Fußball-Ticker

Labbadias Hertha scheitert bei Torspektakel an Braunschweig

Hertha-Trainer Bruno Labbadia klatscht sich nach dem Pokal-K.-o. in Braunschweig bei seinen Spielern Niklas Stark (l.) und Alexander Schwolow ab.

Hertha-Trainer Bruno Labbadia klatscht sich nach dem Pokal-K.-o. in Braunschweig bei seinen Spielern Niklas Stark (l.) und Alexander Schwolow ab.

Foto: imago images/Bernd König

Aktuelle Meldungen, heiße Gerüchte, scharfe Zitate, Verletzungen und Transfergeflüster. Der Fußball-Ticker hält Sie auf dem Laufenden.

Der Fußball-Ticker am Freitag, den 11. September 2020:

5:4 gegen Hertha BSC: Braunschweig siegt bei Pokal-Spektakel

Eintracht Braunschweig hat auf spektakuläre Weise für die erste Überraschung der neuen DFB-Pokal-Saison gesorgt. Dank dreier Tore seines Kapitäns Martin Kobylanski warf der Zweitliga-Aufsteiger den ambitionierten Fußball-Bundesligisten Hertha BSC am Freitagabend mit 5:4 (3:2) aus dem Wettbewerb. 500 Zuschauer waren gemäß der niedersächsischen Corona-Verordnung im Eintracht-Stadion zugelassen – sie machten angesichts der Dramaturgie dieser Partie aber zeitweise einen Lärm wie mehrere Tausend.

Der 26 Jahre alte Kobylanski, der die Braunschweiger erst vor zwei Monaten mit 18 Drittliga-Treffern zur Zweitliga-Rückkehr geschossen hatte, verwandelte bereits nach 63 Sekunden einen Freistoß aus 25 Metern. Die Tore zwei und drei des offensiven Mittelfeldspielers fielen dann aus Braunschweiger Sicht jeweils zum idealen Zeitpunkt.

Beim 3:2 kurz vor der Pause (44.) traf er per Nachschuss nach einem von ihm selbst verschossenen Foulelfmeter. Die Hertha hatte zu diesem Zeitpunkt gerade einen frühen 0:2-Rückstand aufgeholt, weil Dodi Lukebakio (23.) und Matheus Cunha (29.) in nur zwölf Minuten auf ein Eigentor von Maximilian Mittelstädt (17.) antworteten. In der zweiten Halbzeit schlug Kobylanski dann noch schneller zurück: Erst gelang Peter Pekarik (65.) der erneute Ausgleich.

Doch nur zwei Minuten später hieß es wieder 4:3 (67.) durch den Mann, der früher auch eine Saison für den Berliner Hertha-Rivalen 1. FC Union gespielt hat.

Mit Rückkehrer Suleiman Abdullahi traf ein weiterer Ex-Unioner sogar zum 5:3 (73.), doch entschieden war dieses Spektakel auch damit noch nicht. Erneut Lukebakio brachte die Hertha noch einmal heran (83.).

Letztlich bestätigte sich aber auch an diesem Pokalabend, was zuvor schon bei den Testspielen gegen Ajax Amsterdam (0:1), PSV Eindhoven (0:4) und den HSV (0:2) zu sehen war: Diese Berliner Mannschaft ist trotz der Millionen-Ausgaben ihres Investors Lars Windhorst längst noch fertig zusammengestellt und eingespielt.

Die Stammverteidiger Dedryck Boyata (verletzt) und Jordan Torunarigha (gesperrt) fehlten am Freitag genauso wie der Mittelstürmer Krzysztof Piatek. Der war bis zum Beginn dieser Woche mit der polnischen Nationalmannschaft unterwegs und begab sich nach seiner Rückkehr erst einmal in Quarantäne. Langjährige Stützen wie Vedad Ibisevic, Salomon Kalou oder Per Skjelbred sind nicht mehr da, die benötigten Verstärkungen im Angriff und Mittelfeld aber noch nicht verpflichtet worden. Vor dem ersten Bundesliga-Spiel bei Werder Bremen sind das für Trainer Bruno Labbadia sehr viele Probleme auf einmal.

Arbeitssieg gegen Havelse: Mainz kommt erst spät auf Touren

Der 1. FSV Mainz 05 musste im DFB-Pokal zumindest eine gute Stunde lang schon wieder eine Blamage fürchten. Der Fußball-Bundesligist, der im Vorfeld von Corona-Problemen geplagt wurde, gewann in der ersten Hauptrunde nach einem Pausen-Rückstand letztlich deutlich 5:1 (0:1) gegen den Viertligisten TSV Havelse.

Jean-Philippe Mateta (57., 79., 90.), Adam Szalai (77.) sowie Robin Quaison (86.) trafen für die Rheinhessen, die im Vorfeld der Partie zwei Testspiele wegen positiven Tests innerhalb der Mannschaft absagen mussten. Gegen Havelse fehlten drei Profis wegen Corona-Infektionen. Noah Plume hatte die Niedersachsen in Führung gebracht (17.). Beim Liga-Auftakt wartet mit RB Leipzig ein ganz anderes Kaliber auf die Mainzer.

Wie zehn andere unterklassige Clubs hatte Havelse sein Heimrecht abgegeben. Grund dafür waren die Corona-Auflagen, die von den Vereinen nicht umgesetzt werden können. Die Partie in der Mainzer Arena fand vor 1000 Zuschauern statt. Laut der neuen Corona-Ordnung des Landes Rheinland-Pfalz, die am Mittwoch in Kraft tritt, darf der FSV zukünftig vor rund 3000 Zuschauern spielen.

Nach Gerichtsentscheid: DFB setzt Schalker Pokalspiel ab

Der DFB hat das für Sonntag geplante Pokal-Erstrundenspiel von Schalke 04 gegen Schweinfurt 05 nach juristischer Intervention von Türkgücü München vorerst abgesetzt. Das teilte der Verband am Freitagabend mit. Über die Neuansetzung wird der DFB entscheiden, „sobald die juristische Klärung herbeigeführt ist“.

Der Drittliga-Aufsteiger Türkgücü hatte per Einstweiliger Verfügung beim Landgericht München I seine Teilnahme an der ersten Runde erwirkt. Ursprünglich hatte der Bayerische Fußball-Verband (BFV) den Regionalligisten Schweinfurt gemeldet, der am Sonntag Schalke herausfordern sollte.

Bochum vor 300 Zuschauern gegen St. Pauli

Der VfL Bochum wird im Heimspiel gegen den FC St. Pauli am 21. September vor 300 Zuschauern in die Saison starten. Das gab der Club am Freitag bekannt. „Nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt hat sich der VfL Bochum 1848 dazu entschlossen, diese zulässige Höchstzahl bei der Partie gegen den FC St. Pauli in Anspruch zu nehmen, um damit Abläufe aus dem 46-seitigen Hygienekonzept für die Wiederzulassung von Zuschauern zu testen“, hieß es in einer Mitteilung.

Werder: Rashica-Abgang steht kurz bevor

Bremens umworbene Angreifer Milot Rashica wird in der ersten DFB-Pokal-Runde am kommenden Wochenende nicht zur Verfügung stehen. Der kosovarische Nationalspieler reist laut Trainer Florian Kohfeldt nicht mit zum Regionalligisten Carl Zeiss Jena: „Das Risiko ist zu groß nach seiner Verletzung, doch er wird sicherlich ein Kandidat für das Hertha-Spiel sein.“

O

b der 24-Jährige überhaupt noch ein Pflichtspiel für Werder bestreiten wird, ist offen. Sport-Geschäftsführer Frank Baumann sagte vor dem Spiel am Sonnabend (20.45 Uhr/Sky): „Es ist wahrscheinlich, dass Milot uns im Laufe dieser Transferphase noch verlassen wird.“ Dennoch sei es aber „nicht komplett ausgeschlossen, dass er nach dem 5. Oktober noch Spieler von Werder Bremen ist“.

Der Transfermarkt kommt laut Baumann so langsam in Bewegung: „Und je mehr Bewegung und Konkurrenz und Geld im Umlauf ist, umso besser für den Preis.“ Nach dem geplatzten Wechsel zu RB Leipzig sollen unter anderem Aston Villa und der SSC Neapel an Rashica interessiert sein. Der schnelle Außenstürmer, der seit 2018 an der Weser spielt, ist noch bis 2022 an Bremen gebunden. Eine Ablösesumme von 25 Millionen Euro steht laut verschiedenen Medien im Raum.

Higuain von Juve zu Inter Miami

Der argentinische Stürmer Gonzalo Higuain verlässt Juventus Turin. Der 32-Jährige wechselt zu Inter Miami in die USA. Die Franchise ist in Besitz einer Investorengruppe, die der frühere Superstar David Beckham anführt. Higuain sei bereits auf dem Weg nach Miami, um seinen Vertrag zu unterzeichnen, berichtete die "Gazzetta dello Sport". Der neue Juve-Trainer Andrea Pirlo hatte Higuain vergangene Woche mitgeteilt, ohne ihn zu planen. Stattdessen wollen die Turiner Stürmer Luis Suarez (Uruguay) vom FC Barcelona verpflichten.

Frankfurt verpflichtet Stürmer Silva fest

Eintracht Frankfurt hat den ausgeliehenen Stürmer André Silva fest vom AC Mailand verpflichtet. Der 24 Jahre alte portugiesische Nationalspieler erhielt einen Vertrag bis zum 30. Juni 2023, wie die Hessen mitteilten. Ursprünglich war die Ausleihe von Silva bis 2021 vereinbart gewesen. In seiner ersten Saison für die Eintracht traf Silva zwölfmal in der Bundesliga. In den zehn Ligapartien nach dem Wiederbeginn in der Corona-Krise war er achtmal erfolgreich.

Mehr zum Thema:

Nach Corona-Fällen: PSG startet mit Niederlage

Ohne die beiden positiv auf Corona getesteten Stars Neymar und Kylian Mbappe hat Meister Paris St. Germain zum Saisonauftakt in der Ligue 1 einen Fehlstart hingelegt. Die Mannschaft von Trainer Thomas Tuchel, dem insgesamt sieben infizierte Spieler fehlten, unterlag beim Aufsteiger RC Lens vor rund 5000 Zuschauern mit 0:1 (0:0).

In der Startelf griff Tuchel mit den Offensivspielern Arnaud Kalimuendo (18) und Kays Ruiz (18) auf zwei Debütanten zurück. Drei weitere U19-Spieler rückten in den Kader, da Mauro Icardi, Angel di Maria, Stammtorwart Keylor Navas, Leandro Paredes und Marquinhos wegen positiver Corona-Tests nicht zur Verfügung standen. Thilo Kehrer spielte von Beginn an, Nationalmannschaftskollege Julian Draxler war nicht im Aufgebot.

Batshuayi von Chelsea erneut verliehen

Michy Batshuayi ist vom FC Chelsea erneut an den Stadtrivalen Crystal Palace verliehen worden. Wie Chelsea mitteilte, war zuvor der Vertrag des 26-Jährigen um ein Jahr verlängert worden. Bereits in der Rückrunde der Saison 2018/19 hatte Batshuayi, der 2018 auch ein halbes Jahr für Borussia Dortmund gespielt hatte, für Crystal Palace gespielt.

Seit Batshuayi im Sommer 2016 aus Marseille zum FC Chelsea kam, hat er in 77 Spielen 25 Tore erzielt, davon sechs in der abgelaufenen Saison. Allerdings war er in der vergangenen Saison nicht über die Rolle als Einwechselspieler hinausgekommen. „Das ist für mich die beste Entscheidung“, sagte der belgische Auswahlstürmer zur erneuten Leihe.