Corona in Hamburg

Entscheidungen über den Sport auf den 6. Mai vertagt

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Sportsenator Andy Grote mit den Beachvolleyballerinnen Margareta Kozuch (l.) und Laura Ludwig.

Sportsenator Andy Grote mit den Beachvolleyballerinnen Margareta Kozuch (l.) und Laura Ludwig.

Foto: Christian Charisius / dpa

Hamburg bereitet sich auf die Öffnungen der Anlagen vor und will notfalls eigene Wege gehen. Fitnessstudios wohl noch geschlossen.

Hamburg.  Der Sport muss sich weiter hinten anstellen. In der Videokonferenz der Bundesregierung mit den 16 Ministerpräsidentinnen und -präsidenten wurde am Donnerstag entschieden, noch nichts zu entscheiden. Jetzt sollen am nächsten Mittwoch „sehr klare Beschlüsse“ für den Sport fallen, wie Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ankündigte. Dann werde es darum gehen, in welcher Art und Weise und unter welchen Bedingungen „bestimmte sportliche Betätigungen“ wieder möglich sind. Großveranstaltungen, damit auch Fußballspiele vor Zuschauern werde es aber mindestens bis zum 31. August nicht geben.

Bis zum Mittwoch sollen nun Helge Braun, der Chef des Bundeskanzleramts, und die Chefinnen und Chefs der Staats- und Senatskanzleien Beschlussvorschläge zur schrittweisen Wiederaufnahme des Sportbetriebes erarbeiten. Auf dieser Grundlage wollen Bund und Länder „Entscheidungen fällen, in welcher Folge und in welcher Art und Weise Schulen und Kitas wieder öffnen können, auch welche sportliche Aktivitäten dann denkbar sind“, kündigte Merkel an.

Tennis und Golf können bald wieder gespielt werden

Eine politische Lösung für gesellschaftlich relevante Themen wie Bildung, Kinderbetreuung und den gesamten Sport wäre auch im Interesse des Profifußballs, dem von Kritikern oft die Beanspruchung einer Sonderrolle vorgeworfen wird. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hatte sich schon vor den Beratungen skeptisch gegenüber einem schnellen Neustart der Fußball-Bundesliga geäußert. Er halte es „nicht für angemessen, dass wir die Bundesliga starten lassen, aber gar keine Perspektive für die Kinder oder für den Breitensport haben“.

Klar scheint, dass Individualsport unter freiem Himmel, etwa Tennis, Golf, Reiten, Leichtathletik und einiges mehr, unter Voraussetzungen auch Mannschaftssport im Laufe des Monats unter den Coronaregeln Abstand und Hygiene wieder möglich sein wird, Hallensport erst später. Auch Fitnessstudios dürften vorerst geschlossen bleiben. Darauf hatte sich die Sportministerkonferenz mit Hamburgs Sportsenator Andy Grote (SPD) Anfang dieser Woche verständigt. Einige Bundesländer nehmen die mutmaßlichen Beschlüsse vorweg. Schleswig-Holstein will entsprechende Sportanlagen schon am Montag öffnen, Niedersachsen am Mittwoch. Tennis darf bereits in Rheinland-Pfalz und Mecklenburg-Vorpommern gespielt werden.

Hamburg bereitet sich auf die Öffnungen vor

Auch Hamburg bereitet sich auf die Öffnungen vor. Die Senatsverfügung, die Sport untersagt, endet am 6. Mai. „Wenn am Mittwoch die erwarteten Entscheidungen fallen, werden wir darauf vorbereitet sein, um sie schnellstmöglich umzusetzen“, sagte Sportstaatsrat Christoph Holstein. Sollten kommende Woche immer noch keine Beschlüsse zum Sport vorliegen, behalte sich Hamburg vor, ähnlich wie andere Bundesländer eigene Lösungen zu suchen.

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„Nicht nur aus Gesundheitsaspekten wäre es wichtig, wieder mehr Bewegung bieten zu können und den Vereinssport im Rahmen der behördlichen Regelungen wieder aufzunehmen“, sagte jetzt Alfons Hörmann, der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). „Es geht auch um die Stimmung in der Bevölkerung, die durch Spaß, Bewegung und das Gemeinschaftserlebnis mit verantwortungsbewusstem Abstand deutlich profitieren wird.“

( HA )