Nachwuchstalent

Hamburg hat ein neues Boxtalent im Schwergewicht

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Viktor Jurk (20) ist in Deutschland geboren. Seine Eltern waren aus Russland eingewandert.

Viktor Jurk (20) ist in Deutschland geboren. Seine Eltern waren aus Russland eingewandert.

Foto: TayDucLam / WITTERS

Viktor Jurk wird Profi im Unternehmen des ehemaligen Klitschko-Managers Bönte. Im Amateurbereich ist er deutscher Meister.

Hamburg.  Sollte es für den Durchmarsch in die Weltspitze des Berufsboxens nicht reichen, müsste sich Peter Kadiru über seine berufliche Zukunft dennoch keine Sorgen machen. Der 23 Jahre alte Hamburger Schwergewichtler, der vor zehn Tagen in Magdeburg deutscher Meister wurde und damit seinen ersten Titel im Erwachsenenbereich gewann, könnte problemlos als Berater weiterarbeiten. Schließlich war er es, der seinem Manager Bernd Bönte empfahl, den Mann unter Vertrag zu nehmen, der am Mittwochmittag im Block Bräu an den Landungsbrücken vorgestellt wurde.

Viktor Jurk, 20 Jahre jung, 204 Zentimeter groß und im Amateurbereich amtierender deutscher Meister der U-22-Junioren, hat sich für einen Wechsel ins Profilager entschieden. Dafür begibt sich der BWL-Student, der aktuell noch bei seinen Eltern in seiner Geburtsstadt Flensburg lebt, in Hamburg unter die Fittiche von Kadirus Trainer Christian Morales, der mit seinem Cousin Raiko Morales und Ex-Klitschko-Manager Bönte das gemeinsame Unternehmen B+M Sport Management GmbH führt. Ein Promoter wird noch gesucht, das Profidebüt ist für Frühjahr 2021 geplant.

Corona legte den Boxsport lahm

Jurk und Kadiru kennen sich aus gemeinsamen Zeiten am Sportinternat in Schwerin, das der U-22-Vizeeuropameister von 2019 seit seinem 16. Lebensjahr bis zum Abitur in diesem Jahr besuchte. Im Frühjahr hatte der Rechtsausleger dort für Traktor Schwerin seinen letzten von rund 70 Amateurkämpfen bestritten.

„Dann kam Corona, und der Sport war lahmgelegt. Deshalb hätte ich fast schon aufgehört mit dem Boxen“, sagt der passionierte Schachspieler. Das Angebot von B+M sei seine einzige, aber aus seiner Sicht auch die bestmögliche Alternative gewesen. „Hier kann ich mich in einer tollen Trainingsgruppe entwickeln“, sagte er.

Bönte und Christian Morales sehen in ihrem Neuzugang einen Mann mit großer Perspektive, der allerdings noch reifen müsse. Beobachter, die den vom früheren Universum-Erfolgstrainer Michael Timm aufgebauten Athleten aus Schwerin kennen, attestieren ihm gute Anlagen, aber fehlende Wettkampfhärte. Die will sich Viktor Jurk nun im Training mit Kadiru und den weiteren Morales-Schwergewichtlern Emanuel Odiase, Turpal Hutaev, Albon Pervizaj und Ammar Abduljabar holen. „Hamburg ist die Hauptstadt des Schwergewichts, von hier werden wir die Welt regieren“, sagte Viktor Jurk noch. Zu dem Spruch hatte ihm der für seine Zurückhaltung bekannte Kadiru sicher nicht geraten.

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( bj )