Fußball-Ticker

Dennis Diekmeiers erstes Tor: Da gratuliert sogar der HSV

Ein Tor würde dem Spiel jetzt guttun - dachte sich Dennis Diekmeier anscheinend und überraschte alle damit, dass er es auch gleich selbst schoss.

Ein Tor würde dem Spiel jetzt guttun - dachte sich Dennis Diekmeier anscheinend und überraschte alle damit, dass er es auch gleich selbst schoss.

Foto: Ronald Wittek / dpa

Aktuelle Meldungen, heiße Gerüchte, scharfe Zitate, Verletzungen und Transfergeflüster. Der Fußball-Ticker hält Sie auf dem Laufenden.

Der Fußball-Ticker am Dienstag, den 26. Mai 2020:

Dennis Diekmeier schießt erstes Profitor seiner Karriere

Da gratuliert sogar der Ex-Verein: Nach einem Dutzend Jahren im deutschen Profifußball ist Dennis Diekmeier sein erstes Tor gelungen. Der Verteidiger schoss das Siegtor im Spiel seines SV Sandhausen gegen den SV Wehen Wiesbaden. Der HSV twitterte dazu, das habe sich ja "schon lange abgezeichnet", man freue sich mit ihm.

Längere Pause für Milan-Topstar Ibrahimovic

Der schwedische Stürmerstar Zlatan Ibrahimovic, der sich am Montag nur kurz nach der Wiederaufnahme des Trainings beim AC Mailand nach der Coronavirus-Zwangspause verletzt hat, muss voraussichtlich einen Monat lang pausieren. Die Ärzte stellten beim 38-Jährigen eine Verletzung der rechten Wadenmuskulatur fest, die Achillesferse sei jedoch unversehrt.

Der Stürmer war nach mehreren Wochen in seiner Heimat vor rund zwei Wochen zu seinem Verein in Mailand zurückgekehrt. Die Clubs der Serie A dürfen seit letzter Woche wieder trainieren. Die Entscheidung, ob und wann die Saison wiederaufgenommen wird, soll am Donnerstag fallen.

Fußballverband schmettert Alkmaars Protest ab

Trotz der Proteste des AZ Alkmaar bei der UEFA wird der niederländische Fußballverband KNVB die Tabelle der Ehrendivision nach der vorzeitig abgebrochen Spielzeit nicht ändern. Der zweitplatzierte Proficlub aus Alkmaar rückt demnach nicht an die Spitzenposition auf und bekommt auch kein direktes Ticket für die Champions League, teilte ein Sprecher des KNVB am Dienstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit.

Die UEFA habe den Protest zurück an den nationalen Verband verwiesen, sagte der Sprecher: „Für uns hat sich nichts verändert. Wir bleiben bei der Rangliste, und Ajax steht an der Spitze.“

Wegen der strengen Corona-Maßnahmen der Regierung hatte der KNVB im April die Spielzeit vorzeitig beendet. Ajax Amsterdam ist Tabellenführer, gefolgt vom punktgleichen AZ, das aber ein schlechteres Torverhältnis hat. Alkmaar hatte dagegen bei der Europäischen Fußball-Union mit dem Hinweis protestiert, dass das Torverhältnis kein objektiver Maßstab sei. Das geht aus einer Korrespondenz hervor, die dem Wirtschaftsblatt „Quote“ vorliegt.

Nach dem Abbruch der Saison gibt es in den Niederlanden keinen Meister sowie keine Auf- und Absteiger, hatte der KNVB entschieden. Ajax Amsterdam werde allerdings mit Blick auf den Einzug in die Champions League als Nummer eins gesetzt. AZ hat die Chance, die europäische Königsklasse über die Qualifikation noch zu erreichen. Der Club hatte argumentiert, dass er beide Spiele gegen Ajax gewonnen habe und daher Spitzenreiter sein müsste.

Hitzfeld sieht Geisterspiele positiv

Für Trainer-Ikone Ottmar Hitzfeld haben die Geisterspiele in der Bundesliga einen „erstaunlich positiven“ Effekt. „Von außen betrachtet ist die Qualität besser geworden, weil es mehr Spielfluss und weniger Foulspiele gibt. Das macht es auch für die Schiedsrichter einfacher, weil weniger Emotionen von den Tribünen reingebracht werden. Davon profitiert der Fußball“, sagte der 71-Jährige im Interview mit „Spox“ und „Goal“. „Gerade in einem Hexenkessel entscheidet oft die mentale Stärke über den Spielausgang. Das fällt jetzt komplett weg. Deshalb sind auch sogenannte Trainingsweltmeister im Vorteil, weil sie nicht mehr so unter Druck stehen“, ergänzte Hitzfeld.

Überzeugt ist Hitzfeld von Bayern-Coach Hansi Flick. Dieser habe „die Stimmung in der Mannschaft und im Verein gedreht. Dadurch besitzt er die nötige Rückendeckung, die du in München brauchst. Ich traue ihm zu, dass er eine Ära bei Bayern prägen kann“, sagte der frühere Trainer des FC Bayern und von Borussia Dortmund, „aber dazu muss man natürlich Titel gewinnen“.

Viel Lob gibt es von Hitzfeld auch für den Münchner Sportdirektor Hasan Salihamidzic. Die Verantwortlichen des Rekordmeisters seien auch „in diesen schwierigen Zeiten ruhig geblieben und haben die Weichen für die Zukunft gestellt. Vor allem Hasan Salihamidzic hat da eine hervorragende Arbeit gemacht“.Salihamidzic sei „schon als Spieler ein leistungswilliger und charakterstarker Anführer“ gewesen: „So einen Leader braucht man auch in der Vereinsführung.“

Eimsbüttels A-Junioren steigen in Bundesliga auf

Die U19 des Eimsbütteler TV ist erstmals erstklassig. Nachdem der Außerordentliche DFB-Bundestag am Montag den Abbruch der Saison der Juniorenwettbewerbe beschlossen hatte, stehen die Hamburger als Aufsteiger in die A-Junioren-Bundesliga Nord/Nordost fest.

Der ETV belegte nach 17 von 26 Spieltagen in der Regionalliga Nord den zweiten Platz hinter dem VfL Osnabrück. Im Vorjahr hatte die Mannschaft von Trainer Loïc Favé noch den Aufstieg in der Relegation verpasst.

Auch beim HSV-Nachwuchs darf gefeiert werden: Durch den Saisonabbruch stehen die B-Juniorinnen als Staffelmeister der Bundesliga Nord/Nordost fest.

Hamburger Schiedsrichter pfeift Topspiel

Schiedsrichter Tobias Stieler aus Hamburg leitet am Dienstagabend (18.30 Uhr/Sky) zur 28. Runde das Schlagerspiel der Bundesliga zwischen Borussia Dortmund und Rekordmeister Bayern München.

Den FIFA-Unparteiischen unterstützen Matthias Jöllenbeck (Freiburg) und Christian Gittelmann (Gauersheim) als Assistenten an den Linien. Vierter Offizieller ist Harm Osmers (Hannover), als Video-Assistent ist Sascha Stegemann (Niederkassel) im Einsatz.

Rüdiger traurt um Ex-Teamkollege Bouasse

Fußball-Nationalspieler Antonio Rüdiger trauert um den Verlust seines früheren Mitspielers Joseph Bouasse, der am Sonntag im Alter von 21 Jahren verstarb. „Schreckliche Nachrichten – ich bin so traurig darüber. Ruhe in Frieden, mein Bruder“, twitterte Rüdiger am Montag: „Ein junges Talent ist zu früh von uns gegangen. Mein Beileid an die ganze Familie!“

Bouasse war mit 18 Jahren zum italienischen Erstligisten AS Rom gekommen, wo er auf den heutigen Chelsea-Star Rüdiger traf. Zuletzt war Bouasse in Rumänien bei Universitatea Cluj unter Vertrag. Laut einer offiziellen Mitteilung der Römer verstarb der gebürtige Senegalese infolge eines Herzinfarktes.

Helmer versteht Götze nicht

Der ehemalige Dortmunder Fußballprofi Thomas Helmer hat Mitleid mit dem beim BVB ausgemusterten Mario Götze. „Das ist schon sehr tragisch. Dass Favre für Götze in seinem System keinen Platz mehr sieht – okay. Aber als er am Samstag gegen Wolfsburg nach fünf Auswechslungen als einziger Ersatzspieler noch oben saß und nicht zum Einsatz kam, habe ich mit Götze gelitten. Vielleicht ist er auch einfach zu nett. Er scheint das ja alles so hinzunehmen. Ich hätte das nicht gemacht“ sagte Helmer der „Augsburger Allgemeinen“.

Am Wochenende hatte BVB-Sportdirektor Michael Zorc offiziell bestätigt, dass der in diesem Sommer auslaufende Vertrag mit dem WM-Helden von 2014 nicht verlängert wird. Der heutige TV-Moderator Helmer hofft, dass der 27 Jahre alte Götze bei einem neuen Club mehr Spielanteile erhält als zuletzt unter der Regie von BVB-Trainer Lucien Favre: „Er ist immer noch ein super Fußballspieler.“

Der ehemalige Bayern-Profi Stefan Effenberg empfahl Götze einen Wechsel ins Ausland. „Du hast bei den Topclubs in Deutschland gespielt, du bist auf Lebenszeit unser WM-Held – jetzt mach doch mal die Erfahrung im Ausland. Auch für die Persönlichkeitsentwicklung. England, Italien, Spanien – ich kann mir gut vorstellen, dass er gute Angebote bekommt. Die Bundesliga ergibt für mich keinen Sinn mehr“, kommentierte Effenberg in einem Beitrag für „T-Online.de“.

Brasilien trauert um Frauentrainer Vadão

Der ehemalige Nationaltrainer der brasilianischen Fußballfrauen, Oswaldo Alvarez, ist am Montag im Alter von 63 Jahren an einer Leberkrebserkrankung in São Paulo verstorben. „Danke für alles und ruhe in Frieden“, kondolierte die sechsmalige Weltfußballerin Marta stellvertretend für ihre Mannschaftskolleginnen, die Alvarez noch vor einem Jahr bei der WM in Frankreich betreut hatte.

Vadão, wie der beliebte Coach mit einer langen Liste von trainierten Teams daheim nur genannt wurde, hatte Marta und Co. bei den WM-Turnieren 2015 und 2019 jeweils bis ins Achtelfinale geführt. Bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro wurde als Vierter der erhoffte Sprung aufs Treppchen verpasst. Im Sommer vergangenen Jahres musste er sein Amt an die schwedische Erfolgstrainerin Pia Sundhage übergeben.

Das Krebsgeschwür bei Vadão war erst Anfang des Jahres entdeckt worden. Wegen Komplikationen lag er seit der vergangenen Woche auf der Intensivstation in einem Krankenhaus in São Paulo. Im gleichnamigen Bundesland hatte er bei eher mittelklassigen Vereinen auch die meisten seiner Trainerstationen.

Streit in 3. Liga: Ministerium widerspricht DFB

Der Streit in der 3. Liga mit Forderungen von Waldhof Mannheim an den DFB ebbt auch nach dem klaren Votum für eine Saisonfortsetzung nicht ab. In einer Stellungnahme widerspricht das Sportministerium Baden-Württembergs dem Deutschen Fußball-Bund. „Es gibt vonseiten des Sportministeriums keine Vorgabe, dass die Kosten für das Hygienekonzept und die damit verbundenen Maßnahmen die Vereine zu tragen haben“, stellte das Ministerium in der „Rheinpfalz“ klar.

Der Dachverband hatte am vergangenen Sonnabend erklärt: „Dem DFB wurde am 15. Mai nach Abstimmungen zwischen dem baden-württembergischen Kultus- und Sozialministerium seitens beider Behörden bestätigt, dass die Kosten der mit dem Hygienekonzept verbundenen Maßnahmen von den einzelnen Vereinen zu tragen sind. Diese Bestätigung wurde nun noch einmal bekräftigt.“

Der SV Waldhof Mannheim hatte zuvor zwei Rechnungen in einer Gesamthöhe von 79.000 Euro an den DFB zur Begleichung weitergeleitet. Die Kosten waren durch die Umsetzung des Hygiene-Konzepts des Verbandes entstanden, das Voraussetzung für die Fortsetzung der Spielzeit ist. Der Club hatte sich auf eine Verordnung des Landes berufen. Am Sonnabend soll der erste Drittliga-Spieltag nach der Corona-Unterbrechung starten. Der Pay-TV-Sender MagentaSport zeigt alle 110 bis Saisonende ausstehenden Begegnungen wieder live als Einzelspiele und in der Konferenz.

Jena vor Umzug nach Meppen oder Würzburg

Der FC Carl Zeiss Jena wird sein erstes Heimspiel nach dem Neustart der 3. Liga wohl in Meppen oder Würzburg austragen. Das berichtet die „Thüringer Allgemeine“. Demnach favorisiere der Deutsche Fußball-Bund (DFB) Würzburg für das Spiel gegen Chemnitz am Sonntag (17.00 Uhr/MagentaSport).

Jena würde aufgrund des Spielplans lieber in den Westen, da das Schlusslicht drei Tage später beim MSV Duisburg antreten muss. „Wir möchten gern in die Nähe unserer zweiten Partie gegen Duisburg, um dort aus einem Camp heraus beide Spiele zu bestreiten“, sagte Geschäftsführer Chris Förster.

In Thüringen sind Mannschaftstraining und Wettkämpfe bis zum 5. Juni untersagt. Deshalb ist Jena seit Montag im Quarantäne-Trainingslager in Leipzig.

Marseille will mit Trainer Villas-Boas verlängern

Der französische Spitzenclub Olympique Marseille hat seinem Trainer André Villas-Boas (42) eine mehrjährige Vertragsverlängerung angeboten. Der vorgelegte Vertrag würde Villas-Boas zunächst für zwei weitere Jahre verpflichten und ein weiteres, optionales Jahr in Aussicht stellen für den Fall, dass sich der Club 2023/24 für die Champions League qualifiziert, wie der französische Erstligaverein am Montag mitteilte.

Der frühere Chelsea- und Tottenham-Trainer hatte im Mai 2019 einen Zweijahresvertrag für das französische Team unterschrieben. Unter Führung des Portugiesen gelang es Marseille erstmals seit sechs Jahren, sich einen Platz in der Champions League zu sichern. Die im April abgebrochene Saison der Ligue 1 beendete der Club als Zweiter hinter Paris Saint-Germain. Zuletzt kursierten Spekulationen, denen zufolge Villas-Boas den Verein verlassen wolle – Berichte, die der Verein in seiner Erklärung als „fehlerhaft“ bezeichnete.

Münster nimmt Mannschaftstraining auf

Die beiden Testreihen auf das Coronavirus bei Drittligist Preußen Münster sind allesamt negativ ausgefallen. „Damit sind die Voraussetzungen für die Aufnahme des Mannschaftstrainings erfüllt, eine positive Rückmeldung gab es bereits vom zuständigen Gesundheitsamt“, teilte der Club am Montagabend mit.

Das Team von Trainer Sascha Hildmann bezog direkt sein „Quarantäne-Hotel“ in Münster und wird am Dienstag ins Mannschaftstraining starten. Einige Drittliga-Konkurrenten sind dem Tabellen-18. damit einige Tage voraus, der 1. FC Kaiserslautern etwa nahm seinen Betrieb bereits am 16. Mai wieder auf.

Das Hygienekonzept des Deutschen Fußball-Bundes sieht vor der Wiederaufnahme des Spielbetriebs eine siebentägige Quarantäne für alle Drittligaclubs vor. Münster hatte noch vor Wochen betont, dass die Umsetzung des Konzepts den Klub vor große Probleme stellt. Preußen-Mannschaftsarzt Cornelius Müller-Rensmann, der am letzten Freitag zum Hygienebeauftragten ernannt wurde, ist der Meinung, dass die Fortsetzung der Saison „nicht sinnvoll ist“.

Lyon will gegen Saisonabbruch klagen

Der französische Fußball-Erstligist Olympique Lyon will die Entscheidung des Ligaverbandes auf vorzeitigen Saisonabbruch der Ligue 1 vor dem höchsten Verwaltungsgericht des Landes anfechten. Dies teilte eine Klub-Quelle am Montag der französischen Nachrichtenagentur AFP mit.

Der Verein kritisiert die Entscheidung der französischen Liga (LFP) vom 30. April, die Saison für beendet zu erklären, nachdem Premierminister Edouard Philippe angekündigt hatte, dass der Fußballbetrieb wegen der Corona-Pandemie nicht wiederaufgenommen werden könne.

Lyon belegte zu diesem Zeitpunkt den siebten Tabellenplatz und verpasste die Qualifikation für einen internationalen Wettbewerb. Ein Verwaltungsgericht in Paris hatte bereits eine Berufung des Vereins abgelehnt.

Der SC Amiens, der seinen Abstieg in die Ligue 2 anfechten möchte und dessen anfängliche Berufung in der vergangenen Woche ebenfalls vom Pariser Gericht abgewiesen worden war, teilte mit, sich ebenfalls an den Staatsrat wenden zu wollen.