Corona-Folgen für den Sport

Handballer hoffen ab Oktober auf Saisonstart mit Zuschauern

Jan Forstbauer soll beim HSV Hamburg verlängern.

Jan Forstbauer soll beim HSV Hamburg verlängern.

Foto: Witters

Fahrplan für die Bundesliga und die 2. Bundesliga steht – HSV Hamburg startet mit Dauerkartenverkauf für seine Heimspiele.

Hamburg.  „Wir kommen wieder!“, hieß es am Mittwochmittag triumphal auf dem Twitter-Kanal der Handball-Bundesliga der Männer (HBL). Ein Signal des Aufbruchs, eine Kampfansage, zumindest eine Perspektive ist darin formuliert: Der Handballsport wird nicht ein Jahr lang von der Bildfläche verschwinden. Die Neustartsaison wird nach dem im März erfolgten Corona-Abbruch am 1. Oktober im üblichen Ligamodus beginnen. Vorherige Pläne für einen Start im September sind verschoben worden. Die Hoffnung ist groß, dadurch vor möglichst vielen Zuschauern in den Hallen spielen zu können.

„Wir werden weiterhin alles in unserer Macht Stehende unternehmen, um passende Rahmenbedingungen für die Wiederaufnahme des Spielbetriebs mit Zuschauern zu ermöglichen“, sagt HBL-Präsident Uwe Schwenker. Nach Aussage von Geschäftsführer Frank Bohmann hofft der Ligaverband „auf eine 50-prozentige Zuschauerauslastung in allen Hallen. Aber das entscheiden natürlich die Gesundheitsbehörden vor Ort.“ Spiele ohne Fans sind weiter möglich. Der Anwurf liegt bei der Politik.

„Es wird ein Angebot fürs Herz und eines für den Verstand geben“

Hat der Handball aus der Oktober-Entscheidung also nicht viel gewonnen? „Wir können planen“, sagt Sebastian Frecke, Geschäftsführer der Zweitligamänner des HSV Hamburg. „Wir wissen jetzt, wann wir spielen, und erarbeiten nun das Wie.“ Trainingsstart wird am 5. August sein. Die kommende Woche auslaufenden Verträge mit Torhüter Jonas Maier (26), Linkshänder Jan Forstbauer (28), Außen Pelle Fick (19) und Mittelmann Jan Kleineidam (21) werden verlängert. Den Dauerkartenverkauf für die 18 Heimspiele will der Verein am heutigen Donnerstag starten.

„Es wird ein Angebot fürs Herz und eines für den Verstand geben“, sagt Frecke. „Fürs Herz“ erwerben Fans Saisontickets, bei deren Kauf sie vorab auf Regressansprüche verzichten, sollte ohne sie oder mit Teilausschluss gespielt werden. Wer nicht verzichten mag, erhält eine Karte, die als Gutschein einzulösen ist, bis Tribünen wieder bevölkert werden dürfen. Der Spielplan mit bis zu neun Doppelspieltagen wird am 8./9. Juli festgezurrt. Die Vorabplanung sieht das zuschauerstarke Heimderby des HSVH gegen Lübeck-Schwartau erst 2021 vor.

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Die Entscheidung, in welcher Arena der Hamburger Zweitliga-Zuschauerkrösus (3500 Fans im Schnitt) spielt, ist von den Vorgaben der Gesundheitsämter und der daraus resultierenden Wirtschaftlichkeit abhängig. Die Einbußen sind so gering wie möglich zu halten. „Eine 25-prozentige Auslastung in der Sporthalle Hamburg mit dann 700 Fans rechnet sich für uns nicht“, sagt Frecke. Alternative Spielstätten wären die Trainingshalle in der Volksbank Arena und die weitläufige Barclaycard Arena. Die HBL will im Juli ein Hallenkonzept zum Infektionsschutz vorlegen, welches zwar je nach Örtlichkeit und Vorgaben umgesetzt werden muss. Den Druck auf die Politik hat die HBL jedoch auch erhöht. Länder wie Dänemark und das vom Coronavirus stark betroffene Spanien wollen Anfang September wieder spielen. Die Franzosen gar vor bis zu 5000 Fans.

Zum Zuschauer-Feldversuch in Deutschland könnte das Supercup-Duell des THW Kiel gegen die SG Flensburg-Handewitt Ende September in Düsseldorf werden. Die Handball-Bundesliga der Frauen (HBF) wird bei ihrer Mitgliederversammlung am Sonnabend diskutieren, ob es beim Saisonstart am 5. September bleibt. Der Auftakt in der Handball-Champions-League der Männer ist vom 16./17. September an geplant.