SV Poseidon

Hamburgs Wasserballer schielen auf den Aufstieg

Trainer Zafeirios Chalas (36) trainiert die Bundesliga-Wasserballer des SV Poseidon seit 2018.

Trainer Zafeirios Chalas (36) trainiert die Bundesliga-Wasserballer des SV Poseidon seit 2018.

Foto: Roland Magunia / Roland Magunia/Funke Foto Services

Der SV Poseidon empfängt in der Bundesliga Pro B Tabellenführer Köln – mit dem griechischen Trainer Chalas kehrte der Erfolg zurück.

Hamburg. Zafeirios Chalas ist als Erster in der Halle, lange vor seinen Spielern, was praktisch ist, man hätte ihn sonst womöglich für einen von ihnen gehalten. Eine halbe Stunde ist es noch bis zum Auftakt des Trainings. Und dann kommen sie, einer nach dem anderen, barfuß oder in Badelatschen, schütteln zuerst die Hand des Trainers und suchen erst dann einen Platz für ihre Sachen. Um 20 Uhr geht es ins Wasser, Interview mit dem Abendblatt hin oder her.

Zafeirios Chalas ist Grieche, in seiner Heimat war er erfolgreicher Wasserball-Profi und -Trainer. Vor anderthalb Jahren hat er die Mannschaft des SV Poseidon übernommen, und dass das Team seitdem von Erfolg zu Erfolg marschiert, darf also durchaus der konstanten Arbeit des 36-Jährigen zugerechnet werden.

2019 führte Chalas die Mannschaft zurück in die Bundesliga, in der Gruppe Pro B steht sie aktuell auf dem zweiten Platz. Falls die Saison weiter so läuft, werden sie am Ende um den Aufstieg in die Gruppe Pro A spielen.

Eines der wichtigsten Matches der Saison

An diesem Sonnabend steht Chalas und seinem Team eines der wichtigsten Matches dieser Saison bevor: Der Tabellenführer aus Köln kommt nach Hamburg, um 17 Uhr ist Anpfiff im Bäderland-Schwimmbad im Inselpark Wilhelmsburg, dem Hamburger Landesleistungszentrum für Wasserball.

Vor zwei Monaten trafen beide Teams schon einmal aufeinander. Es war das einzige Match der Hinrunde, das Poseidon verlor. Nichts weniger als ein Spitzenspiel also, das die Hamburger Wasserball-Fans da erwartet.

Chalas: "Für uns ist jedes Spiel ein Spitzenspiel"

„Ein Spitzenspiel?“ Chalas lächelt, schüttelt den Kopf, nein, nein, soll das unmissverständlich heißen. „Für uns ist jedes Spiel ein Spitzenspiel. Dieses Team gehört in die Gruppe A der Bundesliga.“ Chalas streicht durch seinen schwarzen Vollbart. „Ich bin kein Mensch, der sich gern feiert, ich bin der Meinung, dass man sich immer verbessern kann, mehr erreichen kann. Deshalb kann es für uns auch nur ein Ziel geben: Der Aufstieg in die A-Gruppe. Es ist möglich.“

Offensichtlich ist der Trainer nicht der Einzige, der diesen Satz verinnerlicht hat. Sondern auch das Team, das Chalas so sehr nach seinen eigenen Vorstellungen geprägt hat wie wohl kaum einer seiner Vorgänger.

Neun neue Spieler verpflichtete das Team zur neuen Saison, von 18 bis 40 reicht die Altersspanne, auch vom Stil her sind sie unterschiedlich. Und doch zählt für Chalas nur das Kollektiv. Und: die Disziplin. Am Beckenrand klingen einem schon nach wenigen Minuten die Ohren, so grell tönt die Pfeife des Trainers, der sein Team die Bahnen rauf und runter jagt.

Chalas will Euphorie für Wasserball entfachen

Chalas stammt aus Volos, einer griechischen Hafenstadt, die zwar klein ist (rund 100.000 Einwohner), aber wasserballverrückt genug, um regelmäßig internationale Meisterschaften auszurichten. „Jeder in Volos liebt diesen Sport, die Spieler sind Stars. Sie werden gefeiert und gegrüßt, jeder weiß: Ist das ein Links- oder Rechtshänder“, erzählt er. „Leider ist das in Hamburg ein wenig anders. Aber wer weiß, vielleicht können wir auch hier eine kleine Euphorie entfachen.“ Ein Sieg gegen Rhenania Köln wäre dafür gar kein so schlechter Start.