Handballfrauen

Babyboom beim Handball-Bundesligisten Buxtehuder SV

(von links): Babyboom beim BSV: Die ehemalige BSV-Spielerin Maxi Hayn mit Sohn Oskar, die schwangeren Julia Gronemann, Antje Peveling und Jessica Oldenburg.

(von links): Babyboom beim BSV: Die ehemalige BSV-Spielerin Maxi Hayn mit Sohn Oskar, die schwangeren Julia Gronemann, Antje Peveling und Jessica Oldenburg.

Foto: Buxtehuder SV

Rückraumspielerin (28) lüftet ihr bisher gut gehütetes Geheimnis. Sie ist nicht die einzige Spielerin, die ein Kind erwartet.

Buxtehude. Eine Schwangerschaft wird häufig auch als süßes Geheimnis bezeichnet, so lange nicht alle davon wissen sollen. Wofür es gute Gründe gibt. Und um ein Geheimnis als solches zu bewahren, wird dann auch mal schnell zu einer kleinen Notlüge oder einer Ausrede gegriffen.

Wie zuletzt beim Handball-Bundesligisten Buxtehuder SV, bei dem sich Rückraumspielerin Jessica Oldenburg angeblich bei einem Hallenturnier in Wittlich am Knie verletzt habe.

In Wahrheit spielte sie aber seitdem nicht in der Saisonvorbereitung, weil sie ein Baby erwartet. Ihr bisher so gut gehütetes Geheimnis lüftete die 28 Jahre alte linke Rückraumspielerin auf dem Sponsorenabend des Vereins, wenige Tage vor Beginn der neuen Handballsaison in der 1. Frauen-Bundesliga mit dem Auswärtsspiel bei den Bad Wildungen Vipers.

„Mir und meinem Baby geht es gut“

„Mir und meinem Baby geht es gut“, sagte Oldenburg. Nach den Torfrauen Julia Gronemann und Antje Peveling ist Jessica Oldenburg die dritte BSV-Spielerin, die 2019 aufgrund einer Schwangerschaft pausieren muss. Oldenburg spielt seit 2009 für den Buxtehuder SV.

In 232 Bundesliga-Spielen erzielte sie 778 Tore und liegt damit in der ewigen BSV-Torschützenliste auf Rang sieben. Mit dem BSV gewann sie 2010 den EHF-Challenge-Cup sowie zweimal den DHB-Pokal (2015, 2017). Darüber hinaus wurde sie dreimal mit dem Team Deutscher Vizemeister (2011, 2012, 2015). „Sportlich ist der Ausfall von Jessica Oldenburg ein großer Verlust.

Torgarantin im linken Rückraum

Sie war über viele Jahre unsere Torgarantin im linken Rückraum“, sagt BSV-Geschäftsführer Peter Prior. „Das müssen wir nun kompensieren.“ Jessica Oldenburg glaubt, dass insbesondere Annika Lott ihren Ausfall kompensieren kann. Die allerdings hatte vorige Saison und jetzt auch wieder in Saisonvorbereitung Probleme an der Schulter.

Für BSV-Trainer Dirk Leun war es eine schwierige Vorbereitung. „Einige Spielerinnen hatten viel Belastung.“ Weil es viele Verletzte gegeben hatte, müssten einige junge Spielerinnen deutlich schneller an die Mannschaft herangeführt werden. Trotz aller Unwägbarkeiten in der Vorbereitung sieht Leun dem Bundesliga-Auftakt positiv entgegen.

„Das erste Punktspiel ist von besonderer Bedeutung“

„Ich bin optimistisch, dass wir erfolgreich in die Saison starten werden. Die ersten drei Spiele werden uns vor ganz unterschiedliche Aufgaben stellen. Aber wenn es gut läuft, können wir sie alle erfolgreich gestalten.“ In der vorigen Saison konnte der BSV beide Duelle gegen Bad Wildungen für sich entscheiden. Am vorletzten Spieltag gewann der BSV auswärts 35:24.

Beim Start in die neue Saison erwartet BSV-Trainer Leun allerdings einen engeren Spielverlauf. „Das erste Punktspiel ist immer von einer besonderen Bedeutung. Ich hoffe, wir finden schnell unseren Rhythmus und gewinnen Sicherheit“, sagt Leun. Viel komme auf den Start in die Partie an. Die Spielerinnen müssten sich Selbstvertrauen über schnelle Erfolgserlebnisse holen.

Nach den langfristigen Ausfällen von Torhüterin Lea Rühter (Meniskus-OP) und jetzt auch Jessica Oldenburg befindet sich der BSV noch in der Findungsphase. „Wir konnten lange nur mit begrenztem Personal trainieren. Vielleicht kommt das Spiel ein bis zwei Wochen zu früh.“

Team muss ans Optimum gehen

Um dennoch mit einem Sieg in die Spielzeit zu gehen, werde sein Team an das Leistungsoptimum gehen müssen. „Wir brauchen eine hohe Effektivität im Angriff, müssen aus einer taktisch disziplinierten Deckung spielen, um ins Konterspiel zu kommen.“

Das ist auch das Ziel für die Aufgabe in Bad Wildungen. Bei den Vipers handelt es sich um einen unangenehmen Gegner. „Bad Wildungen spielt sehr aggressiv in der Abwehr mit einer hohen Laufbereitschaft und einem konsequentem Konterspiel. Wenn sie so in das Spiel kommen, werden auch die Zuschauer zum Faktor für die Vipers“, sagt Leun.