Bundesliga

Werners Dreierpack bei Leipzig-Sieg, Köln schockt Düsseldorf

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Es klingt skurril, aber Dreierpacker Timo Werner hätte in Mainz sogar noch mehr Tore schießen können.

Es klingt skurril, aber Dreierpacker Timo Werner hätte in Mainz sogar noch mehr Tore schießen können.

Foto: KAI PFAFFENBACH / POOL / AFP

Leipzig bleibt erster Verfolger des Spitzen-Duos aus München und Dortmund. Die Sachsen gewinnen 5:0 in Mainz.

Mainz. 8:0 im Hinspiel, 5:0 im Rückspiel – und wieder dreimal Timo Werner: Die Scharfschützen von RB Leipzig haben mit dem nächsten Kantersieg gegen den 1. FSV Mainz 05 im Fünfkampf um die Champions League zurückgeschlagen. Am 27. Spieltag der Fußball-Bundesliga gewann der haushoch überlegene Herbstmeister bei den Rheinhessen locker-leicht und setzte sich in der Tabelle wieder hinter Spitzenreiter Bayern München sowie Verfolger Borussia Dortmund.

Im zweiten Sonntagsspiel verpasste Abstiegskandidat Fortuna Düsseldorf beim 2:2 in Köln einen Auswärtssieg trotz eines 2:0-Vorsprungs.

Dreierpack von Timo Werner

Nationalspieler Werner (11./58./75.) mit seinen Saisontoren 22 bis 24, RB-Rekordmann Yussuf Poulsen (23.) in seinem 250. Pflichtspiel für die Sachsen und Marcel Sabitzer (36.) trafen für die Leipziger, die mit 68 Saisontoren ihren Bundesliga-Rekord aus der Saison 2016/17 (66) knackten.

„Wir hätten noch das eine oder andere mehr machen können, wollen aber nicht klagen“, sagte Sportdirektor Markus Krösche bei Sky. „Das war absolut in Ordnung. Wir sind sehr zufrieden.“

Mainz ist froh über 0:5 gegen Leipzig

Warum auch nicht? Wenig überraschend entwickelte sich schnell das erwartete Spiel auf ein Tor, in dem von den Leipzigern viel Kreativität gefragt war. Gegen eine tiefstehende Mainzer Fünferkette in der Abwehr und eine davor platzierte Viererkette im Mittelfeld zeigte Werners Führung allerdings, wie es gehen konnte: Über die Außenbahn kommen, dann ein präziser Pass ins Sturmzentrum – Treffer.

Und Leipzig blieb wie im Hinspiel, in dem Werner auch dreimal getroffen hatte, aktiv. „Druck machen“, forderte Trainer Julian Nagelsmann bei Ballbesitz der Mainzer, den es über längere Phasen aber kaum gab. Nach Poulsens Tor hätten Werner (25.) und Poulsen selbst (33.) fast erneut zugeschlagen, was schon zu diesem frühen Zeitpunkt gar nicht mal unverdient gewesen wäre. „Wir können froh sein, dass wir nur fünf Stück bekommen“, sagte der konsternierte Mainzer Sportchef Rouven Schröder.

Den überfälligen dritten Treffer besorgte dann Sabitzer nach einem Vorstoß, der so typisch für Leipzig unter der Regie von Nagelsmann war. Als der Mainzer Edimilson Fernandes Probleme bei der Ballkontrolle andeutete, stürzten vier RB-Spieler wie Raubkatzen auf ihn zu und eroberten gemeinsam den Ball. Christopher Nkunku (45.) verfehlte einen weiteren Treffer um wenige Zentimeter.

Sabitzer und Kampl unaufhaltsam

Wer glaubte, dass die Gäste nach dem Seitenwechsel das Tempo drosseln würden, sah sich getäuscht. Wie vor dem dritten Tor war die Balleroberung im Mittelfeld auch für den vierten Treffer der Ausgangspunkt, am Ende einer fabelhaften Kombination musste Werner nur noch ins leere Tor einschieben. Der Topstürmer jagt nun sogar Bayerns Robert Lewandowski (27 Tore).

Phasenweise waren die Mainzer, als Tabellen-15. tief im Abstiegssumpf, sogar zu bemitleiden. Gegen die Schnelligkeit von Werner und Co. oder den Spielwitz der Schaltzentrale um Sabitzer und Kevin Kampl hatten sie keine Mittel. Am Mittwoch (20.30 Uhr) steht mit Aufsteiger Union Berlin immerhin wieder ein Gegner auf Augenhöhe auf dem Platz.

2:2 nach 0:2: Köln kämpft sich zurück

Im Abendspiel hat der 1. FC Köln mit einem Doppelschlag in der Schlussphase eine Niederlage im Derby gegen Fortuna Düsseldorf abgewendet und dem rheinischen Rivalen einen wichtigen Sieg im Abstiegskampf entrissen. Joker Anthony Modeste (88.) und Jhon Cordoba (90.+1) verhinderten beim 2:2 (0:1) die zweite Niederlage in dieser Saison gegen den rheinischen Rivalen.

Kenan Karaman mit seinem vierten Tor aus den letzten vier Spielen (41.) und der schon im Hinspiel zum 2:0 erfolgreiche Erik Thommy (61.) hatten die eigentlich deutlich bessere Fortuna scheinbar klar auf die Siegerstraße gebracht. Torhüter Florian Kastenmeier parierte noch einen Foulelfmeter von Mark Uth (59.).

Düsseldorf verpasste durch das sechste Unentschieden im achten Spiel unter Trainer Uwe Rösler die große Chance, bis auf einen Punkt an Mainz auf dem rettenden 15. Platz heranzurücken. Köln hat dagegen mit weiterhin zehn Zählern Abstand auf die Fortuna auf dem Relegationsrang den Klassenerhalt bei noch sieben ausstehenden Spielen wohl sicher.

Mit einem Sieg wäre der FC nach den Heimniederlagen von Freiburg, Wolfsburg und Schalke bis auf einen Zähler an den möglicherweise für die Europacup-Qualifikation reichenden siebten Platz herangerückt.

Köln: Comeback von Corona-Infiziertem

Erfreulich war beim FC das Comeback von Ismail Jakobs. „Es ist schön, wenn man vielleicht das erste Mal einen genesenen Spieler sieht. Einen Corona-Kranken und in Quarantäne befindlichen Spieler, der zurück ist“, sagte Trainer Markus Gisdol vor dem Anpfiff bei Sky.