DFB Pokal

Dassendorfs Sportchef: "Schönster Tag der Vereinsgeschichte"

Stabiler Außenseiter! Rinik Carolus von Oberligist lässt Dresdens Mousa Kone abprallen.

Stabiler Außenseiter! Rinik Carolus von Oberligist lässt Dresdens Mousa Kone abprallen.

Foto: Hanno Bode

Starkes Pokalspiel gegen Dresden, HSV III mit Torwarttor, Nikroo mit zu vielen Schwankungen, Braun pariert Elfer schweigsam, Eklat in Meiendorf.

Formidabler Dassendorfer Auftritt. Dassendorfs Sportchef Jan Schönteich sprach nach dem DFB-Pokal-Fight des Hamburger Cupsiegers gegen den Zweitligisten Dynamo Dresden allen Anwesenden aus der Seele.

Als „schönsten Tag unserer Vereinsgeschichte“ titulierte Schönteich das „Heimspiel“ in Zwickau vor 5673 Fans in der GGZ-Arena. „Dasse“ hatte dem Favoriten gehörig eingeheizt, hätte durch Sven Möller (22.) und Pascal Nägele (23.) bei zwei Riesenchancen die verdiente Führung erzielen müssen. Der Dresdner Anhang musste bis zur 37. Spielminute auf das 1:0 für die Schwarz-Gelben vom Ex-Dortmunder Chris Löwe warten. Dzenis Burnic (75.) und Lucas Röser (77.) besorgten den 3:0-Endstand für spielerisch enttäuschende Dresdner gegen leidenschaftlich kämpfende und famos aufspielende Dassendorfer. Die größte Anerkennung erhielten die tapferen Hamburger Amateure nach der Partie: Dresdens großer Anhang, der vor dem Anpfiff der kleinen Dassendorfer Fankolonie freundlich applaudiert hatte, verabschiedete die Dassendorfer Mannschaft mit großem Applaus.


Fallrückzieher und Torwarttor. Die Begegnungen des Regionalligisten HSV II behalten unter dem neuen Trainer Hannes Drews weiter großen Unterhaltungswert. Nach einem 5:1 gegen den Heider SV und einem 6:0 gegen Holstein Kiel II folgte nun ein 3:3 beim amtierenden Meister Wolfsburg II. Beim Spielstand von 1:3 schien Drews’ Elf mausetot, schlug aber auf bemerkenswerte Weise zurück. Die neue Sturmhoffnung Tobias Fagerström markierte zunächst per Fallrückzieher zum 2:3 seinen fünften Saisontreffer im dritten Spiel (77.). In der fünften Minute der Nachspielzeit eilte bei der letzten Aktion des Spiels schließlich HSV-II-Keeper Joshua Wehking in den Wolfsburger Strafraum und köpfte eine Ecke zum 3:3 ein!

Drews war danach kaum zu halten vor Glück, entsprechend emotional ordnete er die Partie ein: „Wir haben insgesamt eine tolle Leistung in einem guten Regionalligaspiel gezeigt. Der Fallrückzieher-Treffer von Tobias Fagerström zum 3:2 war schon sensationell, das 3:3 in der letzten Minute durch Joshua Wehking natürlich unfassbar. Einfach der Wahnsinn! Die Jungs haben sich am Ende für ihren großen Aufwand in diesem Spiel belohnt.“


Nikroo kann es besser. Am 1:0 beteiligt, einen Elfmeter rausgeholt, das 2:2 vorbereitet, das 3:2 erzielt – die Bilanz des Iraners Sepehr Nikroo beim 4:2-Erfolg in Curslack, bei dem auch HSV-Präsident Marcell Jansen mit dem 4:2 sein zweites Saisontor beim zweiten Saisonsieg erzielte, konnte sich sehen lassen. Also viel Lob für den Matchwinner? Denkste! „Sepehrs erste Halbzeit war durchwachsen“, urteilte HSV-III-Trainer Marcus Rabenhorst nach dem Spiel. Wie beim 6:1 gegen Tornesch letzte Woche, als Nikroo in Hälfte zwei aufdrehte (zwei Tore/zwei Vorlagen) war er laut Rabenhorst auch in Curslack ein Auswechselkandidat. Und wie gegen Tornesch drehte er in Hälfte zwei auf. „Sepehr muss man immer wieder klarmachen, dass er nicht sein eigenes Ding machen kann. Wir schütteln ihn dann durch, dann geht es wieder. Ich gucke nicht nur auf Tore und Vorlagen“, sagte der Trainer. Rabenhorsts abschließende Worte: „Ich bevorzuge Spieler, die immer eine Note 3 verdienen gegenüber solchen, die mal eine 1 und mal eine 5 kriegen. Sepehr hat so viel Qualität. Ich will, dass er sie konstant abruft.“
Halten ohne reden. Eingeladen wird ein anderer Matchwinner. Concordias Torwart Tobias Braun rettete seinem Team mit einem gehaltenen Elfmeter das 2:1 gegen Victoria. „Für Bazier und Mehmet lasse ich mir was einfallen“, sagte Braun hinterher grinsend. Bazier Sharifi hatte das 3:0 vergeben, Mehmet Agdan den Strafstoß per Notbremse verursacht und Rot gesehen.

Witziger Kommentar von Cordis Trainer Frank Pieper: „Wir haben im Training Elfer geübt. Tobias redete viel und quasselte ständig. Heute hat er gezeigt, dass er Elfer halten kann, ohne andere Spieler vollzuquatschen.“


Rassistische Beleidigung. Beim 1:1 im Oberligaspiel zwischen dem Meiendorfer SV und dem FC Süderelbe wurde der schwarze Süderelber Spieler Isaak Hoeling von einem MSV-Fan nach seinem Platzverweis mit den Worten „Geh zurück in deinen Käfig“ rassistisch beleidigt. Der Täter ließ sich zunächst nicht ermitteln. MSV-Trainer Baris Saglam: „Wenn ich wüsste, wer das war, würde ich bei unserem Präsidenten für ein Stadionverbot für diesen Fan plädieren.“