Corona-Folgen für den Sport

Beachvolleyball-Tour mit zwei Turnieren in Hamburg-Dulsberg

Laura Ludwig (34) baggert im September um ihren achten DM-Titel.

Laura Ludwig (34) baggert im September um ihren achten DM-Titel.

Foto: Georg Hochmuth / dpa

Finale Qualifikation und Generalprobe für die deutsche Meisterschaft in Timmendorfer Strand im August am Olympiastützpunkt.

Hamburg.  Viel passender hätte der Deutsche Volleyball-Verband (DVV) den Termin zur Bekanntgabe seiner neuen Ersatzturnierserie nicht wählen können. Pünktlich zum Sommeranfang ist klar: Es wird neben der derzeit privat veranstalteten Beach-Liga auch einen offiziellen deutschen Beachvolleyball-Sommer im Sand geben. Nach den Corona-bedingten Ausfällen sämtlicher nationaler und internationaler Turniere inklusive der Verschiebung der Olympischen Spiele in Tokio bleibt Deutschlands Topathleten wenigstens die „Road to Timmendorf“, an deren Ende die deutschen Meisterschaften in Timmendorfer Strand (3. bis 6. September) stehen.

Vom 17. Juli an schlagen zunächst die Frauen um Hamburgs Olympiasiegerin Laura Ludwig (34) mit Partnerin Margareta Kozuch (33/beide HSV) wieder auf. Vom 24. Juli an baggern dann die Männer um die Vizeweltmeister Julius Thole (23) und Clemens Wickler (25/beide Eimsbütteler TV) die Bälle aus dem Sand. Und das teilweise mit Heimvorteil: Von den sechs aufeinanderfolgenden Turnieren – jeweils an den Wochenenden im Wechsel drei pro Geschlecht – finden die ersten vier in Düsseldorf statt, die letzten beiden machen in Hamburg Station. Vom 14. bis 16. August (Frauen) und vom 21. bis 23. August (Männer) wird am Bundesstützpunkt in Dulsberg am Alten Teichweg gespielt.

Für die DM-Endrunde in Timmendorf plant der DVV zweigleisig

Die Stadt um Sportsenator Andy Grote (SPD), spätestens seit der stimmungsvollen Heim-WM im vergangenen Juli im Rothenbaum-Stadion ein ausgewiesener Beachvolleyball-Anhänger, hatte sich für Hamburg als Spielort stark gemacht. Als Bundesstützpunkt verfügt das BeachCenter im Olympiazentrum über die Infrastruktur und ein erprobtes Hygienekonzept. Denn eines ist laut Volker Braun, Geschäftsführer der Vermarktungsagentur im DVV, klar: In Hamburg wie in der Düsseldorfer Merkur Arena, wo bereits die Beach-Liga bis 12. Juli gastiert, wird ohne Zuschauer gespielt.

Einzig für die DM-Endrunde in Timmendorf plant der DVV zweigleisig. Ein Konzept für die Zulassung von 600 bis 700 Zuschauern mit personalisierten Tickets in einer temporären, 1500 Personen fassenden Arena ist eingereicht worden. Eine Entscheidung vom Gesundheitsamt Ostholstein steht aus. „Es werden andere Bilder vom Beachvolleyball sein, als wir es gewohnt sind“, sagt Braun. Die Party auf den Rängen fällt aus, mitfiebern ist dennoch möglich.

Ein großes sportliches Ziel ist wichtig für Laura Ludwig

TV-Spartensender Sport1 berichtet an allen Wochenenden inklusive der DM insgesamt 21,5 Stunden im frei empfangbaren Fernsehen. Im Internet sollen zudem alle Turnierspiele im Livestream zu sehen sein. Der Beachvolleyballsport bleibt ebenso sichtbar wie seine Sponsoren. Das bereits erhaltene Teilbudget der Hauptsponsoren (Comdirect, Techniker Krankenkasse) von rund 600.000 Euro dürfte der DVV dank TV-Vertrag und Wiederaufnahme des Spielbetriebs wohl behalten können. Braun kündigte weitere Vermarktungsgespräche an, ehe er Etat und konkrete Preisgelder für die DM-Endrunde benennen könne.

„Es ist enorm wichtig für uns, in diesem Jahr doch noch ein großes sportliches Ziel zu haben. Wir freuen uns riesig auf die Turniere und natürlich vor allem auf die deutschen Meisterschaften“, sagt die siebenmalige Titelträgerin Ludwig. Für sie geht es vor allem um Wettkampfpraxis. Denn die 34-Jährige hat mit Partnerin Kozuch als eines der Top-acht-Teams der noch final zu bestimmenden deutschen Setzliste ihr Timmendorf-Ticket sicher. In der Turnierserie spielen Deutschlands Beste, zu denen die Nationalteams Victoria Bieneck (29)/Isabel Schneider (28), Nils Ehlers (26)/Lars Flüggen (30/alle HSV) sowie Thole/Wickler zählen, ihr eigenes Feld mit zwei Gruppen à vier Teams sowie Halbfinale und Finale aus. Internationale Starter könnten zugelassen werden, Gespräche gibt es mit Teams aus der Schweiz, Österreich und den Niederlanden.

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„Die drei Turniere plus Timmendorf versprechen absolutes Topniveau. Wir wollen das Maximale herausholen“, sagt Blockspezialist Thole, der gemeinsam mit dem von Sprunggelenkproblemen genesenen Wickler die Beach-Liga wegen anderer Trainingsschwerpunkte auslässt. Aussichten, auch international in diesem Jahr noch einmal aufschlagen zu können, gibt es vorerst nicht.

Im zweiten Achterfeld der weiteren Ranglistenteams werden pro Turnier drei weitere DM-Tickets vergeben. In Hamburg also fällt die finale Entscheidung, für wen der Beachvolleyball-Sommer weitergeht und für wen nicht.