Fußball

Hammer! ManCity von der Champions League ausgeschlossen

Startrainer Pep Guardiola kann es nicht fassen: Manchester City darf die nächsten zwei Jahre nicht an der Champions League teilnehmen.

Startrainer Pep Guardiola kann es nicht fassen: Manchester City darf die nächsten zwei Jahre nicht an der Champions League teilnehmen.

Foto: Catherine Ivill/Getty Images

Die Uefa greift erstmals gegen einen europäischen Top-Club durch. Wechselt nun Nationalspieler Leroy Sané zu Bayern?

Nyon. Paukenschlag bei der Uefa – mit drastischen Auswirkungen für Manchester City und seinen Trainer Pep Guardiola: Der englische Meister ist wegen Verstößen gegen das Financial Fairplay für die kommenden zwei Spielzeiten aus der Champions League ausgeschlossen worden. Eine solche Strafe gegen einen der "Big Player" des europäischen Fußballs hat es bislang trotz anhaltender Kritik an der lückenhaften Finanzierung einzelner Clubs noch nicht gegeben.

Manchester City kündigt Einspruch an

Manchester City muss zudem eine Geldstrafe in Höhe von 30 Millionen Euro zahlen, teilte die Uefa am Freitag mit. Die Citizens kündigten umgehend an, Einspruch beim Internationalen Sportgerichtshof Cas einzulegen.

Der Club habe „schwerwiegende Verstöße“ gegen die Regularien begangen, schrieb die Uefa, die das Urteil der verbandseigenen Finanzkontrollkammer veröffentlichte. Manchester City habe zwischen 2012 und 2016 Sponsoreneinnahmen überbewertet und der Uefa so falsche Informationen übermittelt. Haupteigner des Clubs ist Mansour bin Zayed Al Nahyan, Halbbruder des Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate, Chalifa bin Zayid Al Nahyan.

Football Leaks deckte ManCity-Betrug auf

Berichte über mögliche Verstöße gegen die Uefa-Finanzregularien gibt es seit geraumer Zeit, verdichtet hatten sich diese durch die die Enthüllungen der Plattform Football Leaks.

Interne Emails und Clubdokumente legten demnach nahe, wie Man City systematisch betrogen haben könnte. Gelder, die als Einnahmen durch Sponsoren aus Abu Dhabi – darunter mit Etihad Airways die nationale Fluggesellschaft der Vereinigten Arabischen Emirate – deklariert wurden, sollen in Wirklichkeit von Scheich Mansour gezahlt worden sein.

Financial Fairplay: Uefa bislang kritisiert

Im Grundsatz soll das Financial Fairplay solche Tricks vermeiden. Die Clubs, die in den Europapokal-Wettbewerben starten, dürfen nicht mehr ausgeben als sie einnehmen. Wird die Gewinnschwelle nicht erreicht, dürfen Geldgeber nur bis zu einem begrenzten Punkt aushelfen. Auch Frankreichs aus Katar mit Hunderten Millionen unterstützter Serienmeister Paris Saint-Germain wird immer wieder beobachtet.

Bereits 2014 waren beide Clubs zu Geldstrafen verurteilt worden und durften zudem für eine Saison nur 21 statt wie üblich 25 Spieler für die Champions League melden. Um einen Königsklassen-Bann kamen aber sowohl Paris als auch Manchester herum.

Die Uefa wurde nach der vermeintlich schwachen Umsetzung und Kontrolle der eigenen Regeln kritisiert. Manchester City ist – sollte der Cas das Urteil bestätigen - das erste Schwergewicht im europäischen Fußball, das für die Champions League gesperrt wird. Der frühere italienische Meister AC Mailand hatte im vergangenen Jahr einen Bann für die laufende Saison der Europa League kassiert.

CL-Ausschluss: ManCity "nicht überrascht"

Der Verein reagierte in einer Stellungnahme auf seiner Internetseite „enttäuscht, aber nicht überrascht“. Der Fall sei von der Uefa initiiert, juristisch verfolgt und beurteilt worden, kritisierte ManCity. Nach diesem „vorverurteilenden Prozess“ werde der Verein nun so schnell wie möglich eine unabhängige Untersuchung anstrengen und als ersten Schritt den Cas anrufen.

In der laufenden Saison der Königsklasse spielt das Guardiola-Team, zu dem auch die Nationalspieler Leroy Sané und Ilkay Gündogan zählen, im Achtelfinale gegen Real Madrid. In der englischen Meisterschaft sind die Citizens weit abgeschlagen hinter dem FC Liverpool Zweiter.

Welche Auswirkungen der Champions-League-Ausschluss hat, ist derzeit kaum abzusehen – ob die mit Starspielern gespickte Mannschaft von Guardiola beisammen bleibt, erscheint fraglich. In der kommenden Saison wird nun auch wieder ein Wechsel von Sané wahrscheinlicher. Der FC Bayern München geht als größter Interessent des Flügelstürmers.