Fußball-Ticker

Elf Tage in Abschiebehaft: Ex-Bundesligaprofi rechnet ab

Lesedauer: 7 Minuten
WM-Teilnehmer Mohamadou Idrissou ist in Österreich aus der Abschiebehaft entlassen worden.

WM-Teilnehmer Mohamadou Idrissou ist in Österreich aus der Abschiebehaft entlassen worden.

Foto: dpa

Aktuelle Meldungen, heiße Gerüchte, scharfe Zitate, Verletzungen und Transfergeflüster. Der Fußball-Ticker hält Sie auf dem Laufenden.

Der Fußball-Ticker am Montag, den 31. Dezember 2019:

Elf Tage in Abschiebehaft: Idrissou rechnet ab

Diese Geschichte klingt eigentlich zu absurd, um wahr zu sein. Doch sie hat sich tatsächlich so abgespielt. Der frühere Bundesligaprofi Mohamadou Idrissou saß Mitte Dezember in Österreich nach einer Rückreise von Deutschland elf Tage in Abschiebehaft. Wie der 39-Jährige der „Bild“ erzählte, sei er inzwischen nach Deutschland zurückgekehrt und habe seinen Vertrag beim österreichischen Viertligisten DSV Leoben aufgelöst. „Ich werde nie wieder nach Österreich zurückkehren“, sagte Idrissou.

Am 23. Dezember kam er wieder auf freien Fuß. „In der Zeit habe ich so viel Brot gegessen wie in 20 Jahren in Deutschland“, sagte der 39-Jährige. Als Grund für die Abschiebehaft hatte der Clubchef des DSV Leoben, Edi Lieber, ein fehlendes Aufenthaltsvisum genannt. Das habe mit einer Sache aus Idrissous Vergangenheit in Deutschland zu tun, sagte Lieber, ohne Details zu nennen. „Nur mein Pass war abgelaufen. Ich hatte allerdings auch einen neuen dabei, den wollte aber keiner sehen“, sagt nun Idrissou.

Über das Verhalten der Behörden zeigte er sich enttäuscht: „Das hat kein Mensch verdient. So was macht man nicht in einem Rechtsstaat. Ich habe keine Gesetze überschritten, das macht mich unendlich traurig.“

Co-Trainer beim FC Bayern? Für Flick „nicht vorstellbar“

Bringt sich da einer für seine endgültige Beförderung zum Cheftrainer ins Spiel? Bayern-Coach Hansi Flick will nicht wieder in die Assistenten-Rolle zurückkehren. „Ich kann mir vieles vorstellen, aber das kann ich mir im Moment nicht vorstellen“, sagte Flick dem „Kicker“. Der frühere Co-Trainer von Bundestrainer Joachim Löw hatte die Mannschaft nach der Trennung von Niko Kovac Anfang November übernommen, er soll „mindestens“ bis zum Saisonende als Cheftrainer arbeiten.

Der Rekordmeister hat in den zehn Spielen unter Flicks Regie acht Siege bei einem Torverhältnis von 32:7 geschafft. „Die Art und Weise, wie wir Fußball gespielt haben, imponiert mir", sagte der 54-Jährige. „Es macht sehr viel Spaß, vor allem in der Konstellation mit diesem Trainerteam und dessen Unterstützung“, sagte der Nachfolger von Niko Kovac. Dazu komme die Arbeit mit der Mannschaft. „Wir haben ein wirklich gutes Miteinander gefunden. Bayern ist ein Verein mit viel Power, deshalb gefällt mir diese Aufgabe sehr gut. Der Gedanke, stets erfolgreich sein zu wollen, kommt mir entgegen.“

Die momentane Konstellation mit dem Cheftrainer-Vertrag beim Bundesliga-Dritten bis zum Saisonende bezeichnete Flick als „eine sehr gute Lösung, für alle“. Er spüre das absolute Vertrauen. „Es spricht ja nichts dagegen, dass man weitermacht, wenn es erfolgreich verläuft. Gehen wir einfach mal davon aus, dass die Spiele und Ergebnisse weiterhin passen; und wenn nicht, hat der Verein ausreichend Zeit, sich nach einem anderen Trainer umzuschauen.“

Wegen Haaland: Flüchtet Paco Alcácer zu Atlético?

Die Verpflichtung des norwegischen Toptalents Erling Haaland stimmt nicht jeden bei Borussia Dortmund glücklich. Sturmkonkurrent Paco Alcácer beschäftigt sich offenbar mit einem Abschied. Der „Marca“ zufolge soll Atlético Madrid Interesse an dem 26-Jährigen und ihn auch bereits kontaktiert haben. Laut dem Bericht wolle Alcácer unbedingt in die heimische Primera División zurück.

Hinzu komme, dass Atlético-Coach Diego Simeone auf der Suche nach einem neuen Mittelstürmer ist. Interesse gebe es auch an Edison Cavani von Paris Saint-Germain, doch der Uruguayer sei zu teuer. Laut der "Marca" soll Alcácer dem BVB bereits vor dem Haaland-Transfer mitgeteilt haben, den Verein verlassen zu wollen. Deshalb hätten die Dortmunder so stark darauf gedrängt, den Deal mit dem Norweger über die Bühne zu bringen.

Verletzt: Barcelona vorerst ohne ter Stegen

Der FC Barcelona muss vorerst ohne den deutschen Nationaltorhüter Marc-Andre ter Stegen auskommen. Der 27-Jährige wird wegen eines Sehnenproblems im rechten Knie behandelt und steht nicht zur Verfügung. Ter Stegen, der in dieser Saison alle Ligaspiele bestritt, wird damit die nächste Partie bei Stadtrivale und Schlusslicht Espanyol Barcelona am Sonnabend (21.00 Uhr) verpassen. Detaillierte Angaben zur Rückkehr des Keepers machte der Club nicht.

Stuttgart hat einen neuen Cheftrainer

HSV-Aufstiegsrivale VfB Stuttgart hat den nahezu unbekannten Trainer Pellegrino Matarazzo (42) als Nachfolger des entlassenen Tim Walter verpflichtet. Der fast zwei Meter große Mann mit amerikanischem und italienischem Pass erhält einen Vertrag bis Sommer 2021. Matarazzo war in den vergangenen beiden Jahren Co-Trainer bei 1899 Hoffenheim und arbeitete davor lange im Nachwuchs des 1. FC Nürnberg.

Trotz Rekordjagd: Klopp bei der Meisterfrage zurückhaltend

Wer oben steht, muss noch härter arbeiten. Das ist offenbar das Motto von Jürgen Klopp. Liverpools Teammanager will sich im Meisterschaftskampf nicht auf dem äußerst erfolgreichen Jahr 2019 ausruhen. „Ich weiß, es war ein gutes Jahr. Wir hatten eine Menge großartiger Momente“, sagte Klopp nach dem 1:0 (1:0)-Erfolg zum Jahresabschluss gegen die Wolverhampton Wanderers der BBC. „Aber in unserem Leben zählen wir keine Jahre, sondern Saisons. Deshalb sind wir erst zur Hälfte durch. Titel werden nicht im Dezember gewonnen.“

Liverpool führt in einer bislang fast perfekten Saison unangefochten die Tabelle an. Sein Team hat 13 Punkte Vorsprung auf den ersten Verfolger Leicester City, der Abstand auf den Meister Manchester City auf Platz drei beträgt 14 Zähler. Es wäre der erste Meistertitel für Liverpool seit 1990.

West Ham holt Moyes als Trainer zurück

Der abstiegsbedrohte englische Erstligist West Ham United hat den Schotten David Moyes (56) als Teammanager zurückgeholt. Er erhält einen Vertrag bis 2021 und tritt die Nachfolge des Chilenen Manuel Pellegrini (66) an, dessen direkter Vorgänger er auch war. Pellegrini war am Sonnabend nach der 1:2-Niederlage gegen Leicester City freigestellt worden. „David hat in seiner kurzen Zeit bei uns bewiesen, dass er gute Ergebnisse erzielen kann, und wir glauben daran, dass er diesen Club erneut in die richtige Richtung bewegt“, sagte der Vorsitzende David Sullivan. „Er kennt den Verein, das ist jetzt wichtig.“

Moyes hatte die Hammers in der Saison 2017/18 in sechs Monaten vor dem Abstieg aus der Premier League bewahrt, erhielt anschließend aber keinen neuen Vertrag. West Ham kündigte damals „einen großen Namen“ als Teammanager an und verpflichtete anschließend Pellegrini. Die folgende Saison schloss West Ham als Zehnter ab, in dieser Spielzeit liegt das Team zum Jahreswechsel als 17. aber nur einen Punkt vor den Abstiegsrängen.

( sid/dpa/HA )