwortung." Neben einem Foto, auf dem der Coach nachdenklich zu Boden schaut, titelte der "Daily Telegraph": "Klopp Elend".

In der sechsten Saison bei den Reds rückt nun auch in den Fokus, wie Klopp Krisen meistern kann. "Es ist sein Job, es zu lösen - egal, ob es die Formation oder das Personal ist - aber es gibt so viele Teams, die die Top Vier anvisieren, so dass das eine Sorge für Liverpool sein wird, bis sie ihren aktuellen Lauf beenden", sagte Club-Legende Jamie Carragher als TV-Experte bei Sky Sports.

In der Tabelle belegt Liverpool mit 34 Punkten nur noch den vierten Platz, Tottenham Hotspur und Stadtrivale FC Everton direkt dahinter haben noch keine 19 Partien absolviert. Der Rückstand auf Spitzenreiter Manchester United beträgt bereits sechs Zähler. Am Wochenende steht das nächste Schlüsselspiel an. In der vierten Runde des englischen FA-Cups muss Liverpool am Sonntag (18.00 Uhr) zu Man United. "Wir müssen wieder wir selbst werden", forderte Klopp von seinen Spielern.

© dpa-infocom, dpa:210121-99-123432/5