Boxen

Klitschko-Besieger Joshua holt sich seine WM-Gürtel zurück

Wladimir Klitschkos Bezwinger Anthony Joshua holt sich seine WM-Titel im Schwergewicht im Rückkampf gegen Andy Ruiz zurück. Der Fight fand in Riad/Saudi-Arabien statt.

Wladimir Klitschkos Bezwinger Anthony Joshua holt sich seine WM-Titel im Schwergewicht im Rückkampf gegen Andy Ruiz zurück. Der Fight fand in Riad/Saudi-Arabien statt.

Foto: Richard Heathcote/Getty Images

Punktsieg im Millionen-Kampf in Saudi-Arabien gegen Andy Ruiz jr. Anthony Joshua soll Tipps von Wladimir Klitschko erhalten haben.

Riad/Hamburg. In einem sehr speziellen Kampf um die Box-Weltmeisterschaft im Schwergewicht hat sich der entthronte Weltmeister Anthony Joshua für seine K.o.-Niederlage gegen Andy Ruiz jr. revanchiert. In Riad (Saudi-Arabien) siegte Klitschko-Bezwinger Joshua am Sonnabend gegen Ruiz über zwölf Runden einstimmig nach Punkten.

Von großen Highlights war der Kampf nicht geprägt, auch wenn beide Fighter ihre Szenen hatten. Joshua boxte cleverer, setzte gezielte Wirkungstreffer, boxte aus der Distanz und sicherte sich durch Meidbewegungen und flinke Füße in den letzten Runden seinen Vorsprung auf den Punktzetteln.

Anthony Joshua: "Ich werde es nicht verbocken"

Der 30 Jahre alte Brite holte sich damit seine WM-Titel der Weltverbände IBF, WBO und WBA zurück. Schwergewichts-Champion des Verbandes WBC ist der Amerikaner Deontay Wilder.

Der Kampf fand in dem eigens errichteten Stadion vor 15.000 Zuschauern in Dirijah statt. Unter ihnen waren auch Frauen. Das erste Duell der Schwergewichtler hatte Ruiz Anfang Juni in New York völlig überraschend für sich entschieden. „Ich werde einfach gewinnen. Dieses Mal werde ich es nicht verbocken“, sagte Joshua zuvor – und hielt Wort. Nach Worten des früheren Managers der Klitschko-Brüder, Bernd Bönte, habe Wladimir Klitschko seinem Bezwinger Joshua auch Tipps gegeben. Bönte war Co-Kommentator bei DAZN.

Nach dem Kampf nährte Joshua die Spekulationen um einen dritten Kampf, denn zwischen beiden Boxern stehe es ja nun 1:1. Ruiz räumte seine Niederlage ein. Seine Kombinationen seien nicht erfolgreich gewesen, gab Ruiz zu. Joshua bedankte sich artig bei den anwesenden Prinzen des saudischen Königshauses und sagte, er werde auf Instagram ankündigen, wo die Siegerparty in der streng muslimischen Stadt stattfinden werde. Geschätzt Tausende britische Fans hatten Joshua in Riad angefeuert.

Der Kampfort Riad in Saudi-Arabien provozierte harsche Kommentare von Menschenrechtlern und Frauenrechtlern – von Skeptikern des Boxgeschäfts ohnehin. Anthony Joshua hatte zuvor gesagt: „Ich bin hier, um zu gewinnen und nicht, um eine Show abzuliefern.“ Joshuas Promoter Eddie Hearn gab sogar zu, dass das Geld der ausschlaggebende Faktor war. „Wenn wir es nicht nehmen, wird es jemand anderes tun“, sagte Hearn.

Zehn Millionen Dollar Börse für Ruiz

Andy Ruiz, der rund zehn Millionen Dollar Börse bekommen sollte, hat sich bereits seinen ersten Erfolg versüßen lassen: mit neuen Autos für angeblich fast eine Million Dollar und mit einer Geburtstagsparty mit leicht bekleideten Bedienungen. Joshua soll dem Vernehmen nach für den Rückkampf rund 60 Millionen Dollar bekommen haben.

Im Hinkampf hatte Andy Ruiz jr. die gesamte Boxwelt geschockt und den Favoriten Anthony Joshua k.o. geschlagen. Joshua, der Wladimir Klitschkos Boxkarriere beendet hatte, nahm Ruiz damals offenbar nicht ernst. Der erste mexikanische Schwergewichts-Weltmeister der Geschichte bezeichnete sich selbst als "Dickerchen".