Harburg
Handball-Bundesliga

BSV-Damen haben noch viel Arbeit vor sich

Lone Fischer beim Gegenstoß. Ihre Gegnerin vom schwedischen Top-Club H 65 Höör kann nicht mehr eingreifen.

Lone Fischer beim Gegenstoß. Ihre Gegnerin vom schwedischen Top-Club H 65 Höör kann nicht mehr eingreifen.

Foto: DIETER LANGE / HA

Die Handball-Bundesligafrauen aus Buxtehude starten mit Verletzungssorgen in die Saison. In Dänemark tankten sie Selbstvertrauen.

Buxtehude/Buchholz.  Die neue Handballsaison steht unmittelbar bevor. In zwei Wochen geht es für die Bundesliga-Handballfrauen des Buxtehuder SV mit einem Auswärtsspiel bei den Bad Wildungen Vipers los. Einen Tag später am Sonntag haben die Zweitligafrauen der Handball-Luchse Buchholz 08-Rosengarten den HC Rödertal zu Gast in der Nordheidehalle.

Gut zwei Wochen vor dem Start in die neue Saison haben die Damenteams der Partnervereine gegeneinander getestet. Das Ergebnis von 28:23 zugunsten der Erstligafrauen aus der Estestadt entspricht einerseits den Erwartungen, war aber im Lichte einer Verletztenmisere des Buxtehuder SV keine Selbstverständlichkeit.

26:25 gegen schwedische Topmannschaft

Wie auch einen Tag später das knappe 26:25 gegen die schwedische Topmannschaft H 65 Höör.

Die erste Hiobsbotschaft hatte BSV-Manager Peter Prior und Trainer Dirk Leun schon vor dem Trainingsauftakt erreicht. Torhüterin Lea Rühter hatte sich am Knie verletzt und musste operiert werden. Die Schwangerschaft von Stammtorhüterin Antje Peveling fällt dagegen eher in die Kategorie freudiges Ereignis.

Doch das macht es den Buxtehuder Bundesligafrauen auch nicht leichter, erneut auf eine erfolgreiche Saison hinzusteuern. Beim Internationalen Hallenturnier in Wittlich verletzten sich mit den Rückraumspielerinnen Friederike Gubernatis und Jessica Oldenburg zwei weitere Stützen des Teams und fallen bis auf weiteres aus.

Verletzungspech beim BSV

Bei Annika Lott, vorige Saison der Shootingstar beim BSV, brach eine Schulterverletzung erneut aus. Sie kann bis auf weiteres wieder nur in der Abwehr spielen. Infolge des Verletzungspechs beim BSV müssen jetzt gleich mehrere Spielerinnen, die noch nie ein Spiel in der höchsten Frauenspielklasse bestritten haben, ihre Erstligatauglichkeit beweisen.

So zum Beispiel die Torhüterinnen Zoe Ludwig und Katharina Filter und die anderen Neuzugänge Lisa Antl, Paulina Golla und Luisa Scherer. Dazu kommt, dass auch die von den Luchsen zurückgekehrte Lynn Schneider zuletzt drei Jahre lang „nur“ in Liga zwei aktiv gewesen ist.

Spitzenmannschaften sind noch eine Nummer zu groß

Auf eine schnelle Genesung von Lea Rühter dürfen die Verantwortlichen des BSV und ihre Mitspielerinnen nicht hoffen. Mit ihrem Comeback darf frühestens zum Jahreswechsel gerechnet werden. Von einem Trainingslager in Dänemark hatte BSV-Trainer Dirk Leun die Erkenntnis mitgebracht, dass im Angriffsspiel Geschwindigkeit und Präzision und auch die Kombinationssicherheit gesteigert werden könnten.

Keine neue Erkenntnis war, dass die europäischen Spitzenmannschaften wie Kobenhavn Handbold und ZSKA Moskau nach wie vor eine Nummer zu groß sind, wie sich bei einem Handballturnier im Rahmen des Dänemark-Aufenthalts herausgestellt hat.

Bei den Siegen gegen Rosengarten und Höör ist zumindest eine Rechnung von BSV-Trainer Dirk Leun aufgegangen. Sein Damenteam konnte neues Selbstvertrauen tanken, nachdem die Ergebnisse der bisherigen Vorbereitung nicht zufriedenstellend waren. Gründe, in Euphorie zu verfallen, gab es indes keine.

„Sehr schlechtes Spiel gemacht!“

„Ich bin mit der ersten Halbzeit gar nicht zufrieden. Wir haben ein sehr schlechtes Spiel gemacht und hatten keinen Zugriff“, monierte BSV-Trainer Dirk Leun nach dem Spiel gegen Rosengarten. „Wir waren unsicher im Timing und haben uns zu viele Fehler erlaubt.“

Allein die zehn Paraden von „Kathi“ Filter waren die Garantie für die BSV-Führung von 14:12 zur Pause. In der zweiten Hälfte wurde das Abwehrverhalten des BSV zwar besser, dennoch waren deutliche Mängel im Spiel vorhanden.

„Wir verlieren zu viele leichte Zweikämpfe und lesen das Spiel des Gegners nicht gut,“ sagte Leun. Beste Werferin gegen die Luchse war Mieke Düvel mit fünf Toren. Gegen Höör musste Leun die Defensive von 5:1 auf 6:0 umstellen, ehe die Abwehr funktionierte.

Noch viel Handlungsbedarf

Danach war der Trainer zufrieden: „Wir waren diesmal in der Deckung deutlich engagierter als gegen Rosengarten und haben uns gut bewegt.“

Jeweils sechs Treffer erzielten gegen die Schwedinnen Lone Fischer und Lisa Prior (davon vier Siebenmeter). Bis zum Bundesliga-Start sieht der BSV-Trainer nach dem Testspiel-Doppelpack vor 250 und 300 Zuschauern in der Halle Nord aber noch viel Handlungsbedarf bei seiner Mannschaft.