Fußball-Ticker

Ehemaliger Bundesligastürmer sitzt in Abschiebehaft

Mohamadou Idrissou 2011 im Bundesligaspiel von Borussia Mönchengladbach beim HSV (mit Gojko Kacar).

Mohamadou Idrissou 2011 im Bundesligaspiel von Borussia Mönchengladbach beim HSV (mit Gojko Kacar).

Foto: Jan Kuppert / picture alliance / Sven Simon

Aktuelle Meldungen, heiße Gerüchte, scharfe Zitate, Verletzungen und Transfergeflüster. Der Fußball-Ticker hält Sie auf dem Laufenden.

Der Fußball-Ticker am Sonnabend, den 14. Dezember 2019:

Barcelona droht Tabellenführung zu verlieren

Der spanische Meister FC Barcleona kam bei Real Sociedad San Sebastián nicht über ein Unentschieden hinaus und kann die Tabellenspitze am Sonntag an den Erzrivalen Real Madrid verlieren. Die Treffer von Weltmeister Antoine Griezmann (38. Minute) und Luis Suárez (49.) reichten den Katalanen beim 2:2 (1:1) nicht zum Auswärtssieg gegen die Basken. Mikel Oyarzabal hatte Real Sociedad in der 12. Minute per Foulstrafstoß in Führung gebracht, der frühere Dortmunder Bundesligaprofi Alexander Isak sorgte noch für den Ausgleich und rettete einen Punkt (62.).

Den Patzer von Barcelona (35 Punkte) kann Real Madrid (34) am Sonntag nutzen und in der Primera División am Titelverteidiger vorbeiziehen. Drei Tage vor dem Clásico zwischen den Teams in der Meisterschaft müssen die Königlichen dafür beim Pokalsieger FC Valencia gewinnen. Barça hat derzeit eine um zwei Treffer bessere Tordifferenz.

Nach 97 Tagen: Kölns Präsident Sieger offenbar zurückgetreten

97 Tage nach der Wahl des neuen Präsidiums beim Bundsligisten 1. FC Köln ist Vize-Präsident Jürgen Sieger offenbar zurückgetreten. Das berichtete der „Kölner Stadt-Anzeiger“ am Sonnabend in der Halbzeit-Pause des Derbys gegen Bayer Leverkusen. Vom Verein wollte sich zunächst niemand äußern.

Club-WM: Al Hilal erreicht Halbfinale

Asiens Champions-League-Sieger Al Hilal hat sich bei der Club-Weltmeisterschaft mit 1:0 (0:0) gegen Esperance Sportive Tunis durchgesetzt und trifft im Halbfinale am kommenden Dienstag auf Südamerika-Meister CR Flamengo Rio de Janeiro. Das entscheidende Tor für die Mannschaft aus Saudi-Arabien erzielte am Sonnabend in Doha Bafetimbi Gomis in der 73. Minute. Al Hilal hatte zum dritten Mal die kontinentale asiatische Meisterschaft gewonnen und gibt bei der Club-WM sein Debüt.

Im zweiten Halbfinale greift am Mittwoch (18.30 Uhr) auch Champions-League-Sieger FC Liverpool ins Turnier ein. Die Mannschaft von Welt-Trainer Jürgen Klopp muss gegen den Sieger des Duells zwischen Gastgeber Al-Sadd aus Katar und dem mexikanischen Club CF Monterrey antreten. Das Finale wird am 21. Dezember ausgetragen.

Protest gegen Leserbrief: Inter sagt Pressekonferenz ab

Der italienische Fußball-Club Inter Mailand hat aus Protest gegen einen Medienbericht über Trainer Antonio Conte seine ursprünglich für Samstag geplante Pressekonferenz abgesagt. Damit solle ein Signal an die Medien gesandt werden, „dass der Respekt für die Menschen garantiert werden muss“, wie der Tabellenführer der Serie A mitteilte. Zuvor hatte der „Corriere dello Sport“ einen Leserbrief und einen Kommentar veröffentlicht, die Conte für das Aus des Traditionsclubs in der Champions League verantwortlich machten.

Inter war am Dienstag durch ein 1:2 gegen den FC Barcelona aus der Königsklasse ausgeschieden, Bundesligist Borussia Dortmund hatte stattdessen den Sprung ins Achtelfinale des Wettbewerbs geschafft. Der Leserbrief sei „beleidigend“ im Tonfall gewesen und habe den Angriff gegen Conte in dem Kommentar gerechtfertigt, urteilte Inter in der Mitteilung. Daher werde es vor dem Spiel bei AC Florenz am Sonntagabend nicht wie gewohnt eine Pressekonferenz geben.

Bereits zuvor hatte es Spannungen zwischen dem Traditionsclub und der Sport-Tageszeitung gegeben, nachdem der „Corriere dello Sport“ auf seiner Titelseite die beiden dunkelhäutigen Spieler Romelu Lukaku (Inter) und Chris Smalling (AS Rom) mit der Schlagzeile „Black Friday“ („Schwarzer Freitag“) abgedruckt hatte. Daraufhin hatte das Blatt massive Kritik hinnehmen müssen.

Dank Salah: Liverpool zittert sich zum Sieg

Einen Tag nach der Vertragsverlängerung von Teammanager Jürgen Klopp bis 2024 hat sich Champions-League-Sieger FC Liverpool am 17. Spieltag der Premier League sehr schwergetan. Gegen das Tabellenschlusslicht FC Watford sprang dank eines Doppelpacks von Mohamed Salah (38. und 90.) nur ein mühsamer 2:0 (1:0)-Sieg für den souveränen Tabellenführer heraus.

Der ägyptische Stürmerstar war zum achten und neunten Mal in dieser Saison für Liverpool in der Premier League erfolgreich. Einem Treffer von Liverpool-Ass Sadio Mané (50.) wurde nach Intervention des Videoschiedsrichters die Anerkennung verweigert.

Mohamed Salah schießt Liverpool gegen Watford zum Sieg

Es war der achte Sieg in Folge für die Mannschaft von der Anfield Road, die sich allerdings lange Zeit ohne Erfolg abmühte. Watford störte empfindlich den Spielaufbau der Liverpooler, erst Salahs herrliche Einzelaktion sorgte für das Führungstor der Gastgeber, ehe der Torjäger in der Schlussphase auch zur Entscheidung traf. Watford hatte zuvor einige Chancen liegen gelassen.

Nach dem 16. Saisonsieg im 17. Punktspiel bauten die Reds den Vorsprung in der Tabelle vorübergehend auf Leicester City auf elf Punkte aus. Der Ex-Meister aus Leicester spielt um 16.00 Uhr gegen Norwich City und könnte im Falle eines Dreiers wieder auf acht Zähler Rückstand verkürzen.

Aus privaten Gründen: Baumgarts Frau verlässt Union

Katja Baumgart, Frau von Paderborns Trainer Steffen Baumgart, hat den Job als Leiterin der Fanshops beim Bundesliga-Konkurrenten 1. FC Union Berlin nach Angaben ihres Ehemanns aus privaten Gründen aufgegeben. „Es war keine Entscheidung gegen Union“, sagte Steffen Baumgart (47) vor dem Duell beider Clubs am Sonnabend (15.30 Uhr/Sky) der „Bild“-Zeitung. „Sie wollte mehr Zeit für die Familie haben. In den letzten zweieinhalb Jahren führten wir quasi eine Fernbeziehung. Wir waren häufig an sechs von sieben Tagen der Woche getrennt.“

Katja Baumgart hatte die drei so genannten Zeughäuser von Union geführt und war zuletzt verabschiedet worden. Ihr Ehemann spielte als Profi zwei Jahre lang beim Hauptstadtclub, war ein Liebling der Fans und ist dem Club auch heute noch verbunden. Die Familie wohnt immer noch in Köpenick.

Arsenal distanziert sich von politischem Özil-Tweet

Der englische Premier-League-Club FC Arsenal hat sich von einem Tweet seines Spielers Mesut Özil zur Unterdrückung der muslimischen Minderheit der Uiguren in China distanziert. Der Inhalt sei die persönliche Meinung von Özil, schrieb der Club auf dem chinesischen Mikroblogging-Dienst Weibo. Arsenal halte sich indes an das Prinzip, keine politischen Statements abzugeben.

Özil hatte in einem Tweet die muslimischen Staaten für ihre Zurückhaltung kritisiert. In türkischer Sprache bemängelte der Ex-Weltmeister das „Schweigen der muslimischen Brüder“, während das Thema von westlichen Regierungen und Medien aufgegriffen worden sei.

Nach offiziell unbestätigten Schätzungen sind Hunderttausende Uiguren in Umerziehungslager gesteckt worden, die China allerdings nur als Fortbildungszentren beschreibt. Uiguren sind ethnisch mit den Türken verwandt und fühlen sich von den herrschenden Han-Chinesen unterdrückt. Nach ihrer Machtübernahme 1949 in Peking hatten die Kommunisten das frühere Ostturkestan der Volksrepublik einverleibt. Peking wirft uigurischen Gruppen Terrorismus und Separatismus vor.

Die Reaktion von Arsenal könnte laut eines Berichts des „Guardian“ auch wirtschaftliche Interessen haben. Demnach sei der Club in China an einer Restaurantkette beteiligt.

Ex-Bundesligaprofi Idrissou in Abschiebehaft

Der frühere Bundesligastürmer Mohamadou Idrissou (39) steht offenbar vor der Abschiebung aus Österreich in sein Geburtsland Kamerun. „Mo Idrissou ist im Schubhaftzentrum Vordernberg. Offenbar hat etwas mit seinen Papieren nicht gestimmt“, sagte Edi Lieber, Obmann bei Idrissous derzeitigem Arbeitgeber DSV Leoben, der "Kleinen Zeitung".

Das österreichische Bundesministerium für Inneres bestätigte die Personalie nicht direkt, sprach gegenüber der "Kronenzeitung" aber von einer „Person mit fußballerischer Vergangenheit“ im Schubhaftzentrum Vordernberg.

„Für das Visum braucht man eine Unbedenklichkeitserklärung. Offenbar hat er die nicht zusammengebracht“, erklärte Lieber weiter. Von Vereinsseite habe man alles getan, was notwendig war: „Ich hatte die Arbeitsgenehmigung da. Aber das Visum ist Sache des Spielers. Und offenbar hat es da Probleme gegeben. Das muss mit seiner Vergangenheit zu tun haben.“

Der 39-malige kamerunische Nationalspieler Idrissou war in der Bundesliga zwischen 2002 und 2011 insgesamt in 139 Spielen (27 Tore) für Hannover 96, den MSV Duisburg, den SC Freiburg und Borussia Mönchengladbach aktiv. Seine letzte Station in Deutschland war 2015/16 der KFC Uerdingen. Im Sommer schloss sich Idrissou dem österreichischen Viertligisten Leoben an, erzielte zwei Tore in elf Spielen.

Neuer Bayern-Boss Hainer: Kein Interesse an Superliga

Bayern Münchens neuer Vereinspräsident Herbert Hainer (65) hat ein klares Bekenntnis zur Fußball-Bundesliga abgegeben und einem Wechsel des Rekordmeisters in eine noch zu gründende Superliga eine klare Absage erteilt. „Wir stehen zur Bundesliga! Ohne Wenn und Aber“, sagte der Nachfolger von Uli Hoeneß im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" und führte aus: „Wir haben überhaupt kein Interesse an irgendeiner Superliga, das kann man ganz klar festhalten.“

Der FC Bayern wolle „natürlich international Erfolg haben, aber dafür gibt es ja die Champions League, die eine Erfolgsgeschichte ist, wie ich finde, mit einem schlüssigen Format“, so der ehemalige Adidas-Chef.

Und in der Königsklasse des europäischen Fußballs wollen sich die Münchner, nach vor dem 15. Spieltag nur Tabellensiebter in der Bundesliga, schon sehr bald wieder die Krone aufsetzen. „Spätestens 2022, wenn das Finale in München stattfindet, gerne aber auch schon früher“ solle es mit dem sechsten Erfolg nach 1974, 1975, 1976, 2001 und 2013 klappen, erklärte Hainer.

US-Sanktionen: Teheraner Club ohne Trainer

Der iranische Club Esteghlal Teheran muss weiter auf seinen italienischen Trainer Andrea Stramaccioni verzichten. Wegen der US-Sanktionen gegen das Land konnte der Verein ihm sein Gehalt nicht zahlen. „Ohne die Überweisung seines Gehalts wird Stramaccioni nicht am Training teilnehmen“, sagte Esteghlal-Manager Ismaeil Chalisadeh laut Nachrichtenagentur Isna am Samstag. Das Geld solle nun am Montag überwiesen werden. Vorher werde Stramaccioni nicht nach Teheran zurückkehren. Damit bleibt Esteghlal auch im Ligaspiel am Samstag ohne Cheftrainer.

Wegen der US-Sanktionen arbeiten auch die internationalen Banken nicht mehr mit dem Iran zusammen. Dementsprechend sind auch Banküberweisungen aus dem und in den Iran nicht möglich. Dieses Problem betrifft auch ausländische Trainer und Spieler, die im Iran tätig sind.

Im Fall Stramaccioni soll nun Manager Chalisadeh dessen Gehalt der italienischen Botschaft in der Türkei in bar übergeben. Die Botschaft soll dann das Geld auf das Konto des Italieners überweisen. Stramaccioni selbst ist derzeit in Mailand. Der Italiener hat Esteghlal Teheran diese Saison übernommen und die Mannschaft an die Spitze der nationalen Liga geführt. Seitdem ist er auch bei den Esteghlal Fans sehr beliebt. Letzte Woche jedoch verließ er wegen der ausbleibenden Gehaltszahlung aus Protest das Land.

Bis zum Frühjahr hatte der deutsche Trainer Winfried Schäfer das Team betreut.

Köln spielt mit Tafel-Logo auf Trikot

Der 1. FC Köln und die Tafel Deutschland setzen in der Adventszeit gemeinsam ein Zeichen gegen Armut und Lebensmittelverschwendung. Im Bundesliga-Heimspiel am Sonnabend (15.30 Uhr/Sky) gegen den rheinischen Rivalen Bayer Leverkusen ziert das Tafel-Logo die Trikotbrust der Geißböcke. Rewe als Hauptpartner des FC verzichtet in diesem Spiel zugunsten der Tafeln auf seinen Werbeplatz auf dem Jersey.

„Lebensmittelverschwendung betrifft uns alle. Jedes dritte Lebensmittel weltweit landet im Müll – in Deutschland sind das bis zu 18 Millionen Tonnen. Auf der anderen Seite leben auch in unserem Land viele Menschen in Armut und sind von gesellschaftlichen Aktivitäten ausgeschlossen“, sagte Jochen Brühl, Vorsitzender von Tafel Deutschland e. V.: „1,65 Millionen Menschen kommen regelmäßig zu den Tafeln und benötigen nicht nur Lebensmittel, sondern suchen Kontakt und Austausch.“

Am Spieltag wird es im und um das Stadion außerdem eine große Spendenaktion zugunsten der Tafel in Köln geben.