Hamburg

Sportspaß-Vorstand plant keine Mitgliederversammlung

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Ärger bei Sportspaß in Hamburg (Archivbild).

Ärger bei Sportspaß in Hamburg (Archivbild).

Foto: picture-alliance

Nach Querelen im Vorstand, Strafanzeigen, Hausverboten und Gerichtsprozessen ist jetzt ein neuer Konflikt entbrannt.

Hamburg.  Mit rund 52.000 Vereinsangehörigen ist Sportspaß weiter Hamburgs mit Abstand größter Club, was die Zahl der Sporttreibenden betrifft. Nach Querelen im Vorstand, Hausverboten, angedrohten Vereinsausschlüssen, Strafanzeigen und auch Gerichtsprozessen (Abendblatt berichtete) ist jetzt ein neuer Konflikt entbrannt. Der Vorstand hat bisher keine Mitgliederversammlung anberaumt, die laut Vereinssatzung für das letzte Quartal des Jahres anzusetzen ist. Bis zum 7. September hätten Anträge gestellt werden müssen.

„Neben der Mitgliederversammlung gibt es aber in Corona-Zeiten weitere Möglichkeiten und Formate, unsere Mitglieder über die Vereinsentwicklung zu informieren. Wir machen davon Gebrauch. Zurzeit finden Informationsveranstaltungen mit Mitarbeitern und Trainern statt, bisher gab es drei. Mitgliederforen sollen folgen“, sagte der Vereinsvorsitzende Michael Weidmann auf Anfrage des Abendblatts.

Weidmann sieht Verein auf gutem Weg

Der 2. Vorsitzende Stefan Friz, der laut Beschluss des Amtsgerichts Hamburg St. Georg weiter seiner Vereinstätigkeit nachgehen darf, der Vorstand ihm dies aber verweigert, hielte eine Aussetzung der Mitgliederversammlung für einen eklatanten Satzungsverstoß und würde in diesem Fall – wie wohl auch andere Mitglieder – eine Klage erwägen.

Gegenüber dem Abendblatt begründete Weidmann sein Vorgehen: „Auf der Mitgliederversammlung Ende 2019 wurde deutlich, dass es bei Sportspaß finanzielles Missmanagement und Unregelmäßigkeiten gegeben hat. Die Versammlung verweigerte dem Vorstand deswegen die Entlastung, wählte im Januar 2020 zwei neue Vorstände. Diesen ist es in wenigen Monaten gelungen, Sportspaß in finanziell sicheres Fahrwasser zu bringen.“

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Zu den weiteren Aufgaben gehöre nun die Aufarbeitung der Geschehnisse der vergangenen Jahre, über die dann den Mitgliedern zu berichten sei. Weidmann sieht seinen Verein auf gutem Weg: „76 Prozent der Kurse, die es vor Corona gab, werden wieder angeboten, zuletzt sind mehr als 800 Mitglieder eingetreten. Die Existenz des Vereins ist seit der Neuwahl des Vorstandes nicht mehr gefährdet.“

Das bezweifelt Friz: Den monatlich bis zu 200.000 Euro fehlenden Beitragseinnahmen stünden keine signifikanten Ausgabenreduzierungen gegenüber.

( rg )

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